Veröffentlicht am 22. August 2019 In Hörde

Aufbruch in das Abenteuer der Einheit

HÖRDE – UND WAS NUN?, Pfr. Martín Aversano •

Der Schönstatt-Priesterbund hat einen historischen Schritt getan und nach vielen Jahren Wegs den Internationalen Bund gegründet.  Das Jubiläum des Hundertjährigen Jubiläums von Hoerde beim Urheiligtum zusammen mit allen Bundesgemeinschaften Schönstatts war der maßgebliche Rahmen dieser Initiative. —

Foto: M.Brand, www.focus-vallendar.de

Einheit ist Gabe und  Aufgabe. Der Heilige Geist vollbringt zu Pfingsten ein wunderbares Wunder. Er kann viele Leute dazu bringen, verschiedene Sprachen zu sprechen und einander doch zu verstehen. Es ist das Feuer des Geistes, das die Herzen erforscht, das uns durch die Liebe dazu bringt, unsere Unterschiede zu überwinden, ohne unsere Originalität zu verlieren.

Das Abenteuer der Einheit war für die erste christliche Gemeinschaft (auch in der  Kraft von Pfingsten) ein beschwerlicher Weg, der nicht frei war von Suchen, Bewegung und Gegenbewegung, Überwindung von Vorurteilen und veralteten Denkstrukturen (siehe Jerusalemer Konzil).

Pater Kentenich hat uns durch die Bündnis-Pädagogik ein soziales und kirchliches Werkzeug für eines der dringendsten Probleme unserer Zeit hinterlassen: die Einheit in einer zunehmend pluralistischen Zeit. Apostolische Föderationen sind als pädagogische und kirchliche Strukturen eine der wertvollsten Perlen unserer Familie, die auf reinste Weise den Reichtum des Charismas zum Ausdruck bringen, als Geschenk des Geistes an die Kirche und die Gesellschaft für die neueste Zeit.

Rektor Egon M. Zillekens mit dem Gründungsdokument. Foto: M. Brand, www.focus-vallendar.de

Gründung im Urheiligtum

Diese ganze Präambel ist notwendig, um die historische Transzendenz in Schönstatt am Dienstag, den 20. August, zum 100. Jahrestag von Hörde Erlebten zu verstehen.

Mehr als 60 Priester aus 14 Ländern der Welt, Mitglieder des Schönstatt-Priesterbundes, haben sich auf das Abenteuer der Einheit begeben, um den Internationalen Bund im Urheiligtum und am Grab von Pater Kentenich zu gründen.

Deutschland, Argentinien, Brasilien, Bolivien, Burundi, Kamerun, Tschad, Chile, Indien, Kenia, Portugal, Dominikanische Republik, Tschechische Republik und Schweiz waren durch die Delegierten anwesend, um diese Versammlung mitzugestalten. Kuba und Peru konnten nicht kommen, schlossen sich aber von ihren Ländern aus dem Geschehen an.

Die meisten von uns haben auch am Internationalen Kongress der Schönstattfamilie zum 100. Jahrestag der Gründung des Apostolischen Bundes in Hörde vom 16. bis 18. August teilgenommen.

Am Grab Pater Kentenichs. Foto: M. Brand, www.focus-vallendar.de

Auf Mosel und Rhein zur Einheit aller Bünde

Am Montag, den 19. August, begann die Tagung des Priesterbundes dann richtig mit einer erholsamen, aber tief greifenden Aktivität: Wir alle stiegen in ein Boot und fuhren gemeinsam auf Rhein und Mosel. Der leuchtende Weg, voller freudiger Brüderlichkeit, war fast eine prophetische Verdichtung, die für uns metaphorisch beschrieb, was Bund, Föderation ist, was Schönstatt ist, was die Kirche ist und was die Welt werden soll.

In diesem Boot wurden viele Sprachen gesprochen, es war nicht leicht, sich gegenseitig zu verstehen, aber das Feuer der Gottesmutter brannte in allen, und ich wünsche mir, dass die Frohe Botschaft der Föderativen Pädagogik in allen Presbyterien der Welt  zündet. Wir alle teilen die gleiche Gewissheit, die Kraft Mariens, die priesterlichen Herzen zu beherbergen und zu verwandeln weiß, die versteht,  zur Einheit zu sammeln und weiß, wie man das Beste aus jedem Lieblingskind herausholt.

 

Foto: Pfr. Adolfo Losada

Gründung mit einer „explosiven“ Predigt

Am Dienstag, den 20. August, fand im Urheiligtum der Gründungsakt statt mit der klaren Absicht, sich in den Geist der Sodalen von Hörde  zu versetzen, die die Mission Mariens in der heutigen Zeit als ihre eigene übernahmen. Auch die Mitglieder des Generalpräsidiums waren anwesend. Dann gingen wir in die Anbetungskirche, wo wir zusammen mit den anderen Schönstatt-Gemeinschaften die Messe zum hundertjährigen Jubiläum von Hoerde feierten. Während der Feier wurde eine schöne Gedenkkerze entzündet, die mit den Fahnen der Bündnisgemeinschaften geschmückt war, wie eine Fackel, die angezündet wurde, um das Feuer der ersten Sodalen zu verbreiten. Den Vorsitz führten der Generalsekretär des Bundes, Rektor Egon Maria Zillekens, die Vorsitzenden der drei deutschen Regionen und der Vorsitzende der Region „Padres del Plata“, Argentinien.

Padre Alejandro Blanco aus dem Priesterbund Argentinien, der aus gesundheitlichen Gründen nicht physisch anwesend sein konnte, hatte die Predigt vorbereitet, die mehrere Priester in verschiedenen Sprachen lesen. Rektor Egon Zillekens, der den Text der Predigt kannte, sagte uns einige Tage vor der Messe, dass diese Worte „eine kleine Bombe“ sein würden.

Hörde 2019 – Predigt Alejandro Blanco deutsch, vollständiger Text

Und so war es auch …

Und so war es auch…. Wir glauben, dass diese tiefgreifenden und „gefährlichen“ Worte wirklich eine Bombe entzündet haben (nicht destruktiv, sondern konstruktiv), indem sie den Reichtum und den Beitrag der Bünde aus dem Denken des Gründers und und der Erfahrung föderativer „Synodalität“ zeichneten. Ich betone drei grundlegende Aufgaben, damit „das Salz seinen Geschmack nicht verliert“:

  • Unsere Aufgabe gegenüber dem Inneren unserer Familie: pars motrix sein heißt nicht,  apostolischer zu sein, mehr zu tun als andere, sondern sich um die Besonderheiten unserer föderativen Berufung zu kümmern, d.h. dafür zu sorgen, dass ganz Schönstatt als große Föderation, dass das ganze Werk als ein großes Netzwerk wirkt,  das Gemeinschaft in Originalität und Vielfalt pflegt und fördert.
  • Unsere Aufgabe gegenüber der Kirche: Die Kirche muss weitergehen in einem Prozess der „Synodalisierung“ in Form der Ausübung von Autorität, unter Achtung der Freiheit und Originalität jedes Einzelnen und jeder Gemeinschaft, die lernen muss, den Willen Gottes in den Stimmen des Seins, der Zeit und der Seele zu erkennen.
  • Unsere Aufgabe gegenüber der Welt: unser Integrationsmodell der Kultur im Allgemeinen anzubieten, in Zeiten, in denen zersetzende Nationalismen, fremdenfeindliche Einstellungen und autoritäre politische Modelle wieder auftauchen.

Wir werden nicht untergehn

Am Ende der Feier kamen die Bundespriester zum Grab Pater Kentenichs, um ihm zu sagen: Vater, dein Erbe ist unsere Mission. Was wir ererbet von unseren Vätern, wollen wir für die heutige Kirche erobern. Dort wurde die Urkunde unterzeichnet und wir kehrten zum Haus Marienau zurück, um die Gründung mit einem guten Mittagessen zu feiern.

Das Boot hat gerade die Segel gesetzt und wir gehen gelassen in dieses große Abenteuer. Wir wissen, dass die Gottesmutter unser “ Leuchtturm im Weltenmeere“ ist, und wir sind sicher: Wir werden nicht untergehn!

 

Foto: M. Brand, www.focus-vallendar.de

Hörde 2019 – Predigt Alejandro Blanco deutsch, vollständiger Text (pdf)

 

Nachtrag 23. August – Wahl

Padre Alejandro Blanco wurde am 22. August zum ersten Generalsekretär des Internationalen Priesterbundes gewählt. Im Generalsekretariat sind P. Alejandro Blano, Argnetinien, Pfr. Benno Riehter, Deutschland, und Pfr. Hubert Vonlanthen, Schweiz.

 

 

Fotos: M. Brand, www.focus-vallendar.de, P. Aldolfo Losada, Buenos Aires, Argentinien

Original: Spanisch, 22.08.2019. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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