Bündnisfeier Marienberg Bamberg

Veröffentlicht am 2024-04-21 In Leben im Bündnis, ZeitGeschichte

Eine Bündnisfeier zwischen Krieg und Ostern

DEUTSCHLAND, Renate Siebenkäs • 

Es ist Bündnistag in der Osterzeit, und es ist Bündnistag in Zeiten von Krieg und Bürgerkrieg. Wann hatte die Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 8, 26-40) je solch einen unmittelbaren Zeitbezug: „Ein Engel des Herrn sagte zu Philippus: Steh auf und zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt.“ Das greift Pfarrer Andreas Hornung bei der Bündnisfeier auf dem Marienberg, Bamberg, auf, und es wird sehr berührend, weil er konkrete Schicksale im Gazastreifen benennt. —

Gaza und das umliegende Land („Streifen“ heißt es erst, seit es zwischen den Grenzen Israels und dem Mittelmeer liegt), ein seit 3000 Jahren besiedeltes Land. Pfarrer Hornung zeigte anhand konkreter Schicksale die ganze Wucht des Krieges auf. Wie dramatisch vor allem die Kinder erleben, dass beinahe alles fehlt. Große Betroffenheit war spürbar. Tiefe Risse durchziehen das Land, das wir Heiliges Land nennen. Unaussprechliches Leid herrscht. Und wo ist Jesus?

Der Auferstandene heilt Risse der Traurigkeit, des Todes und der Schuld 

Heiligtum Marienberg Bamberg

Heiligtum in der Osterzeit

Der Auferstandene heilt den Riss der Trauer: Die Jünger, die in tiefer Trauer versunken waren, freuen sich, als sie Jesus, den Auferstandenen, sehen und erkennen. Freude erfüllt sie von ganzem Herzen.

Der Auferstandene heilt die Wunde des Todes: Jesus erweist sich in seiner Auferstehung als Retter von Sünde und Tod. Die Angst vor dem Tod ist überbrückt und überwunden, wie es in den Osterliedern immer wieder heißt.

Der Auferstandene heilt den Riss der Schuld, der Sünde: Jesus beauftragt seine Jünger: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben.“ Seit der Auferstehung Jesu gibt es keine Schuld mehr, die nicht vergeben werden könnte.

Zugeschlagene Türen öffnen sich

Der Ostermorgen ist so anders verlaufen, als es nach menschlichem Ermessen möglich gewesen wäre. So befreiend, wie der Auferstandene mit dem Unrecht vergangener Tage und dem Versagen der Jünger umgegangen ist. Und wie er damit in Wort und Tat verschlossene Türen geöffnet hat – damals und heute.

Pfarrer Hornung wörtlich

„Im Bibeltext des Osterevangeliums gewinne ich den Eindruck, dass der Auferstandene den Jüngern nicht nur einen Finger, sondern alle fünf Finger, also die ganze Hand helfend entgegenstreckt.

  • Als Friedenszusage: Friede sei mit euch!
  • Als Offenbarung der Verwundbarkeit: Hier gibt es nichts zu verbergen.
  • Als Zeichen seiner Sendung und Bestimmung: Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
  • Als Orientierung und Stärkung für alles Kommende: Empfangt den Heiligen Geist
  • Als ausdrückliche Vollmacht, Sünden zu vergeben“.

Damit durchbricht Jesus den Kreislauf von Rachephantasien und Schuldzuweisungen. Er reicht den Jüngern und uns nicht nur den Finger. Er reicht ihnen und uns die Hand. Seine Hände reichen über den Abgrund von Verrat und Tod hinaus in eine neue, andere Zukunft. Dort muss das Geschehene nicht mehr verrechnet werden.

Die Wunden des Auferstandenen helfen den Jüngern, die dunkle Vergangenheit der letzten Tage nicht zu verdrängen und sich nicht lebenslang an Versagen und Schuld zu binden.

Das Wunder der Auferstehung macht es möglich, dass schmerzhafte Wunden zum Zeichen der Versöhnung und der Treue werden. Am ersten Ostermorgen ist das geschehen: von den Wunden der Liebe zum Wunder der Liebe.

Wenn es Frieden geben soll, zwischen Israel und Palästina, zwischen China und dem Westen, zwischen Russland und dem Westen, dann nur, wenn Schuld vergeben wird, weil Christus, der Friede selbst, zu uns kommt und den Friedenswillen stark macht, wenn ER selbst mitten hinein in die Kriege zwischen Völkern und zwischen Nachbarn, Angehörigen, Kollegen, Pfarrangehörigen … sagt: Friede sei mit euch.

Bündnisfeier Marienberg Bamberg

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