Veröffentlicht am 2020-11-07 In Projekte, Schönstatt im Herausgehen

Welt gestalten in der Krise

D-A-CH, Melanie und Ulrich Grauert •

„Erfahrungen, die ich nicht verbalisiere, verliere ich“ (P. Tillmann Beller). Eine Aussage vom vergangenen „Rund um den Tisch“. Darum verbalisieren wir für die Teilnehmer und alle Interessierten unsere Erfahrung vom letzten Oktoberwochenende. Vom 23. – 25. Oktober fand in Memhölz das erste “hybride“ Rund um den Tisch für Menschen in Führung und Unternehmer statt. Mit 17 Personen, 12 vor Ort in Memhölz und 5 online/Zoom aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, teils mit Maske, teils ohne/online. Eine neue  und gelungene Erfahrung, die neue Wege öffnet für die Zukunft (mit Verbesserungspotential in der Tontechnik). —

IKAF

Schon in der Vorbereitung war „Spannung bis zum Letzten“ garantiert. Ob und wie man dabei sein kann…mit allen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensregeln… Landesgrenzen überschreitend… und auch mit Mut zur Lücke.

„Dachau-Fähigkeit“ hat im Vorfeld der Tagung stark bewegt. Wie hat Pater Kentenich schwierige Zeiten gemeistert? Wie schaffen wir es heute in dieser turbulenten Zeit Wirtschaftswelt zu gestalten? „Aufbrüche aus Zusammenbrüchen“ war das grundgelegte Thema der Tagung.

Sicherheit vermitteln

Unsere Hauptaufgabe ist jetzt Sicherheit zu vermitteln sowohl für Mitarbeiter als auch für Kunden, so ein Lebensmittelhändler.

In der kritischen Phase des Lockdown hat er seinen Laptop geschnappt, einen Stehtisch mitten im Geschäft aufgestellt und von dort aus gearbeitet – sich von der Angst nicht lähmen lassen – sichtbar für alle – ansprechbar für Kunden und Mitarbeiter – die Mitarbeiter wieder „hochziehen“, wenn Vieles erschwert ist.

Krisen haben wir immer wieder, täglich, aber wie gehen wir damit um? Der Schlüssel liegt häufig darin, in den Krisen auch Chancen zu sehen, mit einer positiven Einstellung nach Lösungen zu suchen, voranzugehen.

Während einer Konferenz für Führungskräfte berichtet ein Vortragender von seinem „persönlichen Leistungstagebuch“. Was war heute positiv? Was ist mir aufgefallen? Was ist mir gelungen? An was werde ich morgen dran gehen? Er hat die Anregung gegeben, gerade heute vermehrt mit offen Augen und offenen Ohren umherzugehen.

Das ist vergleichbar mit einer Geistlichen TagesOrdnung. Rückschau halten, Vorschau halten. „Verkosten“ hat Pater Kentenich dazu gesagt. Und dann die Frage: „Was ist bei mir ‚hängengeblieben‘, was will Gott mir dadurch sagen?“

Aufbrüche aus Zusammenbrüchen

Zu diesem Thema gab es am Samstag einen Text von Pater Kentenich aus der Epistola Perlonga, der uns in seiner Aktualität wieder sehr berührt hat (zum Nachlesen hier).

Gott ist ein Gott des Lebens…. Wo er brechen und zerbrechen, wo er untergehen, wo er sterben lässt, da will er neues Leben schaffen…es muss eine wundersame Ordnung sein, die er aus den Katastrophen und Ruinen neu gestalten will…Der neue Mensch…hochgradige Naivität…innerlich bindender und verbindender Gemeinschaftsgeist.

Unsere Chance in dieser Zeit: nochmals neu zu denken, aufmerksam werden auf Neues. Eine Fragehaltung und Hörhaltung einnehmen und unsere Talente und Fähigkeiten ins Spiel bringen (nichts ohne Dich – nichts ohne uns).

Da gibt es eine Region im Osten von Paraguay, wo das gesamte Handelswesen, das im Grenzgebiet zu Brasilien entstanden und Existenzgrundlage für die Bevölkerung ist, durch den coronabedingten Lockdown zum Erliegen kommt. Und dann gibt es da 5 Unternehmer, die sich zusammentun und 200 (!) neue Kleinunternehmen entstehen (die ganze Story gibt es hier und hier zum Nachlesen). Da wird nicht die alte Wirtschaftsordnung gerettet, sondern eine neue erfunden. Das wäre ohne Corona-Zusammenbruch nicht möglich gewesen. Die schöpferische Gestaltungskraft ist sichtbar geworden.

Kernkompetenz einer Führungskraft nach Kentenich

Was ist die Kernkompetenz einer Führungskraft nach Kentenich – worauf kommt es an? Diese Frage hat zu angeregtem Austausch geführt, und verschiedene Aspekte wurden angesprochen. In dieser spannenden und intensiven Runde kam das Thema FREIHEIT vertieft zur Sprache. In Freiheit in jedem Menschen das zum Leuchten bringen, was Gott als Anlage bereits hineingelegt hat und in aller Freiheit das zulassen, was danach entsteht. Freiheit als Erlösungsordnung. Freiheit als Schöpfungsordnung.

Abendgebet mal anders

Am Samstagabend erstrahlte das Heiligtum in Memhölz und hat mit Kerzenlicht zum Abendlob im Freien eingeladen. Auch hier konnten die online-Teilnehmer per Zoom-Video ganz dabei sein.

Die Haltung „Ich sehe Dich“ – ist Kraftquelle jede Minute

Während des Wochenendes wurde von einem Zulu-Gruß aus Südafrika erzählt: „SAWUBONA“ Das heißt übersetzt: „Ich sehe Dich und indem ich Dich sehe, verhelfe ich Dir zum Sein“.

Dazu ist uns in den letzten Tagen ein Artikel der Harvard Business School in die Hände gelangt (hier zum Nachlesen). Der Titel des Artikels lautet: Good Leadership Is an Act of Kindness / Gute Führung ist ein Akt der Freundlichkeit

„Drei Dinge im menschlichen Leben sind wichtig. Das erste ist, freundlich zu sein. Das zweite ist, freundlich zu sein. Und das Dritte ist, freundlich zu sein (Henry James)“.

Viele Führungskräfte erzählen zurzeit davon, dass sie gefühlt die schwersten Zeiten ihrer Berufslaufbahn durchmachen. Eltern haben Mühe, die Anforderungen der Tele-Arbeit und des Heimunterrichts in Einklang zu bringen. Alleinlebende Mitarbeiter bemühen sich, konzentriert zu bleiben, während sie aber teilweise von Ihren Familien und privaten Netzwerken isoliert sind. Zwischen den Zoom-Sitzungen erschöpfen sich Mitarbeiter bei der Betreuung eines Kindes oder eines kranken Elternteils. Viele sind besorgt um gesundheitliche oder finanzielle Themen. Wer ist heute nicht gestresst oder aus dem Konzept geraten?

In den Online-Medien wird viel berichtet von der Förderung der Zusammenarbeit auf Distanz, die beste Planung von Video-Besprechungen, oder wie man immer weiter die Arbeitsproduktivität der Mitarbeiter inmitten des Chaos einer Pandemie aufrechterhalten und sogar noch steigern kann.

Aber der „Werkzeugkasten“ des Managers muss heute erweitert werden. Eine Sache wird häufig übersehen: freundlich sein. Wie geht das?

Folgende Fragen in Gesprächen mit Mitarbeitern können helfen:

  • Erzähl doch mal, wie es Dir gerade geht, das interessiert mich jetzt….
  • Wie geht es dir heute? Womit bist Du gerade beschäftigt? Wie geht es in der Familie?…
  • Kann ich irgendwo unterstützen? Brauchst Du Hilfe? Ich nehme mir gerne Zeit, um die Dinge gemeinsam mit Dir durchzusprechen…
  • Ich weiß, dass du zurzeit dein Bestes gibst, mehr als sonst…
  • Danke für alles was du momentan in die Firma hineingibst….

Freundlichkeit ist eine ‚Investition‘, die niemals versagt.

 

Weitere Termine
29. 11. – 03. 12. 2020 Schweigeexerzitien für Führungskräfte (hier zum Flyer): „JUST BREATHE“, Exerzitienmeister P. Michael Hagan, ISch
Es gibt noch freie Plätze. Die Exerzitien finden statt (vor Ort in Memhölz, und/oder per Zoom)

12. – 14. 03. 2021 „Rund um den Tisch für Menschen in Führung und Unternehmer“

29. – 31. 03.2021 „Rund um den Tisch für Menschen in Führung und Unternehmer“

Schlagworte: , , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.