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Veröffentlicht am 2022-07-18 In Kampagne, Werke der Barmherzigkeit

Die Pilgernde Gottesmutter im Migrantenlager in Santiago

CHILE, Maria Fischer •

Die Pilgernde Gottesmutter von Schönstatt ist da, wo sie gebraucht wird. Sie befindet sich auf der Hauptstraße von Santiago de Chile, wo sich viele Migranten und Straßenbewohner niedergelassen haben. Diese Kampagne unter den Migranten wird von Vladimir Lompas geleitet, einem Missionar der Pilgernden Gottesmuttr, der der Pfarrei Santa Gema in ihrem sozial-karitativen Engagement verbunden ist. —

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Vladimir erzählt uns, dass die Gemeinde Santa Gema ein Projekt hat, um den Bedürftigsten zu helfen, das die ganze Gemeinde mobilisiert. Bei den Aktivitäten geht es um eine „Olla común“ (eine Gemeinschaftsinitiative zur Deckung des Lebensmittelbedarfs eines Teils der Bevölkerung, Art Suppenküche/Tafel), die Betreuung von Obdachlosen, die Spende von Altkleidern und die Finanzierung von Aktivitäten. In der Gemeinde sind 67 Bilder der Pilgernden Gottesmutter unterwegs und besuchen ältere Menschen, bedürftige Frauen, Kranke und seit kurzem auch drei Migranten auf der Straße. Bald wollen sie anfangen, Gefängnisse zu besuchen.

Pater Carlos, Pfarrer der Pfarrei St. Gemma (sie wird von den Passionisten betreut), „hat mir erlaubt, mit der Jungfrau Maria auf Mission zu gehen und mit 65 Bildern Häuser und Kranke zu besuchen; außerdem gibt es zwei Bilder für die Frühmesse in der Kapelle, wo normalerweise 30 Gläubige sind. Schließlich hat mir der Pfarrer erlaubt, die Pilgernde Gottesmutter zu seinem Projekt mit Migranten zu bringen. Er gab mir auch die Erlaubnis, die Fotos zu veröffentlichen, die ich Ihnen geschickt hatte“, so Vladimir.

„Wir haben drei Bilder der Pilgernden Gottesmutter bei den Migranten. Jedes Mal, wenn wir es einer Familie schenken, wird es mit großer Freude aufgenommen, und das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Wir haben 50 Rosenkränze gespendet und hoffen, dass wir bald einen Bildstock mit der Gottesmutter haben werden.“

Vladimir weiter: „Letzten Samstag wurde die Pilgermadonna Nr. 14740 einer blinden Person gegeben, die sie mir heute mit den Worten zurückgab: „Ich habe noch nie etwas so Schönes in den Händen gehabt“, und sie begann, im Lager zu missionieren.“

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Zelte zum Schutz der Schwächsten

Sie bleiben nicht beim Spirituellen stehen. „Diese Woche möchte ich eine Kampagne starten, um wasserdichte Zelte zu kaufen, denn es hat viermal geregnet und die Migranten sind ganz nass geworden. Jedes Zelt hat einen Wert von 140 US Dollar und es werden 40 benötigt. Diese Arbeit wird von der Pfarrei St. Gemma durchgeführt, da sie das Personal hat, um dieses Projekt zu betreuen.“

Migranten aus Venezuela

Die „Migranten“, die die Pilgernde Gottesmutter empfängt, haben einen Namen, ein Gesicht, eine Geschichte. Da ist die Familie, die aus Venezuela kam und Ecuador, Peru, Bolivien und Nordchile durchquerte, um nach Santiago zu gelangen.

Eine alleinerziehende Mutter kam mit ihren drei Kindern zu Fuß aus Venezuela. Cristián kam allein mit seiner Mutter aus Venezuela. Auch sie brauchten fast drei Monate, um nach Chile zu kommen. Sie kamen zu Fuß und „per Anhalter“. Er ist bei seiner Mutter und sein Bruder ist in Peru bei seiner Großmutter.

Die Mutter des kleinen Cristián „erzählte mir ein wenig darüber, wie sie gekommen sind, ihr geht es emotional sehr schlecht, sie hat große Angst, ihnen war kalt und sie hatten Hunger …“.

Letzten Mittwoch wurden in der Pfarrei St. Gemma mehr als 200 warme Mittagessen verteilt. Auch Rosenkränze und die ersten wasserdichten Zelte wurden geliefert.

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Mit den Migranten und Flüchtlingen die Zukunft gestalten

Und die Gottesmutter pilgert weiterhin zwischen den Zelten, auf den Straßen, zu den Schwächsten und Bedürftigsten…

Der 108. Welttag der Migranten und Flüchtlinge am 25. September steht unter dem Motto „Mit den Migranten und Flüchtlingen die Zukunft gestalten“. Zu diesem Anlass wurde am Morgen des 12. Mai die alljährliche Botschaft des Papstes veröffentlicht:

»Wir erwarten einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt« (2 Petr 3,13). Die Gerechtigkeit ist eines der grundlegenden Elemente des Reiches Gottes. In der täglichen Suche nach seinem Willen muss sie mit Geduld, Opferbereitschaft und Entschlossenheit aufgebaut werden, damit alle, die nach ihr hungern und dürsten, gesättigt werden (vgl. Mt 5,6). Die Gerechtigkeit des Reiches Gottes ist als die Erfüllung der göttlichen Ordnung und die Verwirklichung seines harmonischen Plans zu verstehen, in dem in Christus, der gestorben und auferstanden ist, die ganze Schöpfung wieder „gut“ und der Mensch „sehr gut“ ist (vgl. Gen 1,1-31). Doch damit diese wunderbare Harmonie herrschen kann, müssen wir die Erlösung durch Christus, sein Evangelium der Liebe, annehmen, damit die Ungleichheiten und Diskriminierungen der gegenwärtigen Welt beseitigt werden können.

Niemand darf ausgeschlossen werden. Gottes Projekt ist im Kern inklusiv und stellt die Bewohner der existenziellen Peripherien in die Mitte. Unter ihnen befinden sich viele Migranten und Flüchtlinge, Vertriebene und Opfer von Menschenhandel. Der Aufbau des Reiches Gottes geschieht mit ihnen, denn ohne sie wäre es nicht das Reich, das Gott im Sinn hat. Die Einbeziehung der Schwächsten ist die notwendige Voraussetzung dafür, dass sie im vollen Sinne und mit allen Rechten unsere Mitbürger werden können. Der Herr sagt ja: »Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen« (Mt 25,34-36).

Mit den Migranten und Flüchtlingen die Zukunft gestalten bedeutet auch, den Beitrag, den jeder von ihnen zu diesem Prozess leisten kann, anzuerkennen und zu würdigen. Es gefällt mir, diesen Blick auf das Phänomen der Migration in der prophetischen Vision des Jesaja zu entdecken, in der die Fremden nicht als Invasoren und Zerstörer erscheinen, sondern als willige Arbeiter, die die Mauern des neuen Jerusalem wieder aufbauen, des Jerusalem, das allen Völkern offensteht (vgl. Jes. 60,10-11).

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Mitarbeit: Rafael Mascayano, Chile

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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