Calzada de Marco

Veröffentlicht am 2022-07-18 In Schönstätter

La Calzada de Marco, Marcos Weg: ein Rosenkranz im Gehen zur Erinnerung an unseren großen Freund

COSTA RICA, Luis Felipe Font (Redaktion) •

Am vergangenen Sonntag, den 10. Juli, kamen die Mitglieder der Schönstattjugend von Costa Rica zusammen, um sich an den letzten Weg unseres großen Freundes Marco Calzada Valverde zu erinnern, der am Samstag, den 2. Juli, ermordet wurde. Wir wollten ihn als das in Erinnerung behalten, was er im Leben war: ein Junge mit einem unerschütterlichen Glauben. Dort, wo Marco seine letzten Schritte machte, gingen wir hin und beteten einen Rosenkranz für ihn. Dieser Wanderrosenkranz wurde „La Calzada de Marco“, Marcos Weg, genannt.

Calzada de Marco

Diese großartige Idee stammt von einer jungen Frau aus der Mädchenjugend, Luisa Beltrán Ricaurte, und ihrem Vater, Juan Pablo.

„Marco hat uns immer gesagt, dass es ihn in seinem Leben sehr glücklich gemacht hat, die Schönstattjugend in den Fußstapfen Gottes und der Gottesmutter vereint zu sehen. Da hatte ich das Gefühl, dass das etwas sei, was in unserer Schönstattjugend entstehen sollte. Ich teilte die Idee mit unserer Jugendberaterin Maricruz Garcia, die mich voll unterstützte und mich dazu autorisierte, die Idee weiterzuverfolgen, damit der Rosenkranz am Sonntag, den 10. Juli, stattfinden konnte. Als die Aktion dann angekündigt wurde, kamen mehr Menschen als erwartet. Es war eine tolle Überraschung! Daran kann ich sehen, dass der Heilige Geist und Marco anwesend waren, sie haben uns alles erleichtert und uns geholfen, damit diese Aktion stattfinden konnte“, so Luisa Beltrán.

Die nationalen Medien geben die Einladung weiter

Marco CalzadaDer Rosenkranz sollte von Leuten besucht werden, die Marco gekannt hatten und vielleicht ein oder zwei Personen, die die Einladung über die sozialen Netzwerke der Jugendlichen gesehen hätten, so die Idee. Doch kurz nachdem wir die Einladung in unseren sozialen Netzwerken gepostet hatten, wurde uns etwas klar: Die Einladung wurde in den nationalen und sogar einigen internationalen Medien veröffentlicht. Wir wussten, dass das, was mit Marco passiert war, in den Nachrichten stand, aber wir wussten nicht, dass die verschiedenen Medien sich über das, was wir veröffentlichten, informierten. Der Aufruf hatte eine unglaubliche Wirkung, schätzungsweise 300 Menschen nahmen schließlich teil.

Luciana Martínez Hueda von der Studentinnen-Bewegung hat ebenfalls bei der Organisation geholfen. Sie sagt, als Luisa die Idee einer Gruppe von Freundinnen vorstellte, hätten alle sofort zugesagt:

„Bei all unseren Planungen hätten wir nie gedacht, dass es so groß werden würde. Es begann als eine Idee für die Schönstatt-Jugend, und dann kam es in die Landesmedien. Menschen jeden Alters und aus allen Teilen der Welt meldeten sich, alle mit dem gleichen Wunsch, den Weg, den unser Marco gegangen ist, noch einmal zu erleben“, so Luciana Martinez Hueda.

Calzada de Marco

Die gleichen Lieder, die unser Freund so oft mit uns gesungen hat

Die Menge betete und sang mit uns die gleichen Lieder, die unser Freund so oft und so gern mit uns gesungen hat. Es sollte erwähnt und gewürdigt werden, dass wir zu jeder Zeit von der Stadtpolizei begleitet wurden.

„Die Vorstellung, den Ort zu besuchen, an dem mein Freund diese Grausamkeit erlitten hatte, quälte mich sehr. Tatsächlich war ich mir die ganze Woche über nicht sicher, ob ich gehen sollte. Der Tag kam und ich dachte immer noch darüber nach, aber in diesem Moment dachte ich an Marco. Ich erinnerte mich an seinen Mut und seine Stärke. Er hat sich immer für andere eingesetzt und so viele Dienste geleistet, egal welche Ängste damit verbunden waren“, erzählt David Corrales, der zusammen mit Marco Leiter der Schönstatt-Mannesjugend war (David im Osten und Marco im Westen), und der einige Tage nach Marcos Ermordung einen Artikel für schoenstatt.org verfasst hatte.

„Als ich am Treffpunkt ankam, war dort bereits eine Menschenmenge, alle weiß gekleidet, um den Frieden und die Feier von Marcos Leben zu symbolisieren, und ich war auf einmal ganz ruhig. So viele Menschen zu sehen, die mit dem gleichen Ziel versammelt sind, einen Rosenkranz für Frieden, Vergebung und Leben zu machen, ließ mich dieses Geschenk der Beheimatung spüren, die wir normalerweise im Heiligtum finden. Ich fühlte mich beschützt und geliebt“, so David.

„Von da an gingen wir den Weg entlang, den Marco vor seinem Tod gegangen war, hielten an verschiedenen Orten an und beteten. Ich bin mit meinen Freunden spazieren gegangen, habe gesungen und mich leise gefreut. Etwas, von dem ich dachte, dass es traumatisch sein würde, entpuppte sich als beruhigend und sogar fröhlich. Schließlich kamen wir an der Stelle an, an der Marco gestorben ist. Es gab ein kleines Arrangement mit Bildern von ihm, seiner Familie und vielen Blumen. Die Leute kamen herbei und ließen Blumen in allen Farben zurück. Als junge Leute versammelten wir uns vor den Bildern und umarmten uns, mit einem unvorstellbaren Feuer, und begannen zu singen. Um all die Lieder zu singen, die „Marquito“ gerne auf seiner Gitarre spielte und mit uns sang. In diesem Moment konnte ich vor Glück nur lächeln, denn ich wusste auch, dass Marco im Himmel lacht und voller Freude ist“.

Calzada de Marco

Wer war Marco Calzada?

Marco war ein 19-jähriger Student, von 2019 bis 2021 Leiter der Schönstatt-Mannesjugend. Marco war sportlich, er war ein Boxer und liebte Fußball.

„Seit dem Tag, an dem ich der Schönstatt-Mannesjugend beigetreten bin (vor etwa 4 Jahren), wollten meine Freunde und ich so sein wie er. Damals kannten wir nicht einmal seinen Namen, aber wir wussten, dass er ein Vorbild war. Später, als ich Marco kennenlernte, gab er mir das Gefühl, bei der Schönstatt-Jugend willkommen zu sein, und als ich ihn näher kennenlernte, wurde er wie ein großer Bruder für mich. Da wusste ich, dass ich auf ihn zählen kann, und das tat ich auch. Ich danke ihm sehr dafür, und es tut mir weh, ihm das nicht persönlich sagen zu können. Ich kannte ihn nicht lange, aber in dieser kurzen Zeit hat er mich verändert und mein Leben stark beeinflusst“, sagt Guillermo Alvarez, aus der Mannesjugend im westlichen Teil des Landes, wo Marco Leiter war.

„Marco war ein Ort des Friedens für mich. Er hat mich gelehrt, mit Freude zu leben, ohne die weltlichen Dinge so ernst zu nehmen, die uns am Ende nicht so erfüllen wie Gott es tut. Als ich ihn kennenlernte, hatte ich große Angst davor, neue Leute zu treffen oder neue Dinge auszuprobieren. Ich hatte Angst, weil ich in meiner Jugend eine Position eingenommen hatte, in der ich führen, meine Meinung sagen und gehört werden musste. Für mich war das am Anfang sehr schwierig, aber Marco bemerkte meinen Stress, meine Ängste und gab mir einen Schubs; er brachte mich zum Lachen, unterstützte meine Ideen und griff ein, als ich vor Publikum wie gelähmt war, ohne dass ich mich wegen meiner Schwächen weniger wert fühlte. Er hat mir geholfen, zu wachsen, und von dem Moment an, als ich ihn kennenlernte, gab er mir das Gefühl, etwas Großes für Gott erreichen zu können, und genau das war Marco, er ging mit Jesus und wollte, dass wir das auch tun.“ So Milena Lopez, Leiterin der Schönstatt-Mädchenjugend.

Marco war ein unglaublicher Mensch, der seinem Namen alle Ehre machte und viele Menschen geprägt (spanisch: marcar) hat, die das Glück hatten, ihn zu kennen.

Ruhe in Frieden Marco!

marco Calzada

Lulu, Lucy, Mile, David, Luisfe und Guille in Vertretung der Schönstattjugend von Costa Rica.

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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