Veröffentlicht am 2020-09-06 In Urheiligtum

Unordnung im Urheiligtum

URHEILIGTUM | MOMENTAUFNAHMEN – Pedro M. Dillinger / Maria Fischer •

Jetzt kommen die Jugendlichen und stellen das Urheiligtum auf den Kopf. Unordnung, wohin man schaut. Kabel, Stative, Monitore, jede Menge technischer Krempel. Und mir geht durch den Kopf: Am Anfang war es eine Rumpelkammer, ein Abstellraum, ein Durcheinander von Gartengeräten, Spinnweben, Staub und Spinnen. Dann kamen die Jugendlichen, räumten aus und räumten auf, damit „von hier aus“ die Welt auf den Kopf gestellt und die Revolution dieser Maria beginnen würde, die „nicht nur sanft und lieblich“ ist, wie einer, der damals nicht älter war als diese Jugendlichen heute, erklärte.

 

Und jetzt sind Jugendliche hier und bringen das Heiligtum und vielleicht auch ein paar seiner gewohnheitsmäßigen Besucher durcheinander. Machen Unordnung, damit die „Nacht des Heiligtum“, das – so ist zumindest Roberto M. González aus Paraguay überzeugt – größte und beste Projekt der deutschen Schönstattjugend virtuell viele, sehr viele Jugendliche erreicht. Revolution, sagen sie. Die Welt ist nicht zu groß.

Das gab es immer wieder. Dass neues Leben die Ordnung im und am Heiligtum störte. Da strömten auf einmal „Horden“ von einfachen Leuten mit schmutzigen Schuhen und leidenschaftlicher Liebe zu Maria in die Heiligtümer Argentiniens, stapelten Bilder der Pilgernden Gottesmutter, Blütenkronen, bunte Bildchen, Plastikrosenkränze und Fotos auf alles, worauf man etwas stapeln kann, sangen und beteten laut und improvisiert… und als sie das nächste Mal kamen, waren die Türen zu, damit nicht wieder alles unordentlich würde. Dann haben sie solange ihr Liebesbündnis vor dem verschlossenen Heiligtum geschlossen, bis sich die Türen öffneten und langsam eine ganze Bewegung das Wort vom „Offenen Heiligtum“, vom Heiligtum ohne Mauern, zu lieben und zu leben begann.

Da steht auf einmal ein Haus auf dem (zugegebenermaßen, großen) Gelände des Landesheiligtums von Paraguay, in dem Jugendliche ein- und ausgehen, die gerade eben aus dem Knast kommen, die Motorräder, Handys und mehr gestohlen, die Leute überfallen haben, Jugendliche mit wilden Tattoos und noch wilderer Vergangenheit. Und sie gehen ins Heiligtum und feiern dort heilige Messe, auch wenn manche von ihnen noch nicht mal getauft sind. Und langsam beginnt eine ganze schon immer gesellschaftlich engagierte Bewegung die soziale Seite des Liebesbündnisses hautnah zu erleben und zu lieben.

 

Wir brauchen Unordnung im Heiligtum. Immer wieder mal.

 

„Die Nacht des Heiligtums ist ein Glaubens-Festival, organisiert von der Schönstatt Jugend Deutschland.
Dieses Jahr findet sie digital über Livestreams statt.
Also heißt es dieses Jahr bei dir zuhause und in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz RƎVO⅃UTION – die Welt ist nicht zu groß?!“

Und hier die digitale Nacht des Heiligtums

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