Veröffentlicht am 2020-09-06 In Franziskus - Botschaft, Kirche - Franziskus - Bewegungen, Laudato Si

Heute, nicht morgen: heute müssen wir die Verantwortung für die Schöpfung übernehmen

IM GEIST VON LAUDATO SI •

Das neue „Papstvideo“, das im Kontext der Zeit der Schöpfung entstanden ist, ruft zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen des Planeten und zu ihrer fairen und respektvollen Verteilung auf.—

Am Vorabend des Weltgebetstages für die Schöpfung wurde das neue Video des Papstes mit dem der ganzen Weltkirche anvertrauten Gebetsanliegen des Papstes veröffentlicht. In diesem Monat geht es um den Respekt vor den Ressourcen des Planeten. Im Rahmen der Schöpfungszeit , die vom 1. September bis 4. Oktober begangen wird (der nab sich in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #SeasonOfCreation anschließen kann), und dem Laudato Si‘-Jahr drückt der Heilige Vater seine Besorgnis über die ökologische Schuld aus, die durch die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen entsteht, und ruft zu ihrer gerechten und respektvollen Verteilung auf.

 

Wir leben in einem gemeinsamen Haus

Die Botschaft von Papst Franziskus über die Sorge um die Schöpfung ist eindringlich: “Wir pressen die Ressourcen unseres Planeten aus. Wir pressen sie aus wie eine Orange.” Aus diesem Grund ermutigt er alle Menschen, sich der schweren „ökologischen Schuld“ bewusst zu werden, die aus der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und der Tätigkeit einiger multinationaler Konzerne resultiert, die „außerhalb ihrer Länder das tun, was sie in ihren eigenen Ländern nicht tun dürfen“. Für den Heiligen Vater ist diese Situation dringend: “Heute, nicht morgen: heute müssen wir die Verantwortung für die Schöpfung übernehmen.”.

„Wir wachsen weiter in dem Wissen, dass wir alle als Mitglieder derselben Familie ein gemeinsames Haus bewohnen!“. Damit endet die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung, der am 1. September gefeiert wurde und als Tor zur „Zeit der Schöpfung“ dient, die bis zum 4. Oktober (Fest des hl. Franz von Assisi und mögliches Datum für die neue päpstliche Enzyklika über die menschliche Brüderlichkeit) dauern wird.

Hand am Puls der Zeit: Die Pandemie als Gottes Ruf zur Umkehr

In seiner Botschaft erinnert der Papst daran, dass die diesjährige Feier mit dem 50. Jahrestag des Earth Day zusammenfällt, daher lautet das Motto ‚Earth Jubilee‘. Und was ist ein Jubiläum? “Eine heilige Zeit des Erinnerns, der Umkehr, des Ruhens, der Wiederherstellung und der Freude”, schreibt Franziskus.

Wie bereits in der „Laudato Si-Woche“ im Mai dieses Jahres, die anlässlich des fünf-jährigen Bestehens der Enzyklika Laudato Si gefeiert wurde, verbindet Papst Franziskus den Aufruf zu einer ökologischen Haltung mit konkreter Sorge um die Menschen, um die Armen, und motiviert uns, in den von der Pandemie geprägten Ereignissen dieses Jahres 2020 die Stimme Gottes zu finden:“Die aktuelle Pandemie hat in mancher Hinsicht dazu geführt, dass wir einfachere und nachhaltigere Lebensstile wieder neu entdecken. Die Krise hat uns in einem gewissen Sinn die Möglichkeit gegeben, neue Lebensweisen zu entwickeln. Man hat gesehen, wie sich die Erde erholen kann, wenn wir sie zur Ruhe kommen lassen. Die Luft ist sauberer geworden, das Wasser klarer, Tierarten sind an viele Orte zurückgekehrt, von denen sie verschwunden waren. Die Pandemie hat uns an einen Scheideweg geführt. Wir müssen diesen entscheidenden Moment nutzen, um überflüssige und zerstörerische Aktivitäten und Ziele aufzugeben und Tugenden, Beziehungen und schöpferische Initiativen zu pflegen. Wir müssen unsere Gewohnheiten in Sachen Energieverbrauch, Konsum, Transport und Ernährung auf den Prüfstand stellen. Wir müssen unsere Volkswirtschaften von ihren nicht notwendigen und schädlichen Aspekten befreien und für den Handel, die Produktion und den Transport von Waren ertragreiche Möglichkeiten entwickeln.“

 

Beten und Laudato Si‘ nochmal lesen

Am 1. September unterstrich auch der CELAM, wie tags zuvor bereits der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen,  das Engagement für die Bewahrung der Schöpfung. „Vereint mit den Absichten von Papst Franziskus bekräftigen wir vom Lateinamerikanischen Bischofsrat (CELAM) unser Engagement für die Bewahrung der Schöpfung durch das Gebet sowie für die Unterstützung so vieler Initiativen, die es auf unserem Kontinent bereits gibt, um die Pflege des gemeinsamen Hauses zu fördern“, erklärte der Präsident des Organismus, Bischof Miguel Cabrejos Vidarte, in einer Videobotschaft anlässlich des Weltgebetstages für die Bewahrung der Schöpfung. Zwei sind die Empfehlungen, die er vorschlägt: das Gebet als grundlegendes Element für die Pflege des gemeinsamen Hauses und die erneute Lektüre der Enzyklika von Papst Franziskus.

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