Veröffentlicht am 21. Mai 2018 In Urheiligtum

Endlich hört man wieder mal Italienisch im Urheiligtum

URHEILIGTUM/ITALIEN, Federico Bauml

Zwanzig italienische Jugendliche hatten beschlossen, ein Wochenende in Schönstatt zu verbringen. Für einige war es das erste Mal, für andere ein angenehmes Wiederkommen, und für alle eine unvergessliche Erfahrung. –

Vier Jahre waren es schon her, seit wir im August 2014 mit der Campuspastoral Deutschland als Ziel der traditionellen Sommerwallfahrt gewählt hatten, in die wir neben vielen anderen Zielen auch Schönstatt eingeschlossen hatten. Viele Jahre, vielleicht zu viele; sicher aber genug, um in uns den Wunsch wachsen zu lassen, an diesen Ort zurückzukehren, mit dem wir so verbunden sind.

Aber wie so oft braucht man einen konkreten Anlass, der sich – auch das wie so oft – durch menschliche Bindungen ergab, die Pater Kentenich so wichtig sind: nämlich durch die Möglichkeit, Pater Alfredo Pereira wiederzusehen, der viele Jahre lang für unsere Gruppe verantwortlich war und der nach seiner Rückkehr im letzten Jahr nach Paraguay nun für drei Monate zum Terziat, einer Schulungszeit der Schönstatt-Patres, in Schönstatt war.

In diesem Geist hieß es: Auf nach Schönstatt! Entspannte Gesichter, trotz einiger Zwischenfälle zu Beginn, und ein gemeinsamer Nenner: der Wunsch,  zusammen zu sein in der Freude einer diesmal ausgesprochen großen italienischen Schönstattfamilie, die sich ein Wochenende der Entspannung inmitten des hektischen Alltagslebens gönnte, verbunden mit der Aufgabe, die Anliegen unserer Freunde und Angehörigen mitzunehmen zum Gnadenort.

Drei intensive Tage

Diese Stunde im Auto von Frankfurt nach Schönstatt ist eine wilde Mischung von Gefühlen: für die einen die Freude des Wiederkommens, für die anderen die Aufregung, bald kennenzulernen, wovon sie so viel gehört haben. Gefühle, die Wirklichkeit werden, als wir die Kreuzung in Vallendar erreichen und das Schild sehen: Achtung Krötenwanderung (worüber ich jedesmal neu staunen muss!) und kurz danach auf der rechten Seite das kleine Kirchlein sichtbar wird, das wir als „Urheiligtum“ kennen.

Der Freitag vergeht im Flug zwischen dem Besuch auf Berg Moriah und der Messe in der Kapelle auf Berg Sion. Ein schnelles Abendessen, und trotz des Weckers, der alle in der Frühe aus dem Schlaf gerissen hatte, sind wir bereit für einen besonderen Moment: eine Zeit des Gebetes im Urheiligtum, das für eine Stunde uns allein gehört. Ein kurzer und intensiver Moment, bereichert durch die Erzählungen von Maria Fischer, unserem besonderen Gast an diesem Abend.

Der Samstag war dem Besuch der wichtigsten Orte in Schönstatt gewidmet und der Vertiefung der Persönlichkeit von Pater Kentenich, der in jeder Hinsicht der Begleiter unseres Ausflugs war.

Geführt von Schwester María Andrea besuchten wir das Pater-Kentenich-Haus und die Dreifaltigkeitskirche (mit einem besonderen Moment am Grab des Gründers), das Heiligtum der Familien und die Heldengräber (Gräber der von im Ersten und Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Schönstättern) und beschlossen den Tag mit der Heiligen Messe im Urheiligtum.

Vor der Abreise am Sonntag war dann der Höhepunkt gekommen: das Liebesbündnis im Urheiligtum von Raúl, einem unserer Missionare aus Paraguay, das unser neuer Verantwortlicher, P. Facundo Bernabei aus Argentinien, mit uns feierte – er war gerade auch von Rom aus in Schönstatt!

„Die Schönstatt-Heiligtümer sind alle gleich“. Oder?

Eins der ersten Dinge, die wir lernten, als wir Schönstatt kennenlernten, ist, dass all die in der Welt verstreuten Schönstatt-Heiligtümer gleich sind: eine originalgetreue Nachbildung der Kapelle der Pallottiner, in der am 18. Oktober 1914 Pater Kentenich das Liebesbündnis geschlossen hat und das wir schlicht und einfach „Urheiligtum“ nennen.

 

Und da kommt spontan eine Frage auf: Wenn doch alle Heiligtümer gleich sind, was für einen Sinn macht es dann, nach Schönstatt in Deutschland zu fahren, wenn wir hier in Rom ein Heiligtum vor der Haustür haben?

Die Antwort ist einfacher als man denkt.

Wenn auch alle Heiligtümer architektonisch eine Nachbildung des Urheiligtums sind, ist es doch gewiss, dass jedes eine besondere Gnade hat neben den „klassischen“ des Urheiligtums (Beheimatung, Wandlung und apostolische Sendung), seinen eigenen Geist, der es in seiner Weise „originell“ macht – so wie wir, die wir einerseits alle ähnlich sind und doch so verschieden.

Die Seele muss manchmal tief durchatmen, und es gibt Orte wie Schönstatt, wo man leichter atmet als anderswo, und das alles hilft, sich zu lassen, zu vertrauen, einander zu vertrauen und das Päckchen, das wir auf den Schultern tragen, für einen Moment zu vergessen.

Und wir hoffen, dass es nicht wieder vier Jahre dauert, bis wir wiederkommen. Tschüss, Urheiligtum, bis bald!

italiano

Urheiligtum

Original: Italienisch, 22.4.2018. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

Fünf Jahre mit dem Geschenk des Urheiligtums

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