Veröffentlicht am 23. Dezember 2015 In Urheiligtum

„Bitte, macht das wieder weg. Lasst unser Heiligtum an Weihnachten wieder unser schlichtes Bethlehem sein…“

Redaktion von schoenstatt.org •

Normalerweise freuen wir uns in der Redaktion von schoenstatt.org über jeden Kommentar zu einem Artikel, ob er nun öffentlich auf der Seite erscheint oder an die Redaktion gerichtet ist. Doch in diesen Tagen vor Weihnachten gibt es eine regelrechte Lawine von Kommentaren und Anfragen, die uns bewegt und fordert in der Verpflichtung auf den Dialog mit unseren Lesern, die wir immer als Mitarbeiter sehen, die ihren Beitrag zu schoenstatt.org leisten durch ihr Interesse, ihre Zeit, ihre Fragen und Kommentare.

Es geht um die Tür des Urheiligtums. Diese Tür, die am 13. Dezember als „Heilige Pforte“ geöffnet wurde. In die tiefe Freude über diese Heilige Pforte unseres Urheiligtums mischen sich Reaktionen von Erschrecken, Empörung und Entsetzen, ausgelöst von den veröffentlichten Fotos, oder genau genommen, einem konkreten Foto, das eine „plastik-metallene kastenähnliche und von innen mit verschiedenen Farben erleuchtete Konstruktion“ (so ein Chilene) zeigt, die kurz vor dem 13. Dezember vor der Tür des Urheiligtums angebracht wurde, sicher mit viel gutem Willen gemacht.

„Wer hat das zugelassen? Unglaublich der schlechte Geschmack, die fehlende Harmonie mit der Umgebung, die fehlende Religiosität – das sieht aus wie eine Werbung von McDonalds oder sonst einer Fastfood-Kette“, so die Reaktion einer Argentinierin.

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Das passt nicht für einen heiligen Ort

Wie anders doch die Heiligen Pforten der Kirche „Maria von der Dreifaltigkeit“ in Tuparenda oder die blumengeschmückten Türen der Heiligtümer von Santa Maria, Curitiba, Atibaia, Rio de Janeiro und vieler anderer!

„Dieser Kasten verdeckt die Tür, um die es doch geht“, so eine Bemerkung von jemandem aus Deutschland, der die Konstruktion selbst gesehen hat. „Der Tür wird die Würde genommen. Man sieht die Tür fast gar nicht, nur diesen beleuchteten Bogen.“ Überrascht wie viele andere von der Neuerung meint ein Landsmann: “ Ich schäme mich immer mehr für unser Urheiligtum, innen und jetzt vor allem außen wegen des Bogens mit dem Charme der Reklame von der Eisdiele Venezia. Vieles bei uns ist stilistisch nicht vorzeigbar, aber gegen einen solchen Kitsch müssen wir angehen, damit er verschwindet.“

Eine Chilenin schreibt: „Schrecklich! Ich hätte mir nie vorstellen können, dass schlechter Geschmack so weit geht! Wer hat das denn entschieden? Hoffentlich wird diese Leuchtreklame, die so unpassend ist für einen heiligen Ort, so schnell wie möglich wieder abgenommen. Man hat ja den Eindruck, in einen Vergnügungspark zu kommen, um nicht noch etwas Schlimmeres zu sagen. Ich schäme mich, unser Urheiligtum so der Welt zu zeigen! Das ist lächerlich! Und wieviel Geld hat diese Scheußlichkeit gekostet? Mein Haus sieht mit unseren schlichten Weihnachts-Lichterketten besser aus… Bitte, nehmt dieses schreckliche Ding ab!“

Aus Frankfurt schreibt jemand: „Die Fotos vom Urheiligtum haben mich entsetzt. Der Kommentar ‚Eisdiele Venezia‘ ist sehr milde ausgedrückt, in den Bahnhofsvierteln der Großstädte gibt es einige moralisch anrüchige Etablissements, die auch eine vergleichbar ‚geschmackvolle‘ Außenwerbung betreiben. Trotz aller Barmherzigkeit, da muss man die Augen abwenden…Aber es ist wohl besser, die bunte Lichterwerbung abzuschrauben. Wie vielen behinderten Kindern hätte man z.B. im Hogar de Maria in Mar del Plata, wie vielen Familien hätte man – für die Kosten des Lichteffektes – im Rahmen des Projektes ‚100 Häuser‘ in Paraguay ein Heim geben können? Weniger ist oft (viel) mehr!“

Die Kosten waren wohl nicht ganz so hoch wie vermutet, denn jemand, der am 18. Dezember zum Urheiligtum gepilgert ist, kommentiert: „Als ich am 18. Dezember abends vor der Bündnisfeier am Urheiligtum war, habe ich gesehen, dass man wohl Sachen aus dem Baumarkt genommen hat; innen drin steckt, so hörte ich, der Bogen, der letztes Jahr für die Blumengirlanden benutzt wurde. Das Ding hat offene Ecken und viele scharfe Kanten, darüber bin ich am meisten erschrocken, denn was passiert, wenn Kinder sich daran verletzen?“

Liebes Christkind…

Wenn nicht zu viel Geld dafür ausgegeben wurde und weil es offenbar nur an ein oder zwei Nägeln hängt, wächst bei vielen die Hoffnung auf ein „Wunder der Heiligen Nacht“. Eine Argentinierin schreibt: „Was hat man denn da um die Tür des Urheiligtums gemacht? Das ist des Ortes nicht würdig! Es beleidigt das Bild, das wir alle von unserem heiligen Ort haben. Bitte, nehmt das bald wieder ab. Bitte, macht das wieder weg. Lasst unser Heiligtum an Weihnachten wieder unser schlichtes Bethlehem sein…“

„Das sieht aus wie ein Spielautomat“, so ein Kommentar aus Südafrika. „Die Fotos, die ich bisher gesehen hatte, waren nur mit gelbem Licht, aber jetzt habe ich auf Facebook das Ganze mit allen knallbunten Farben gesehen… Bleibt das arme Urheiligtum jetzt das ganze Jahr über mit dieser armseligen Dekoration?“

„Wenn man die Augen zu macht, ist es nicht ganz so schrecklich“, tröstet sich ein Pilger, der am Wochenende durch die Heilige Pforte geschritten ist. „Dabei habe ich an den Kommentar einer Bekannten gedacht, die mir von ihrem ‚Christkindbrief‘ erzählt hat, in dem sie nur einen einzigen Wunsch geäußert hat: Dass dieses hässliche Ding verschwindet… Und still und leise habe ich mich dem Wunsch angeschlossen.“

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Es ist fast schon Weihnachten im Jahr der Barmherzigkeit. Wir möchten auf schoenstatt.org jetzt keine Protestwelle. Und im armen Stall zu Bethlehem war in der Weihnacht vor 2000 Jahren auch nicht alles perfekt.

Wir wollten mit diesem Artikel die Stimmen aus dem Volk ernst nehmen. Aber die Redaktion von schoenstatt.org ist nicht die richtige Adresse für Bitten und Beschwerden zur Gestaltung des Urheiligtums. Das ist der Rektor des Urheiligtums, P. Antonio Bracht: [email protected]

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Allen Namen sind der Redaktion bekannt.

 

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