Veröffentlicht am 2015-12-24 In Kentenich

Heute vor 50 Jahren …

von Maria Fischer •

An diesem 24. Dezember 2015 sind es 50 Jahre, dass Pater Kentenich nach 14 Jahren Exil heimkehrte in sein Urheiligtum. Von Rom aus über Frankfurt kam er am späten Nachmittag des 24. Dezember 1965  in Schönstatt an. Kam nach Schönstatt nach 14 Jahren des Exils, in der Heiligen Nacht, erwartet von seiner Familie und von seinem Urheiligtum, unserer gemeinsame Heimat und unsere Quelle spezifischer Gnaden, ohne die wir weder sein noch handeln können, nicht als Familie des Vaters und nicht als Apostolische Bewegung im Dienst an der Kirche und Gesellschaft.

Es war eine lange Zeit des Wartens gewesen, die sich an diesem 24. Dezember erfüllte. Nach den langen Wochen in Rom mit dem Ereignis des 22. Oktober, als alle Dekrete des Heiligen Offiziums gegen Pater Kentenich aufgehoben wurden, Dekrete, die über Jahre seinen Aufenthaltsort geregelt hatten – oder besser, streng eingegrenzt, wie seinen Wirkungskreis, seine Kontaktmöglichkeiten mit seiner Gründung, seine ganze Gründertätigkeit. In der Zeit in Rom war der 80. Geburtstag Pater Kentenichs gefeiert worden, war die symbolische Grundsteinlegung des zukünftigen Matri Ecclesiae-Heiligtums in Rom geschehen, und wieder und wieder kam die Frage auf: Weihnachten in Schönstatt? Kann Pater Kentenich nach Schönstatt zurückkehren, ins Urheiligtum? Kommt er Weihnachten nach Schönstatt? Erfüllt sich das Wunder der Heiligen Nacht?

Am Morgen des 24. Dezember, im wahrsten Sinn des Wortes in letzter Minute, kommt die Nachricht in Schönstatt an, die Nachricht, die sich in Windeseile von Mund zu Mund weiterspricht, mitten in den letzten Weihnachtsvorbereitungen: „Er kommt! Herr Pater kommt! Er kommt nach Schönstatt! Das Wunder der Heiligen Nacht wird wahr…“

Es ist, als wären die Engel der Weihnacht über Schönstatt unterwegs: Seht, ich verkünde euch eine große Freude … Und wie die Hirten ließen sie alles liegen und stehen … Telefonketten bringen die Nachricht zu den Schönstättern im Land, und innerhalb weniger Stunden ist die Botschaft bei Hunderten angekommen. Nicht wenige Familien suchen Großeltern und Freunde, die für ein paar Stunden die Kinder betreuen, und fahren los … fahren nach Frankfurt zum Flughafen, nach Schönstatt, oder stehen auf einer der Brücken über der A3.  Sie wollen den Vater und Gründer begrüßen, den viele von ihnen nur durch Fotos und das Zeugnis anderer kennen.

Das Foto der Heiligen Nacht

Es ist eines der bekanntesten Fotos von Pater Kentenich – das Foto, wo er in tiefem Gebet im Urheiligtum kniet, nach 14 Jahren. Dieses Foto verdankt Schönstatt dem Marienbruder Herrn Blank, der, Fotoapparat in der Hand, in der Nähe des Urheiligtums stand. Denn drinnen war kein Platz mehr. Er ging zum rechten Chorfenster, schob es ein wenig weiter auf, hielt auf Zehenspitzen die Kamera hinein und drückte ab, ohne zu sehen, was darauf sein würde … So entstand dieses Foto des ersten Gesprächs zwischen Pater Kentenich und seiner Königin in dieser Heiligen Nacht. Er spricht mit ihr und sie mit ihm … sicher auch, wie am 18. Oktober, von dieser Familie, von allen, die eines Tages dazu gehören würden, um die Sendung mit zu erfüllen, die sie ihm damals übertragen hatte. Nach dem eher stillen Empfang im Urheiligtum begrüßte Pater Kentenich in der überfüllten Aula der Marienschule Hunderte von Schönstättern, die nach Schönstatt geeilt waren, um ihn zu empfangen. Der Chor der Schwestern stimmte das Große Alleluja von Händel an, und manchen steigen noch heute, nach vierzig Jahren, die Tränen in die Augen, wenn sie dieses Alleluja hören … das sich verbunden hat mit dem unfassbaren Erlebnis jener Heiligen Nacht, in der er wieder da war, mitten in seiner Familie, als wären diese 14 Jahre nicht gewesen; in der er Personen begrüßte, die er in all diesen Jahren nicht gesehen hatte und sprach sie an auf Einzelheiten früherer Gespräche, an die sie selbst sich kaum erinnerten; in der er Menschen begrüßte, die er nur von einem oder zwei Briefen kannte und wusste, was sie ihm geschrieben hatten; in der nicht von den zurückliegenden Jahren sprach, sondern von der Sendung für die Kirche, die Schönstatt nun ergreifen könne, um der Gottesmutter Dank zu erweisen …

Diese Heilige Nacht gipfelte in der Feier der Weihnacht, spürbarer als sonst ganz gegenwärtig. Um Mitternacht feierte Pater Kentenich, dem vorkonziliaren Brauch entsprechend, die beiden ersten Weihnachtsmessen im Urheiligtum, im neuen Bethlehem. Es war das letzte Mal, dass er lebend das Urheiligtum betrat.

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