Veröffentlicht am 16. Februar 2020 In Kentenich

Uraufführung des Oratoriums „Himmelwärts“ in Würzburg

DEUTSCHLAND, Maria Fischer mit Material der erzbischöflichen Pressestelle Würzburg •

Am Sonntag, 22. März, wird um 17 Uhr im Würzburger Schönstattzentrum Marienhöhe das Oratorium „Himmelwärts“ uraufgeführt. „Es geht um die Auseinandersetzung mit dem geistlich-spirituellen Gedankengut von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der Schönstattbewegung“, sagt Dr. Martin Flesch aus Veitshöchheim (Landkreis Würzburg). Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie hat die Musik geschrieben und auf Basis der Originaltexte Kentenichs die Texte des Oratoriums gestaltet. —

„Wo ist mein Himmelwärts?“ – „Das leg ich in mein Himmelwärts.“ Wenn Schönstätter so reden, dann meinen sie jenes handliche Gebetbuch, das fast jeder von ihnen hat und viele von ihnen auch regelmäßig zur Hand nehmen, um mit den Worten Pater Kentenichs zu beten oder zu meditieren. Die Texte sind herausfordernd, wegen ihrer sprachlichen Komplexität und ihrer Form (im Deutschen Reimform). Der Titel, „Himmelwärts“, ist dagegen im Trend – da gibt es die Himmelwärts-Band und den Himmelwärts-Chor als Gestalter der Himmelwärts-Gottesdienste; dahinter steht die Creative Kirche, entstanden im evangelischen Kirchenkreis Hattingen-Witten; da gibt es die Himmelwärts-Bergführerinnen und den niederländischen spirituellen Bestseller “ Himmelwärts“ von Hans Peter Roel mit eben diesem Titel ebenso wie einige andere Romane, das Album „Himmelwärts“ von Eric Koevoets & Jenny Halsma, und ein Meditationsbuch  von Andrea Schwarz heißt so und und und…Und nun eben auch das Oratorium mit diesem guten Wort: Himmelwärts. Nicht die erste musikalische Umsetzung der Texte aus dem KZ Dachau, denn schon bald nach dem Erscheinen und später immer wieder gab es Vertonungen einzelner Texte im deutschen wie im spanischen Sprachraum; zuletzt erschienen die CD „Heavenwards Always“ von Kathy Kanewske  und eine von chilenischen Jugendlichen aufgenommene moderne Adaption („Hacia el Padre“, 2018). Und nun das Oratorium „Himmelwärts“, auf das man gespannt sein darf.

Himmel über Dachau.. Foto: iStock Getty Images ID 1002959942, Andreas Haas

Anlass: 50 Jahre Josef-Kentenich-Institut

Foto: Adelmann, Presse- und Informationsstelle des Bistums Würzburg

Die Uraufführung findet aus Anlass des 50. Jubiläums des Josef-Kentenich-Instituts statt. Die Einrichtung widmet sich besonders der Erforschung von Lehre, Werk und Person Kentenichs. „Neben Freunden und Mitgliedern der Schönstattbewegung ist das Werk auch für alle Menschen interessant, die sich für kirchenmusikalische und spirituelle Themen interessieren“, ist Flesch sich sicher.

„Ich habe mich vertieft mit den Texten der gleichnamigen Gebetssammlung beschäftigt, die Pater Kentenich während seiner Inhaftierung durch die Nationalsozialisten zwischen 1941 und 1945 zunächst im Gefängnis in Koblenz, dann im Konzentrationslager Dachau geschrieben hat“, erklärt Flesch. Die originalen 25 Gebetstexte seien mitunter etwas sperrig. Sie sind in Versen gefasst, teils aus Gründen der leichteren Lernbarkeit, teils aus Gründen der Tarnung gegenüber der Dachauer Lagerleitung.

„Meine Grundidee für die Texte war es, ihren Inhalt zu aktualisieren und zugleich in ihrer Durchschlagskraft für die Gegenwart fruchtbar zu machen“, erklärt Flesch. Deswegen habe er für seine Komposition als Gegenpart „Zeitenstimmen“ in Form eines Dialogs den Originaltexten entgegengesetzt, um so den Inhalt der Gebetstexte noch deutlicher werden zu lassen. Erste Skizzen verfasste Flesch im Jahr 2016 und zeigte sie Theologen und Wissenschaftlern aus der Schönstattbewegung. „Ich habe immer wieder ermunternde Rückmeldungen bekommen, deswegen bin ich an dem Thema drangeblieben.“ 2019 stellte er das Werk schließlich fertig.

„Die musikalische Begleitung fügt dem Ganzen eine weitere Tiefendimension hinzu“, sagt Flesch. Als Musiker kann er auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen. Seine Ausbildung im Orgelspiel, Chorleitung und Orchesterdirigieren erhielt er bei dem deutschlandweit bekannten Kirchenmusiker Thomas Gabriel und dem Kapellmeister Wolfgang Heinzel. 1991 gründete er berufsbegleitend ein sinfonisches Projektorchester, dem er heute noch vorsteht. Später kamen mehrere Chöre sowie Ensembles in verschiedenen Bundesländern hinzu. Er schrieb in den vergangenen Jahren mehrere sinfonische Werke für Sprecher und Ensembles.

„Für das aktuelle Werk habe ich mich bewusst für ein lyrisches Kammerensemble entschieden.“ Mit Oboe, Cello, Harfe und Monochord sowie zwei Perkussionisten kombiniere es in idealer Weise starke Stimmungen und Charaktere, sowohl solistisch wie auch im Zusammenspiel. „Wenn zum Beispiel der Sprecher die Zeitenstimmen vorträgt, untermalt das Schlagwerk atmosphärisch mit anklagenden und aufrüttelnden Klängen.“ Die Instrumentalisten wie auch die beiden Sprecher und die Sängerin für das Oratorium kommen aus ganz Deutschland. Flesch knüpfte die Kontakte über die Schönstattbewegung.

 


Neben der Uraufführung am Sonntag, 22. März, um 17 Uhr im Schönstattzentrum Marienhöhe, Josef-Kentenich-Weg 1, 97074 Würzburg, sind weitere Aufführungen am Samstag, 28. März, um 19 Uhr in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt in 56179 Vallendar sowie am Sonntag, 5. April, um 17 Uhr in der Stadtfarrkirche Sankt Blasius, Unterm Heilig Kreuz 1, 36037 Fulda, geplant. „Der Eintritt ist jeweils frei, wir hoffen auf großzügige Spenden zum Decken der Kosten“, sagt Flesch.

 

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