Veröffentlicht am 2020-04-13 In Solidarisches Liebesbündnis in Zeiten von Coronavirus

Seltsame Ostern

OSTERN IN ZEITEN VON CORONAVIRUS, Juan Eduardo Villarazas, Argentinien •

Seltsame Ostern… Natürlich hätte ich gerne live und persönlich an der schönsten aller Feiern, der Osternacht, teilgenommen, aber ich musste mich damit begnügen, sie auf YouTube im fast leeren Petersdom anzuschauen… —

Und doch, wenn ich den Moment noch einmal durchlebe, der zum größten aller historischen Ereignisse führte, finde ich, dass diese Feier Jesu auch untypisch war.

Es war nicht gerade ein festliches Abendessen voller Freude …

Zunächst wurde das jüdische Fest eigentlich nur in der Familie gefeiert, und Jesus hat nur seine Mutter als direkte Verwandte. Er tut es mit seinen Jüngern und Anhängern, aber… unter Bewachung. Die Behörden betrachten ihn als Gefahr und suchen nach Möglichkeiten, ihn auszuschalten. Um dies zu erreichen, manipulieren sie die Menge. Genauso wie ihn die Menge mit Palmzweigen, Jubel und einem Topplatz in der Beliebtheit in den Umfragen begrüßte, schaffen sie es in weniger als 5 Tagen, ihn für das gleiche Volk zum schlimmsten und gefährlichsten Verbrecher zu machen.

Außerdem hätte das Abendessen jeden erdrücken können. Er wäscht ihnen die Füße und sie kapieren es nicht, einer hat ein Schwert und ist bereit zu töten oder getötet zu werden. Ein anderer, der vorgibt, beleidigt zu sein, obwohl er ihn bereits verraten hat, dann gibt es den einen, der tratschen und wissen will, wer der Verräter sein wird, aber nicht, um daszu verhindern, sondern um es zu kommentieren und es jemand anderem zu erzählen. Es war nicht gerade ein festliches Abendessen mit viel Freude, ganz zu schweigen von der Verkündigung, die der Herr genau dort macht.

Aber da ist noch mehr, die Traurigkeit, die Qual, das Wissen, dass man dem Tod nahe ist, das ist nicht gerade ein Rosenbeet. Er fühlt einen unaussprechlichen Schmerz, er schwitzt Blut, er ist sogar kurz davor, dieses Opfer loswerden zu wollen…

Das Leben wird nicht ausgelöscht

Die folgenden Szenen sind bereits bekannt: ein gefälschtes Urteil, ungerecht, unter Verleugnung seines Namens und Davonlaufen seiner Jünger, Spott, Geißelung und Verhöhnung durch religiöse Autoritäten, die Menge, ein Verbrecher, und schließlich ein erschreckend schmerzhafter und erniedrigender Tod.

Und doch wird das Leben nicht ausgelöscht. Das Wort spricht wieder wie am Anfang, und alles wird neu erschaffen. Der Neue Adam stellt die Liebe Gottes wieder in den Mittelpunkt, die Herrschaft über die ganze Schöpfung, und erhebt sie in einen neuen Zustand, der niemals vergehen wird.

Der Herr ist auferstanden, und so ist die Hoffnung keine Illusion

Also, ja, ich wünschte, ich hätte die Messe haben können, ja, ich wünschte, ich wäre nicht in Quarantäne gewesen, ja, ich wünschte, ich könnte bei meiner Kernfamilie sein und mit meinen Brüdern im Liebesbündnis feiern, aber ich weiß, dass trotz all des Leidens, der Trauer und des Todes – ganz zu schweigen von den materiellen Kosten, dem Verlust von Geld und Arbeitsplätzen – der Herr auferstanden ist, und so ist die Hoffnung keine befremdliche Illusion, auch nicht das schlimmste aller Unglücke, wie Nietzsche sagte, und noch weniger eine Zeitverschwendung für etwas, das nichts ändert.

Por el contrario, es una verdad, es una certeza profunda, inquebrantable, que compromete toda la vida y mueve a no dejarse caer.

Im Gegenteil, Hoffnung ist eine Wahrheit, ist eine tiefe, unerschütterliche Gewissheit, die einen das ganze Leben verpflichtet und einen dazu bewegt, sich nicht fallen zu lassen.

Im Gegenteil, sie drängt uns, auch andere glücklich zu machen, denn weit davon entfernt, die Realität des Schmerzes zu leugnen, wissen wir, dass dies nicht die letzte Realität ist und dass der Tod nicht der Herr der Welt ist, sondern dass er etwas ist, das keine Macht mehr hat und nur vorübergehend ist.

Darum, auch wenn es seltsam ist, auch wenn ich nicht bei meiner leiblichen Familie und auch nicht bei meiner Schönstattfamilie bin, auch wenn ich nicht live und direkt die Osternacht feiern kann, dennoch:

Halleluja, der Herr ist auferstanden! Frohe Ostern!

Schönstatt-Heiligtum Madrid, Osternacht. Foto: Schönstatt-Patres Spanien

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