Nicaragua

Veröffentlicht am 2020-10-25 In Leben im Bündnis, Solidarisches Liebesbündnis in Zeiten von Coronavirus

Nicaragua will dir ein Haus bauen, Herr

NICARAGUA, Adriana Truque und Carlos Manuel Odio •


Die Feier des 18. Oktober 2020 war ein denkwürdiger Tag für die gesamte Schönstatt-Bewegung Nicaraguas, denn vierzehn Familien konnten noch einmal erleben, was 1914 geschah, als sie die Dreimal Wunderbare Mutter und Königin von Schönstatt baten, sich in ihren Häusern niederzulassen, durch die Segnung der ersten vierzehn Hausheiligtümer in diesem Land. —

Nach Abschluss des Jahres der ehelichen Werktagsheiligkeit begannen vierzehn Familien, sich auf die Durchführung des Hausheiligtums-Workshops vorzubereiten, bei dem sie die besondere Gnade entdecken sollten, die ihre Hausheiligtümer schenken würden, zusammen mit der Gnade der Beheimatung, der Wandlung und der apostolischen Aussendung, die alle Schönstattheiligtümer schenken. Außerdem ging es darum, den Namen ihres Heiligtums, das Motto, ihr ganz eigenes Symbol und Gebet finden.

Die „Mission Hausheiligtum“

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Mission Hausheiligtum

Zu diesem Zweck wurde im Februar, als die Pandemie in Mittelamerika noch kaum sichtbar war, die „Mission Hausheiligtum“ gestartet, in der einige Familien vor Beginn des Workshops nach Costa Rica reisten, um dort leben, verstehen und fühlen zu können, was ein Hausheiligtum ist. Die Mission begann und endete im Heiligtum der Familie der Hoffnung, um die Gnaden zu empfangen, und dann wurden vier Hausheiligtümer besucht, wo die Familien uns willkommen hießen, uns ihre Zeugnisse erzählten und uns ihre Hausheiligtümer zeigten, die nur eine Auswahl ihrer Zeugnisse von der Arbeit für die Heiligkeit der Ehe waren. Danach war das Endziel der Mission Hausheiligtum, alles zu vermitteln, was wir auf dieser Reise erlebt hatten. Als wir danach in Nicaragua ankamen, gab es ein Treffen unter den 14 Familien, um das Erlebte auszutauschen. Damit begann die Arbeit des Workshops in Nicaragua, die durch die Pandemie bald unterbrochen wurde.

Genau in dem Moment, als die Kirchen sich schlossen

Zuerst waren wir durch die Pandemie ziemlich demotiviert. Nach dem Enthusiasmus, mit dem wir diese Workshops durchführen wollten, mussten wir die persönlichen Treffen absagen, aber Gott sei Dank, und da er es immer schafft, das Beste aus jeder Situation zu machen, konnten wir alle Treffen virtuell wieder aufnehmen, mit dem Vorteil, dass man uns aus Costa Rica mehrere Themen aus den Workshops geben konnte. Während des Prozesses der Erarbeitung des Symbols der Gottesmutter konnten wir sogar einen Vortrag von Schwester María Auxiliadora hören, und für das Bild von Pater Kentenich hatten wir einen weiteren Vortrag des Postulators, Pater Eduardo Aguirre. Alles in allem, der gesamte Prozess war anders als gedacht, aber ausgezeichnet.

Genau zu dem Zeitpunkt, als die Kirchen schlossen, hatten wir einen starken Wunsch nach unserem Hausheiligtum, was uns alle motivierte, mit viel Liebe daran zu arbeiten. Und während anderswo Artikel gegen unseren Gründer im Umlauf waren, wurde seine prophetische Vision für uns alle immer deutlicher.

Gnadenkapital

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Mariano und Felicia bei der Erneuerung ihres Eheversprechens im Jahr 2019 – an ihrem 54. Hochzeitstag

Auch der Prozess der Hausheiligtumswerkstatt hatte seine Ecken und Kanten. In Nicaragua erreichte die Pandemie ihren Höhepunkt zwischen Mai und Juli, als viele Menschen erkrankten und starben. Unser lieber Don Mariano Buitrago, der den Workshop mit seiner Frau Felicia begonnen hatte, starb im Laufe des Workshops an Covid-19. Es war ein sehr schwieriger Moment, da er in der Schönstattfamilie sehr geliebt war, und noch mehr in seiner Gruppe, den „Verbündeten Jesu und Marias“, weil er wirklich ein Mitglied all ihrer Familien war. Dies war zweifellos das größte Angebot dieses Prozesses, der größte Beitrag zum Gnadenkapital.

Dennoch war es sehr rührend, dass Doña Felicia mit Hilfe der Familiengruppe, ihrer Familie und unter Berücksichtigung der Tatsache, wie gut sie ihren Mann nach 54 Jahren Ehe kannte, den Workshop abschließen konnte. Gestern segneten sie ihr Hausheiligtum „Divino Niño“ (Jesuskind), das die Gnade der Liebe schenkt, die sie während ihrer Ehe praktiziert haben und die für alle ein Vorbild war. Sie schenkt weiterhin diese Liebe, die jedoch von der Liebe Christi am Kreuz begleitet wird, wie sie in ihrem Hausheiligtumssymbol zum Ausdruck kommt.

„Wer macht so viel Freude?“

Die Einweihung des Hausheiligtums hatte eine zweifache Modalität. Nach der Bündnismesse im Heiligtum der Familie der Hoffnung feierte Pater José Luis Correa zusammen mit unseren Co-Beratern aus Costa Rica, Diego Fumero und Alexandra Martínez, den Segnungsritus durch die Zoom-Plattform vom Heiligtum aus, während die 14 Familien von ihren Häusern aus, die bald die ersten Hausheiligtümer in Nicaragua beherbergen würden, miteinander verbunden waren: “Nehmen Sie das Bild der Gottesmutter mit und räumen Sie ihm einen Ehrenplatz in Ihren Wohnungen ein. So werden diese selber zu kleinen Heiligtümern, in denen das Gnadenbild gnadenwirkend sich erweist, ein heiliges Familienland schafft und heilige Familienglieder formt”, sagte uns Pater José Luis Correa, unser priesterlicher Berater. Die Feier endete damit, dass Pater José Luis uns etwas fragte, das tief in der nicaraguanischen Eigenart verwurzelt ist: „Wer macht so viel Freude“, worauf wir alle antworteten: „Die Empfängnis Mariens“, und wie Pater José Luis uns erinnerte: „und die Segnung der Hausheiligtümer Mariens!“

106 Jahre später, in einem Priesterseminar…

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Von Costa Rica aus

Nach dem virtuellen Segen begaben sich die Familien in das erzbischöfliche Priesterseminar La Purisima, um die Messe mit allen Anti-COVID-Maßnahmen persönlich zu erleben, die Kommunion zu empfangen und unser Liebesbündnis zu erneuern. Die Messe begann mit einem Umzug mit den Bildern der Gottesmutter aus unseren Hausheiligtümern, während das Lied „Ich will dir ein Haus bauen, Herr“ erklang. Es begann mit dem Bespritzen der Bilder der Gottesmutter von unseren Hausheiligtümern und von uns selbst mit Weihwasser.

Es ist interessant, dass es in einem Priesterseminar war, in dem der Vorgang der Segnung der Hausheiligtümer abgeschlossen wurde, denn 106 Jahre zuvor waren es doch Jugendliche, die einmal Priester werden wollten, die die Gottesmutter eingeladen hatten, sich in einer kleinen Kapelle in Schönstatt niederzulassen.

Schönstatts Saaten in Nicaragua

Wie Pater Helio Cortez, der Rektor des Priesterseminars La Purisima, der die Messe in der Kapelle de Seminars zelebrierte, sagte: „Nichts ist Zufall“. Er hatte schon die Freude gehabt, das Schönstattheiligtum in Miami kennenzulernen, und es hatte ihn tief berührt, aber er wusste nicht, dass es Schönstatt in Nicaragua gibt. Außerdem sind wir, wie er selbst sagte, gekommen, um am Weltmissionssonntag 106 Jahre der unentgeltlichen Liebe Gottes zu feiern, die sich im Schönstattwerk manifestiert hat.

Er hat uns motiviert, als Hauskirchen die Sendung zu übernehmen, den Glauben zu verteidigen und zu hüten und dieVerehrung der Gottesmutter von Schönstatt zu verbreiten, die in Nicaragua noch nicht so bekannt ist, denn wir sind die Samen, die Gott in Nicaragua gesät ha; wie die Apostel seine wir gesandt, die Frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen. Gott selbst begleite uns auf diesem Weg. Er regte uns an, anderen Familien den Glauben weiterzugeben, damit in immer mehr Häusern in Nicaragua lebendige Hauskirchen entstehen.

 

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