Veröffentlicht am 19. März 2016 In Kampagne

Wunderbare Maria! Du überraschst mich immer neu!

MEXIKO,  Mayra Delgado de Yamallel •

Gestern abend bekam ich einen Anruf mit der Bitte, die Pilgernde Gottesmutter für Kinder in Lebensgefahr zu einem Ehepaar zu bringen, das bisher keine Kinder hatte bekommen können und jetzt mit Drillingen im fünften Monat sind. Es bestehe große Gefahr einer Frühgeburt, die Mutter sei im Krankenhaus…

„Warum lässt du dich nicht festkleben, Maria?“

Die Pilgernde Gottesmutter war bei einem anderen Paar. Heute am frühen Morgen bin ich losgefahren, um sie zu holen und zu der Mutter der kleinen Drillinge zu bringen. Beim Herausgehen stolperte die junge Mutter, die mir die Pilgermutter überreichte, vor meinen Augen über ihre eigenen Füße, die Pilgernde Gottesmutter fiel auf den Boden und der Ständer brach ab… O nein!

Ruhig versuche ich das Problem zu lösen. Ich gehe in den Do-it-yourself-Laden meiner Schwägerin und erbitte Silikon-Heißkleber… Nichts. Klebt nicht. Sie bringen mir Silikon-Kaltkleber, mit dem man Holzsockel verklebt… Auch nichts. Ich beschließe, in eine Papierwarenhandlung zu gehen und einen stärkeren Kleber zu kaufen. Drei Versuche und … auch das klebt nicht!

Die Verantwortliche der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter sagt mir am Telefon, am besten würde es mit einem Nagel gehen, aber mir fällt niemand ein, der das genau jetzt und auch gut machen könnte.

Ich fange an, nervös zu werden, einen großen Zeitdruck zu spüren, weiß auch nicht warum… Ich musste jetzt schnell jemanden finden, der das machen könnte!

Ab in eine Eisenwarenhandlung, da ist aber weit und breit kein Verkäufer zu sehen. So ein Pech! Ich gehe zur nächsten und der Inhaber sagt mir, dass er keine Nägel in anderer Leute Gegenstände klopft (Gegenstände!!!), aber er hätte da einen WUNDERKLEBER, mit dem er seinen Esstisch ohne einen einzigen Nagel zusammengebaut hätte.

Ich trage den Wunderkleber auf, drücke fünf Minuten fest an (mit der Uhr im Handy gestoppt), lasse los und plopp. Nichts klebt. Ich kratze die Reste ab und versuche es nochmal… Wieder nichts.

Nicht zu fassen, es klebt nicht! Ich rede laut (sehr laut) mir ihr, ja, mit der Muttergottes, von Angesicht zu Angesicht: „Warum willst du denn nicht, dass ich dich festklebe, Mensch Maria!“

Der Schreiner

Der Kunde neben mir (ich kenne ihn nicht) hat mich schon längere Zeit beobachtet. Er fragt mich, was das denn für eine Gottesmutter sei und schlägt vor, es mit einem Nagel zu machen. Ich sage ihm, das wäre ja die Idee gewesen, aber ich hätte keine Ahnung, wer das machen könnte, und ich oder genau genommen die Gottesmutter müsste schnellstmöglich ins Krankenhaus, wo sie dringend erwartet würde. Er bietet sich an, das zu machen. Er sagt mir, er wohne direkt um die Ecke und würde die Reparatur sehr gerne sofort machen. Und als ob es in Mexiko nichts an Unsicherheit und Kriminalität gäbe, fahre ich seelenruhig mit meinem Auto hinter dem unbekannten, gerade entdeckten Schreiner hinterher. Wir kommen zu seinem Haus, ich gebe ihm das Bild und nach wenigen Minuten kommt er zurück und drückt mir das Bild der Pilgernden Gottesmutter in die Hand, perfekt repariert. Er sagt, er habe leider nicht alle Kleberreste gut entfernen können… aber man sieht davon fast nichts! Ich sage ihm tausend Dank und fahre zum Krankenhaus. Dort treffe ich das Ehepaar, erzähle ihnen die ganze Odyssee und sage, irgendetwas wollte die Gottesmutter uns sicher mit all dem sagen.

Ich glaube, die Gottesmutter wollte bei ihnen mit Narben, mit Wunden erscheinen, um daran zu erinnern, dass sie für und um ihr Kind viel gelitten hat, und dass darum niemand besser verstehen und trösten könne als sie. Wir beten und die beiden nehmen die „kleine Gottesmutter“ mit großer Freude an.

Ihr tut weh, was uns weh tut

Als ich abends Marcelo, meinem dreizehn Jahre alten Sohn, davon erzähle, wird er sehr nachdenklich und sagt: „Ich glaube, Mami, dass Maria nicht wollte, dass du sie mit Kleber festmachst, weil sie wollte, dass wir einen Nagel einschlagen, so wie sie Jesus Nägel eingeschlagen haben. Denn sie wollte den Schmerz ihres Sohnes empfinden, und damit sagt sie uns, dass ihr weh tut, was uns weh tut.“ Das muss ich den Eltern der Drillinge sagen, denke ich…

Ich sage zu Marcelo, diese Dickköpfigkeit, die wir Mütter haben, die hätten wir wohl von ihr! So wie sie darauf bestanden hat, dass ihr Heiligtum GENAU auf dem Tepeyac erbaut würde, dass GENAU Juan Diego ihre Botschaft überbringt, wie sie sich nicht vom Fleck gerührt hat, bis Jesus sein erstes Wunder GENAU bei der Hochzeit zu Kana gewirkt hat… Aufpassen, wenn eine Mutter sich etwas in den Kopf gesetzt hat!

Eben bekam ich eine Whatsapp-Nachricht, dass die Drillinge schon auf der Welt sind. Sie wiegen zwischen 650 und 750 Gramm. Es ist nicht sicher, ob sie durchkommen. Aber sicher ist, dass Maria früh genug da war, um zu begleiten, zu trösten, Fürbitte einzulegen…

Auch dank eines Schreiners. Heiliger Josef, danke.

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