Veröffentlicht am 2020-07-27 In Projekte, Schönstatt im Herausgehen, Solidarisches Liebesbündnis in Zeiten von Coronavirus, Werke der Barmherzigkeit

Nachbarn des Bildstocks von Tres Rios, Unternehmer in der Pandemie

COSTA RICA, Tatiana López de Donato •

Das schöne Land, das einst ein Geschenk war, wurde in einen Bildstock mit großem Gelände für Gottesdienste, Feste und Begegnungen umgestaltet! Das alles in Verbundenheit mit den Menschen dort, die in der Gemeinde mit dem schönen Namen „La Unión de Tres Rios“, Vereinigung dreier Flüsse, wohnen, als wären sie „drei Flüsse“ lebendigen Wassers in der Heiligen Dreifaltigkeit. Als ob das noch nicht genug wäre, liegt sie in der Ortschaft Villa Hermosa, Schöne Stadt, wie Schönstatt. Die Nachbarn des Bildstocks haben bei den vielen Aktivitäten, die dort organisiert wurden, aktiv mitgearbeitet. Bei jeder Veranstaltung durften die Köstlichkeiten der Küche von doña Blanquita, das Kunsthandwerk von don Carmelo, der „Chilero“ (Salsa bestehend aus Essig, Zwiebeln, scharfen Chilis und Karotten) von doña Lorena, die Geschichten von don Rigo und vor allem die Freude und der Austausch mit diesen sehr wichtigen Mitgliedern unserer Schönstattfamilie nicht fehlen. —

Wir hatten keine Ahnung, dass es die letzte Begegnung für lange Zeit wäre

Das letzte Mal, als wir alle zusammen waren, am 8. März, haben wir die erste von vielen Aktivitäten eingeläutet, die wir für 2020 geplant hatten. Das üppige, grüne Gelände des Bildstocks war mit den bunten Fahnen der Familie geschmückt, die Freude unter den Anwesenden drückte sich mit Umarmungen, Lachen und einem Lächeln der geteilten Liebe zur Gottesmutter von Schönstatt aus. Die frische Bergluft strömte durch die Bäume und lud uns ein, dem Lied der Engel zu lauschen, die Gott die Ehre geben – und plötzlich, zwei Tage später, änderte sich alles. Die Pandemie kam und mit ihr die Einschränkungen wegen Covid-19.

Sie leben von Tag zu Tag  – und jetzt gibt es niemanden, der ihre Produkte kauft

Unsere Nachbarn sind mit einer harten Realität konfrontiert, auf die sie nicht vorbereitet sind. Die große Mehrheit lebt täglich mit wenigen Ressourcen und ohne Ersparnisse. Die Wirtschaft des Landes bleibt geschlossen, und es gibt niemanden, der ihre Produkte kauft oder ihre Dienstleistungen bucht. Das Brot, das Kunsthandwerk, der Chilero bleiben in den Regalen stehen.

Alejandros mechanische Werkstatt hat keine Kunden; Arturo hat keine Maurerarbeiten; Don Juan kann nirgends seine Mittagessen ausliefern. Unsere Nachbarn leiden, ihre Kreativität, ihre Hoffnungen und Träume werden beschnitten, und bald könnte der Hunger an ihre Türen klopfen.

Wir arbeiteten von Maria Ayuda Costa Rica mit der monatlichen Lieferung von Lebensmittelpaketen, aber irgendwie war uns das nicht genug, und wir gingen noch einen Schritt weiter: Wir unterstützten sie als Kleinunternehmer.

Mit den Talenten arbeiten und sie vermehren

Doña Lorena macht die Taschen, in die wir die Lebensmittelpakete packen, die wir an andere Gemeinschaften verteilen; mit Liebe genäht… vielleicht spüren es diejenigen, die sie in Empfang nehmen! Doña Blanquita macht uns, mit allen sanitären Anweisungen, die Mund-Nase-Masken, die wir in die Lebensmittelpakete legen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser kleinen Verkäufe haben es ihnen ermöglicht, die anfallenden Zahlungen für öffentliche Dienstleistungen und andere Verpflichtungen zu bewältigen; vor allem aber haben sie ihre Gesundheit verbessert. Bei sehr starken Schmerzen und Beschwerden, die jedoch nicht als Notfall für die Aufnahme in ein öffentliches Krankenhaus eingestuft wurden, ermöglichte das Geld aus diesen Verkäufen Doña Lorena, private medizinische Dienste in Anspruch zu nehmen und Hilfe zu erhalten. Herr, wir scheinen dich lächeln zu sehen, und angesichts deiner beunruhigenden Aussage fragen wir dich: „Wann haben wir dich krank gesehen und sind zu dir gegangen?

Don Carmelo, ein 85-jähriger Kunsthandwerker, verlor über Nacht seine Hauptkundschaft für seine Kreationen, da die von der Pfarrei organisierten Treffen für ältere Menschen geschlossen wurden und er keine Käufer mehr hatte. Wir haben uns gefragt, wie wir don Carmelo in dieses Projekt der Unternehmer einbinden könnten. Wir fanden die Antwort in seinem eigenen Garten, als wir Oregano, Minze, Petersilie und Koriander dort gepflanzt sahen. Don Carmelo würde kleine Kästen mit aromatischen Kräutern für Hausgärten vorbereiten.

Wir entdeckten neue Fähigkeiten bei jedem Nachbarn

Miguel sagt uns, dass er über die Aussetzung seiner Arbeit informiert worden sei; aber seine Zahlungsverpflichtungen seien nicht ausgesetzt worden. Im Gespräch mit ihm enthüllte er seine Möglichkeiten der Holzbearbeitung, so dass wir gemeinsam beschlossen, ein Projekt zu starten, um ein neues Konzept für Brotschneidebretter zu entwickeln.

In gleicher Weise war jeder unserer Nachbarn in Villa Hermosa, Einheimischer oder Migrant, in den Gedanken zu diesem Projekt ständig präsent. Wir haben uns darauf konzentriert, Ideen und Alternativen zu finden, die es ihnen ermöglichen, ihre Zeit zu nutzen, sich nützlich zu fühlen und ein Einkommen zu erwirtschaften, um die vielen Bedürfnisse zu decken, die sie haben. Es scheint, dass wir dieses Geheimnis der Liebe noch nicht zu Ende verstanden haben, und wenn wir dein Gesicht wieder voller Licht sehen, Herr, fragen wir dich in unserer Kleinheit: „Wann haben wir dich als einen Fremden gesehen und dich willkommen geheißen; oder nackt und dich bekleidet?“

In jedem Gegenstand, den wir kaufen, ist ein Gesicht und eine Geschichte

Alle diese Gegenstände, die das Ergebnis der Bemühungen der Anwohner von Villa Hermosa sind, haben das Gesicht eines jeden von ihnen. Wenn wir sie erwerben, strecken wir unsere Hände aus, um der Gemeinschaft zu helfen und gleichzeitig den Bildstock zu unterhalten. Jedes Kraut aus dem Garten von Don Carmelo, mit dem wir unsere Gerichte würzen, oder das Brot, das wir auf Miguels Brotbrett schneiden, wird uns die Gewissheit geben, dass die Engel in den Ländern des Bildstocks von La Unión weiter singen, denn Jesus, der Emmanuel, Gott mit uns, erlaubt uns, Hoffnung in die Gemeinschaft von Villa Hermosa zu bringen. „Wir danken dir… dass Schönstatt du hast auserkoren und Christus dort wird neu geboren“ (Himmelwärts, 6).

 

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