Veröffentlicht am 2020-07-27 In Haus Madre de Tuparenda, Projekte, Werke der Barmherzigkeit

Der große Traum von der wirtschaftlichen Eigenständigkeit von CMT

PARAGUAY, CMT, P. Pedro Kühlcke und Maria Fischer •

Wie kommt der Segen der „Sternsinger“, der als „Heilige Drei Könige“ verkleideten Kinder aus Deutschland, an die Front der zukünftigen Bäckerei von Haus Madre de Tuparenda? Ich muss zugeben, dass es eine Geschichte voller Magie, eines Traums, einer Hoffnung gegen jede Vernunft ist… —

Es war während einer Messe in einer Nachbargemeinde, im Januar, am Ende der Weihnachtszeit, in diesen Tagen, an denen in Deutschland Tausende von Kindern als Sternsinger durch die Straßen der Städte und Dörfer ziehen, um Weihnachtslieder zu singen und um Spenden für andere Kinder zu erbitten, die sich in weniger günstigen Verhältnissen befinden als sie selbst. Als Zeichen ihres Besuchs in den Häusern schreiben sie an die Tür jene Zeichen, die hier jeder kennt: C + M + B, Cristus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus, gefolgt von der Jahreszahl. Genau genommen  schreiben sie das heute nicht mehr mit Kreide über die Tür, sondern bringen einen Aufkleber auf, so wie die, die an diesem Abend an der Krippe in der Pfarrkirche liegen. Als der Pfarrer am Schluss der Messe sagt: „Diejenigen, die den Besuch verpasst haben, können da einen Aufkleber mit dem Segen finden und mitnehmen“, dachte ich: „Ich werde zwei nehmen. Einen für meine Tür und einen weiteren für ein Haus, das noch gar nicht existiert, das aber eines Tages zum Wohle vieler Kinder und Jugendlicher da sein wird.“ Ich dachte an die Bäckerei von Casa Madre de Tupārenda (CMT), deren Ausstattung von den „Sternsingern“ finanziert wird, diesen Kindern, die für andere Kinder auf die Straße gehen, in dieser schönen Tradition des Kindermissionswerkes Deutschland.

Der Aufkleber ist immer noch in meinem Haus und wartet auf die Reise, die ich wegen des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschieben musste. Aus diesem Grund habe ich auf mein Fotobearbeitungsprogramm zurückgegriffen, als heute, fast sieben Monate später, mitten in einer Pandemie und einem internen Sturm, der ganz Schönstatt durchschüttelt, die lang erwartete Nachricht eintraf: „Heute war die Bauabnahme der neuen Bäckerei auf dem Gelände der Casa Madre de Tupārenda.“

Der Aufkleber der Sternsinger aus Deutschland hat schon einen Platz auf einem Haus in Südamerika.

Eine Geschichte von Momenten am Rande des Abgrunds

Es ist wohl so. Wenn die Bäckerei erst einmal voll funktionsfähig ist und Gewinn abwirft, werden uns (vielleicht) diese SOS-Momente fehlen, in denen die Mittel von Casa Madre de Tupãrenda mangels staatlicher Subventionen, wegen Covid, wegen was auch immer, zur Neige gehen, und in denen wieder einmal diese ganze große Solidaritätsgemeinschaft rund um CMT ausfsteht und zu rufen scheint: Nein, wir werden es nicht scheitern lassen; nein, wir werden unsere Jungs nicht im Stich lassen; und ja, gegen alle Widerstände werden wir das Unmögliche versuchen und spenden und Spenden sammeln… und wir werden es schaffen.

Lehr-Bäckerei in der  CMT

Hin zu mehr wirtschaftlicher Eigenständigkeit

Von Anfang an und besonders jedem dieser SOS-Momente wuchs der Plan, eines Tages zumindest eine gewisse wirtschaftliche Selbstständigkeit zu erreichen. Um diesem Ziel näher zu kommen, gibt es als ersten großen Schritt nun bald die professionelle Bäckerei, die einerseits jungen Absolventen des CMT-Programms Arbeitsplätze anbieten wird und andererseits mit dem Verkauf ihrer Produkte ein konstantes Einkommen erwirtschaften kann. „Dieses lang erwartete Projekt entsteht als Antwort auf den ersten Schritt zur Schaffung eines zukunftsfähigen Kleinstunternehmens, das in der Lage ist, auf die Bedürfnisse des Programms selbst zu reagieren, wo sich jüngster Zeit wachsender Bedarf nach einem raschen Einstieg minderjähriger Absolventen von CMT ins Erwerbsleben zeigt,was auf dem freien Arbeitsmarkt schwierig ist, und eben auch, um einen konstanten Beitrag zur wirtschaftlichen Sicherung von CMT zu schaffen“, erklärte Ricardo Acosto im Artikl zum ersten Spatenstich am 12. Dezember des letzten Jahres.

„Die Bäckerei ist noch nicht fertiggestellt, es müssen noch Details und andere Teile fertiggestellt werden, die wir aus Geldmangel auf später verschieben werden. Aber wir haben die begründete Hoffnung, bald mit der Produktion beginnen zu können und auf diese Weise der angestrebten wirtschaftlichen Selbsterhaltung des Programms näher zu kommen“, erklärte Pater Pedro Kühlcke. „Wir können die Ausrüstung mit der Spende der Sternsinger kaufen, sobald wir Strom, Versicherung usw. haben“.

 

Fünf Brote in den Händen des Herrn

Es ist ein weiterer Schritt, ein Schritt, der es ermöglicht, jungen Menschen, die nie eine wirkliche Chance hatten, die Möglichkeit zu bieten, zu lernen, zu wachsen, an sich selbst zu glauben, gute Väter für ihre Familien zu sein, gute Väter von guten Familien, etwas, was sie selbst in vielen Fällen nie hatten. Jesus brauchte fünf Brote, um Tausende zu ernähren. Wie viele Brote aus dieser Bäckerei wird er brauchen? Wie viele „fünf Brote“ von uns wird Jesus brauchen, um dieses große Wunder zu vollbringen, das Leben von 20 jungen Menschen zu retten, die jetzt in CMT sind, und 20 weiteren, und 20 weiteren… und ihren Familien… und weiteren… Fünf Brote in den Händen Jesu können die Welt verändern, aber fünf Brote, die wir ihm heute anbieten und übergeben.

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Fünf Brote für Casa Madre de Tupãrenda. Nur die Brote. Das Wunder wirkt der Herr.

Bankverbindung:

Kontoinhaber: Schönstatt-Patres International e. V.
IBAN: DE91 4006 0265 0003 1616 26
BIC/SWIFT: GENODEM1DKM
VWZ: P. Pedro Kühlcke, Casa Madre deTupãrenda

 

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