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Veröffentlicht am 2021-02-07 In Kirche - Franziskus - Bewegungen, Themen - Meinungen

Selbtbeweihräucherung meiden und jede Krise als Chance zum Wachsen wahrnehmen

PAPST FRANZISKUS ZUR FOKOLAR-BEWEGUNG •

Am Samstag, 6. Februar, empfing Papst Franziskus in Privataudienz die 362 Teilnehmenden der Generalversammlung der Fokolar-Bewegung. Eine Gruppe war stellvertretend in der Aula Paul VI. im Vatikan anwesend, die Mehrheit über Internet zugeschaltet. Papst Franziskus ermutigte in seiner Ansprache alle Mitglieder der Fokolar-Bewegung, ihrem Charisma treu zu bleiben, indem sie es im Dialog mit den aktuellen sozialen und kulturellen Gegebenheiten weiter entwickeln. Er mahnte an, als Bewegung nicht um sich selbst zu kreisen und jede Krise als Chance zum Wachstum zu sehen. „Seid Zeugen der geschwisterlichen Liebe, die alle Schranken überwindet, und fördert so die Synodalität!“, sagte der Papst. Er schloss mit der Einladung, in Nachahmung der Fokolar-Gründerin Chiara Lubich in der Ausrichtung auf Jesus am Kreuz zu bleiben, dem Herzstück des Christentums und des Charismas der Fokolare.—

Eine dichte, eindringliche Rede, anwendbar auf jede Bewegung und „total anwendbar auf uns“, wie ein junger Schönstattpater kommentierte, als wir sie im Team von schoenstatt.org gelesen haben.

Als „Appetitmacher“ einige ausgewählte Sätze (eigene Arbeitsübersetzung)  als Motivation zu einer vertieften Lektüre und einem Austausch in unseren Gruppen oder hier, in diesem freien und unabhängigen Organ, das einen freien Raum für den freien Austausch eröffnen will, was ja die Bedeutung der inoffiziellen oder nicht-offiziellen freien Plattformen ist.

 

1 Das „Nach-dem-Gründer“

 

Um weiterhin ein lebendiger Ausdruck des Gründungscharisma zu sein.

Wie wir wissen, erfordert dies eine dynamische Treue, die in der Lage ist, die Zeichen und Bedürfnisse der Zeit zu deuten und auf die neuen Herausforderungen der Menschheit zu reagieren.

Jedes Charisma ist kreativ, es ist keine Museumsstatue, nein, es ist kreativ.

Es geht darum, der ursprünglichen Quelle treu zu bleiben, sie neu zu überdenken und sie im Dialog mit neuen sozialen und kulturellen Situationen auszudrücken. Der Baum hat sehr solide Wurzeln, aber er wächst im Dialog mit der Realität

Selbstbeweihräucherung erweist dem Charisma keinen guten Dienst. Nein. Vielmehr geht es darum, jeden Tag mit Staunen – ohne das Staunen zu vergessen, das die Gegenwart Gottes hervorruft -, das freie Geschenk wahrzunehmen, das Sie erhalten haben, in dem Sie Ihr Lebensideal gefunden haben und mit Gottes Hilfe versuchen, ihm mit Glauben, Demut und Mut zu entsprechen, wie die Gottesmutter Maria nach der Verkündigung.

 

2 Bedeutung der Krise

 

Es besteht immer die Versuchung, eine Krise in einen Konflikt zu verwandeln. Konflikt ist hässlich, er kann hässlich werden, er kann spalten, aber Krise ist eine Chance zum Wachstum.

Jede Krise ist ein Ruf zu einer neuen Reife; sie ist eine Zeit des Geistes, eine Zeit der Notwendigkeit, sich zu erneuern, ohne angesichts der menschlichen Komplexität und ihrer Widersprüche entmutigt zu werden. Heute wird viel Wert auf die Bedeutung der Resilienz angesichts von Schwierigkeiten gelegt, d.h. die Fähigkeit, ihnen positiv zu begegnen und daraus Chancen zu ziehen. Jede Krise ist eine Chance für Wachstum.

Es ist die Aufgabe derer, die auf allen Ebenen Regierungspositionen innehaben, sich zu bemühen, den gemeinschaftlichen und organisatorischen Krisen auf die beste und konstruktivste Weise zu begegnen.

 

3  Spiritualität mit Kohärenz und Realismus leben

 

Was die Verpflichtung außerhalb der Bewegung betrifft, ermutige ich Sie – und hier hat die Dienerin Gottes Chiara Lubich so viele Beispiele gegeben! – Zeugen der Nähe zu sein mit geschwisterlicher Liebe, die jede Barriere überwindet und jede menschliche Situation erreicht. Überwinden Sie Barrieren, ohne Angst! Es ist der Weg der geschwisterlichen Nähe, der die Gegenwart des auferstandenen Herrn auf die Männer und Frauen unserer Zeit überträgt, angefangen bei den Armen, den Letzten, den Ausgestoßenen; gemeinsam mit Menschen guten Willens für die Förderung von Gerechtigkeit und Frieden arbeiten.

Was die Verpflichtung innerhalb der Bewegung betrifft, so ermahne ich Sie, immer mehr Synodalität zu fördern, damit alle Mitglieder als Verwahrer desselben Charismas Mitverantwortung tragen und am Leben des Werkes Mariens und seinen spezifischen Zielen teilhaben.

Diejenigen, die die Verantwortung für die Leitung haben, sind aufgerufen, eine transparente Konsultation nicht nur innerhalb der Leitungsgremien, sondern auf allen Ebenen zu fördern und zu verwirklichen, kraft jener Logik der Gemeinschaft, nach der alle ihre eigenen Gaben, ihre eigenen Meinungen in Wahrheit und in Freiheit in den Dienst der anderen stellen können. 

 

 

 

ANSPRACHE VON PAPST FRANZISKUS AN DIE GENERALVERSAMMLUNG DER FOKOLAR-BEWEGUNG (Arbeitsübersetzung)

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