Veröffentlicht am 2015-07-31 In Urheiligtum

Apostel lass mich werden… Franz Reinisch ganz aktuell

Von Maria Fischer, Redaktion schoenstatt.org •

„Ich denke, rede und handle nicht, was und weil es andere denken, reden, handeln, sondern weil das meine innere Überzeugung ist!“ – Ein Wort von Pater Franz Reinisch, dessen Seligsprechungsprozess im Mai 2013 in Trier eröffnet wurde. Er war Pallottiner, er war Schönstätter, er war ein Mensch, der sich seinem Gewissen so verpflichtet fühlte, dass er dafür in den Tod ging.

Am 21. August 1942 wurde Reinisch in Brandenburg hingerichtet. Auch in diesem Jahr wird diesem bedeutungsvollen Datum mit einer Station an seinem Grab neben dem Urheiligtum in Vallendar-Schönstatt gedacht. Um 20.15 Uhr versammeln sich am 21. August 2015 alle Reinisch-Freunde, um gemeinsam mit dem Vizepostulator des Seligsprechungsprozesses für Pater Franz, P. Adalbert Kordas ofm, des mutigen katholischen Priesters zu gedenken.

Zwei Tage später, am 23. August, wird P. Kordas in einem Gottesdienst um 9.00 Uhr in der Hochschulkirche der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar (PTHV) in seiner Predigt an P. Franz Reinisch erinnern.

Kaum ein Treffen der Schönstattjugend in Lateinamerika, bei dem nicht die Franz-Reinisch-Hymne geschmettert wird: Apostel lass mich werden… Ein Lied für das zweite Schönstattjahrhundert. Da passt es auch, dass ein Raum im neuen internationalen Schönstattzentrum in Belmonte, Rom, den Namen von Franz Reinisch trägt. Das Bild für diesen Raum hat Papst Franziskus am 25. Oktober bei der Jubiläumsaudienz der Schönstatt-Bewegung gesehen und gesegnet.

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Dreharbeiten zum Film über P. Franz Reinisch stehen kurz vor dem Abschluss

Seit Mai 2013 läuft im Bistum Trier der Seligsprechungsprozess für den Pallottinerpater Franz Reinisch. Der Tiroler fand in Vallendar-Schönstatt seine spirituelle Heimat. Hier liegt er auch begraben. Seit vergangenem Jahr dreht ein Team Medienschaffender rund um den Postulator des Seligsprechungsprozesses, Prof. P. Dr. Heribert Niederschlag SAC, einen Dokumentarfilm über den mutigen Ordensmann, der 1942 von den Nazis hingerichtet wurde. Die Dreharbeiten führten die „Reinisch-Reisenden“ an verschiedene Orte in Deutschland, Österreich und Italien. Ende Juni dokumentierten die Filmemacher die Kindheitstage und Priesterjahre Reinischs.

Von Vallendar nach Bruchsal über Immenstaad am Bodensee nach Rankweil, Feldkirch und Salzburg. Die dritte Etappe der so genannten „Reinisch-Reise“, die das Filmteam bereits im April 2014 begonnen hat, führte die Mitstreiter von P. Heribert Niederschlag an die Orte der frühen Kindheit Reinischs und seiner späteren Priesterjahre. Erst im vergangenen April hatten sie sich zuletzt auf seinen „Schicksalweg“ begeben. P. Franz Reinisch hatte bei seiner Einkleidung in der Kaserne in Bad Kissingen den Fahneneid auf Hitler verweigert. Daraufhin wurde er mit einem Zwischenstopp in Bamberg nach Berlin-Tegel ins Gefängnis gebracht, nach einigen Wochen nach Brandenburg-Görden verlegt und dort mit dem Fallbeil hingerichtet.

Nach der Dokumentation der Stationen seiner letzten Lebensmonate und der bereits im April 2014 abgedrehten Aufnahmen an den Orten seiner Jugend-, Noviziats- und Jungpriesterzeit in Innsbruck, Brixen und Bozen, ging es für die Filmemacher nun zunächst nach Bruchsal.

Hier kam P. Reinisch vor allem in den Jahren 1931 und 1932 zur Erholung ins St. Paulusheim der Pallottiner. Aber auch Aushilfen standen dort mehrfach auf seinem Programm, im Gefängnis oder im so genannten Siechenhaus, umliegenden Gemeinden und natürlich im Paulusheim. Ab August 1932 ist Franz Stellvertreter des Rektors in Bruchsal. Doch nur einen Monat lang, denn im September zieht es ihn nach Salzburg zum Studium. Als Pallottinerpater wird er sich in den folgenden Jahren immer wieder für kurze Zeitabstände in Bruchsal aufhalten.

Auf dem Hersberg in Immenstaad am Bodensee, dem nächsten Halt für das Drehteam, lebt einer der wichtigsten Reinisch-Kenner, der durch seine jahrelange Recherchearbeit als Postulator für die Vorbereitung des Seligsprechungsprozesses eine fundierte Basis geschaffen hat: P. Dr. Werner Weicht SAC. Akribisch hat der Pallottiner in den vergangenen Jahrzehnten die Arbeit seiner Vorgänger weiterverfolgt und Reinischs Lebenswege nachgezeichnet. Auf Schloss Hersberg war Reinisch unter anderem, um Exerzitienkurse zu halten.

Knapp 75 Kilometer entfernt liegt das österreichische Rankweil, wo Reinischs Eltern Maria und Franz getraut wurden. Direkt angrenzend der Ort Feldkirch, wo der kleine Franz geboren wurde und die ersten Monate seines Lebens verbrachte. Elternhaus, Taufkirche und Kapuzinerkloster zeugen von der beginnenden Existenz eines Menschen, der mit seiner Gewissenentscheidung Geschichte schreiben sollte.

Der letzte Drehort auf dieser Etappe der „Reinisch-Reise“: das Johannes-Schlößl in Salzburg. Hier studierte Franz Theologie. Wegen des Predigtverbotes in Deutschland, das ihm die Nazis aufgrund seiner offenen Worte auferlegt haben, wird er von August 1937 bis Februar 1941 erneut auf dem Mönchsberg in der Mozartstadt eingesetzt, diesmal aber in der Berufungspastoral und als Vizerektor und Präfekt der Studenten.

Der Film über den schicksalhaften Lebensweg des Pallottinerpaters Franz Reinisch von Angela Marlier und Pascal Nachtsheim wird voraussichtlich im kommenden Jahr auf DVD erscheinen.

Ausführliche Informationen zu den Drehorten finden Sie im Reise-Tagebuch der „Reinisch-Reisenden“, das in der vergangenen Woche auf der Facebook-Seite für P. Franz Reinisch veröffentlicht wurde.

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Mit Material von www.franz-reinisch.org/Pressemeldungen

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