Männerwerkstatt

Veröffentlicht am 2022-07-06 In Leben im Bündnis

„Kirche heute & synodaler Weg – … und warum bin ich noch dabei?“

DEUTSCHLAND, Peter Hagmann • 

Es ist der erste Sonntag im Juli, Sommer, Urlaubsgefühl… Und knapp 20 Männer finden sich vor den Bildschirmen ein und reden über Kirche, Synodaler Weg und ihren ganz persönlichen Glauben. Utopie? Keineswegs. Es ist der erste von drei Abenden zum Thema, angeboten und gestaltet von der „Männerwerkstatt“, offen für alle Männer. Und sie sind da. —

Wir haben uns in unserer neuen Trilogie ein extrem anspruchsvolles Thema vorgenommen, sagt Peter H. zu Beginn. „Kirche heute & synodaler Weg – … und warum bin ich noch dabei?“

Viele Menschen, speziell in Deutschland, haben viele Hoffnungen in den synodalen Weg gesetzt, doch bleibt die Frage offen, ob schlussendlich nach langer Diskussion es nur eine Mehrheit gibt, nämlich die der Frustrierten.

Die Kirchenaustritte vermelden Höchstzahlen, und die Kritik an der Kirche konzentriert sich meist auf wenige Punkte, die immer wieder erwähnt werden. Der Stuttgarter Katholikentag im letzten Monat war zwar eine atmosphärisch sehr gute Veranstaltung, aber überall war zu spüren, dass deutlich größer geplant wurde, als schlussendlich Besucher kamen.

Dennoch befassen wir uns mit diesem Thema „Kirche heute & synodaler Weg – … und warum bin ich noch dabei?“ Dabei geht es weniger um Kirche als Institution, sondern um Kirche als Gemeinschaft und um unsere emotionale Bindung an diese Gemeinschaft der Gläubigen.

Der Moderator begrüßt Sven B., der an diesem Abend seinen Weg zum Glauben und zur Kirche schildert. Er unterscheidet sich damit ganz wesentlich von vielen anderen Christen, die über die christliche Erziehung kirchlich geprägt und eingeführt sind.

Er hat sich erst vor wenigen Jahren zur Erwachsenentaufe entschieden und hat somit einen ganz anderen Blick auf die Kirche, als Menschen, die schon immer mehr oder weniger mit dieser Kirche im Kontakt stehen.

Die Suche nach der Wahrheit

Sven B., Mitte vierzig, der an diesem Abend aus seinem Leben berichtet, wurde bewusst atheistisch erzogen, und Kirche hatte für ihn nicht mehr Bedeutung als ein Bundesliga-Verein im Fußball oder Handball.

Sven berichtet den Teilnehmern über seinen Weg, seine lange Suche nach der „WAHRHEIT“, die schon mit 18 Jahren bei ihm begann. Mit Anfang vierzig hatte er sein Berufungs-Erlebnis in diese Kirche und zu Gott. Es war der bewusste Ruf in die katholische Kirche. Die Religion, die er sich bis dahin selbst gebastelt hatte, war eine Mischung aus Islam, Christentum, Buddhismus, Hinduismus und anderen Elementen.

Sven erlebt es als eine intensive Suche nach der Wahrheit, der Liebe, dem Sinn seines Lebens. Am Tiefpunkt seiner Stimmungslagen hört er tatsächlich Jesus, der ihm zuruft: „Kehr um!“

Er lernt, Vertrauen zu haben, Verantwortung abzugeben und sich angenommen zu spüren! Das sind für ihn existenzielle Erfahrungen, die ihm deutlich machen: Hier erlebe, hier spüre ich das Wirken Gottes!“

Männerwerkstatt

Foto: Cathopic

Die Wahrheit, die frei macht

Die Auseinandersetzung, auch die Erfahrung mit Kirche ist völlig neu: Der Katechismus bringt viel Neues, aber auch Unverständliches und vieles, was mit dem bisherigen Weltbild und Selbstverständnis nicht zu vereinbaren ist. In diesem ganzen Prozess spürt Sven die bedingungslose Liebe Gottes, erlebt Jesus als DIE Wahrheit, die frei macht. Eine Lebensbeichte lässt ihn diese heiligmachende Gnade der Umkehr und Vergebung spüren. Die Beichte wird für ihn zur Begegnung mit Jesus.

Communio – mehr als so ein Wir-Gefühl

Er erlebt aber auch Gemeinschaft im Glauben, die sich deutlich unterscheidet von seiner alleinigen und einsamen „Gott-Suche“, die er auch als sehr schmerzhaften Prozess erleben musste.

Er spürt, dass diese „communio“, diese Verbindung über die eucharistische Gemeinschaft ein ganz besonderes Band darstellt, eine Gemeinschaft im Glauben, die etwas anderes ist, als die Geselligkeit oder das „Wir-Gefühl“ eines Kegelclubs. Bei seinem persönlichen Zugang zur Eucharistie und der eucharistischen Gemeinschaft der Christen sieht er sich noch ganz am Anfang, spürt aber intuitiv, dass hier ein mystisches Geheimnis des katholischen Glaubens auf ihn wartet und entdeckt werden will.

Sven erfährt den Glauben als eine „freimachende Wahrheit“, lernt sich anzuvertrauen und sich weniger für alles verantwortlich zu fühlen. So fühlt es sich heute für ihn an wie ein „Leben vor der Taufe und ein Leben nach der Taufe!“

Die Gemeinschaft als weiterer wichtiger Aspekt erlebt er als sehr förderlich und verbindend, spürt in diesen verschiedenen Gemeinschaften, wo er sich engagiert, eine große Offenheit und Wertschätzung.

Kirche als Hierarchie erlebt er eher als eine „Brüderlichkeit und Autorität“, hat aber bislang da auch noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Er sieht kirchliche Autoritäten eher in der Rolle „des großen Bruders“, von dem er lernen kann.

Mission

Ein weiteres großes Thema ist für Sven die Mission, die Verkündigung, weil er diese Freude, die er im Glauben erleben darf, gerne teilen möchte mit anderen Menschen. Hier hat er bereits einige Dinge gestartet, die er sich selbst nie zugetraut hätte, wie z.B. in der Gemeinde neue Gemeinde-Mitglieder zu begrüßen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen oder aber auch das Gebet in der Öffentlichkeit.

In der anschließenden Gesprächsrunde werden diverse Themen angesprochen und auch persönliche Erfahrungen ausgetauscht. Jim aus Sydney/Australien erzählt, dass er die Geschichte von Sven in nicht viel anderer Form auch selbst erlebt hat.

Nach einem abschließenden Gebet durch den Moderator Peter H. endete der Abend wie immer gegen 21:30 Uhr.

Die weiteren Termine

7.Aug. 2022 19:45

4.Sept. 2022 19:45

2.Okt. 2022 19:45

6.Nov. 2022 19:45

4.Dez. 2022 19:45

Anmeldung, Einwahldaten und mehr: www.maennerwerkstatt2022.org

 

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