Marco

Veröffentlicht am 2022-07-06 In Leben im Bündnis, Schönstätter

Wir alle trauern um Marco Calzada

COSTA RICA / SPANIEN, Barbara de Franchesi •

Wir alle trauern um Marco Calzada. Es gab keinen Abstand, keine Zeit. Dort, wo es einen Schönstätter gab; dort, wo die Nachricht vom Tod eines jungen Mannes, der auf dem Heimweg überfallen wurde – ein junger Mann, gesund, lebensfroh und hochherzig, der jedes unserer Kinder hätte sein können – gab es Tränen und Dankbarkeit. Und wie diejenigen, die ihn wirklich kannten, sagten, gab es einen Sieg. —

Ich hatte nicht das Glück, Marco zu kennen, aber ich habe das Privileg, seine Eltern und seine kleinen Schwestern zu kennen und die Ignis Mundi-Gemeinschaft, in der sie Mitglied sind. Eine Gemeinschaft, die im Schatten des Heiligtums entstanden ist, die in der Schönstatt-Pädagogik geformt wurde und vom Liebesbündnis mit Maria geprägt ist. Eine missionarische Laiengemeinschaft, die es verstanden hat, mit Radikalität und Kühnheit auf den Wunsch zu antworten, dass Schönstatt hinausgeht, um die Ärmsten zu treffen.

Liebe und Barmherzigkeit

In diesem Rahmen haben wir am frühen Sonntagmorgen in Costa Rica und am Mittag in Spanien erfahren, dass Gabi und Mario, Marcos Eltern, sein Bett leer vorgefunden haben. Aus Sorge über seine Abwesenheit wurden wir gebeten, intensiv für sein Verschwinden zu beten, und seither hat eine ununterbrochene Gebetskette nicht aufgehört, denn wir alle spürten, dass ein Schwert die Herzen der besorgten Eltern, der kleinen Mädchen, die Hand in Hand mit ihrem älteren Bruder aufwuchsen, der Freunde, die ihn in der Nacht zuvor verabschiedet hatten, seiner Schönstattgruppe, seiner Schulfreunde und seiner salesianischen Gemeinschaft, seiner Missionsgemeinschaft Ignis Mundi durchbohren würde. Das Herz uns allen, die wir sie kannten, wo immer wir sie getroffen haben. Ein Blitz fiel vom Himmel. Ein paar Stunden später erfuhren wir, dass Marco von ein paar Jugendlichen umgebracht worden war. Erstochen für ein Handy.

Die unvorstellbaren Schmerzen seiner Eltern hinderten sie nicht daran, für ihren Sohn zu danken. Weder die Fragen noch Klagen in ihren Herzen kamen zur Sprache. Wir haben nur ihre Tränen aus Blut, ihre Worte des Dankes und der Vergebung und Barmherzigkeit „geerntet“. Wir haben das Schlimmste des Bösen im Tod erlebt, aber wir haben auch den größten Sieg Gottes über das Böse erlebt: Liebe und Barmherzigkeit.

Das Kreuz Christi umarmen

Gabi und Mario tragen auf ihren Köpfen die die Krone der Schmerzensmutter. Die Krone, die nur wenige tragen können, aus ihrem Platz im Herzen Gottes. Mit der Kraft des Blitzes, der auf sie niederging, sind sie in die offenen Arme Christi gesprungen und in die unendliche Umarmung der Unermesslichkeit des Himmels geschmolzen. Dort haben sie ihren Sohn zurückgelassen, der ihnen 19 Jahre lang anvertraut war, der in ihrem Bauch geboren wurde, der ihnen seine Liebe, Großzügigkeit, Freude, Vertrauen, Treue zu seinen Wurzeln, Hingabe… und so viele andere Dinge gegeben hat. Und Marco ist weg. Aber Gott hat seine Spuren hinterlassen und die Saat gut eingepflanzt, die schon jetzt viele Früchte trägt, Früchte in Hülle und Fülle.

Danke, Marco, Gabi und Mario, denn jetzt wissen wir und haben mit euch gelebt, was es bedeutet, das Kreuz Christi anzunehmen, nicht in seiner Niederlage, sondern in seinem Sieg. Ihr habt uns in die ersten Jahrhunderte der christlichen Ära zurückversetzt, in denen es nicht um das Haben, sondern um das Sein ging. Dabei ging es nicht darum, das Leben zu gewinnen, sondern es zu verlieren, um den Himmel zu gewinnen. Mögen wir das auf unserer Reise nicht vergessen. Wir danken euch von ganzem Herzen.

Danke, Marco. Wie Pater José Luis Correa in seiner Predigt sagte, bist du ein Märtyrer der Güte. Schönstatt und innerhalb Schönstatts die Gemeinschaft Ignis Mundi, der ich mich heute in ihrer Trauer und ihrem Schmerz, aber auch in ihrer Hoffnung und Dankbarkeit für das, was du warst und vom Himmel aus bist, besonders anschließe, haben das große Geschenk, dich gehabt und geliebt zu haben. Du wirst ein Licht für viele sein, denn du wirst wie ein Stern leuchten.

Marco

Mario Calzada, der Vater von Marco Antonio Calzada Valverde, bei der Beerdigung

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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