Roma

Veröffentlicht am 2022-01-13 In Leben im Bündnis

So habe ich die Vorbereitung auf Weihnachten erlebt

ITALIEN, Patricia Manson •

Seit fünfzehn Jahren trifft sich Woche für Woche eine kleine Gruppe von Schönstättern jeden Mittwoch im Cor Ecclesiae-Heiligtum in Rom, um den Rosenkranz zu beten. Wann immer es möglich war und ich eine Mitfahrgelegenheit finden konnte, da ich nicht Auto fahre, schloss auch ich mich ihnen gerne an, um an einem Gebetstreffen teilzunehmen, das für mich, die ich in einem protestantischen Umfeld aufgewachsen bin, ziemlich neu war. —

Ich muss zugeben, dass es mir anfangs schwerfiel, mich auf den Rhythmus und die Kadenz dessen einzulassen, was mir – bitte verzeihen Sie mir! – wie eine endlose „Litanei“ erschien. Aber nur am Anfang, denn schon sehr früh ließ auch ich mich von dieser lieben Mutter an die Hand nehmen, um mit ihr die verschiedenen Etappen des Geheimnisses des Sohnes zu durchlaufen, auf dem Weg seines und unseres Lebens, bis zum Ende und darüber hinaus.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade… Ein Gebet, das sich nicht mehr nur auf eine Stunde in der Woche beschränkt, sondern mich jetzt bei langen Spaziergängen in Rom begleitet, sei es allein oder inmitten von Menschenmengen, die Masken tragen. Ein Gebet, das, wenn man darüber nachdenkt, dem unermesslichen Leid und den verschiedenen Formen der Einsamkeit, die die Realität von Covid-19 mit sich bringt, ein tieferes Verständnis und einen höheren Wert verleiht. Wir gehen durch die Straßen der Stadt, Maria und ich, zwei Frauen zusammen, aber nie allein. Wo die Mutter ist, da ist auch immer der Sohn mit seiner sicheren und schützenden Allgegenwart, auf Straßen, die etwas anders geworden sind als früher.

Vier Etappen auf dem Weg mit dem heiligen Josef

Und wo sie ist, da ist auch er, der liebe heilige Josef, der mit seiner stillen und doch beruhigenden Präsenz und seinem großen Glaubensvorbild immer an unserer Seite ist. Für den Fall, dass wir seine väterliche Präsenz unterschätzen, die im Schatten Marias oft kaum wahrgenommen wird, ganz zu schweigen von der des Sohnes, hatten wir in der Adventszeit eine wunderbare Gelegenheit, über die Person Josefs nachzudenken, gerade bei den Treffen des meditativen Rosenkranzes am Mittwoch im Cor Ecclesiae-Heiligtum: Vier Etappen auf dem Weg mit dem heiligen Josef, auf dem Weg zu Weihnachten. Dieses ganz besondere Ereignis wurde von Laura und Giacomo Brunelli, Pamela Fabiano und Sr. Julie Brcar organisiert und sorgfältig vorbereitet.

Erste Etappe: Innehalten

Wie der Redner dieses ersten Treffens, Prof. Guido Tracanna, Dichter und Religionsprofessor, betonte, ist die Versuchung, innezuhalten, sich zum Stillstand kommen zu lassen, sehr stark, wenn wir uns mit etwas konfrontiert sehen, das unsere Pläne, Träume, Ideen und wertvollen Projekte durchkreuzen könnte. Auch Josef hätte am liebsten alles abgebrochen, als er entdeckte, dass das Kind, das Maria erwartete, nicht von ihm war! Und das hätte er auch getan, wenn er nicht der gerechte Mann gewesen wäre, als der er sich erwies. Stattdessen ging er weiter, vielleicht mit langsameren Schritten, weil er über die Ereignisse nachdachte, die sich ereigneten, aber er ging weiter, ohne anzuhalten.

Zweite Phase: Annahme

Ja, Josef glaubte, ohne zu verstehen: „Wer glaubt, braucht keine Erklärung“ (Thomas von Aquin). In seinem Glauben kann Josef mit Abraham verglichen werden, denn auch er glaubte nicht so sehr an den Plan, den er ohnehin nicht verstehen konnte, sondern an die Person, die zu ihm über den geheimnisvollen Plan sprach, von dem er eingeladen wurde, ein Teil zu werden. Durch den Glauben nimmt Josef die Einladung an, denn er weiß, wie man zuhört. Dies war der Kern der Meditation von Pater Facundo Bernabei, Leiter der Schönstatt-Bewegung in Italien.

Dritte Etappe: Zuhören

Am dritten Mittwoch im Advent war unser Meditationsleiter Msgr. Vincenzo Francia, Mariologe und Professor für Marien-Ikonographie am Marianum in Rom. Auf wunderbare Weise zog er die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich und betonte den großen Unterschied zwischen dem Hören, denn wir sind ja nicht taub, und dem Zuhören, das heißt, den Blick tatsächlich auf die Stimme zu richten, die man hört, und ihr unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Wahre Bekehrung beginnt mit dem Zuhören. Erst in diesem Moment war Josef bereit, den Weg, der ihn erwartete, zu begreifen und zu beschreiten.

Vierte Etappe: Geben

Bei diesem letzten Treffen vor Weihnachten war unser Führer zufällig – und ich glaube, nicht nur zufällig – Giacomo Brunelli, ebenfalls ein Bräutigam an der Seite seiner Frau Laura, die ein Kind erwartet. Sein Zeugnis als Ehemann und zukünftiger Vater bildete den perfekten Abschluss dieser Adventstreffen. Um unsere besondere Reise auf perfekte und berührende Weise abzuschließen, gab Giacomo ein persönliches Zeugnis über seine und Lauras Erfahrungen mit dem Rosenkranz, den sie als Ehepaar treu im Heiligtum beten. Für sie bedeutet das Schenken in allen Bereichen ihres Lebens – Arbeit, soziales Leben, Aufmerksamkeit für andere – ein Schenken der Liebe, die sie aus dem Gebet schöpfen.

Und so schlossen wir das Jahr in Erwartung von Weihnachten in der Gesellschaft von Maria und dem heiligen Josef ab, die Papst Franziskus besonders am Herzen liegen und während des ihm gewidmeten Jahres in besonderer Weise verehrt werden. Angeregt durch unsere Begleiter beim Rosenkranz, sind wir noch einmal alle Etappen durchgegangen: innehalten, aufnehmen, zuhören und dann geben. Was für eine Strecke haben wir zurückgelegt! Und nun, da die Ferien vorbei sind und wir zu unseren üblichen Mittwochstreffen zurückkehren, gehen wir weiter, bereichert und gestärkt.

Danke Danke Danke! An alle Organisatoren und Teilnehmer, die sich gegenseitig und füreinander dieses wunderbare Geschenk gemacht haben.

Roma

Original: Italienisch, 13.01.2022. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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