Veröffentlicht am 25. November 2018 In Kentenich

Josef Kentenich ist ein Teil von Gymnich

DEUTSCHLAND, Maria Fischer •

Vorbei sind die Zeiten, als ein Mitarbeiter der Stadt Erftstadt durch einen Internet-Bericht über ein Theaterstück in Paraguay von jenem Joseph Kentenich erfuhr, der in einer der eingemeindeten Ortschaften seiner Stadt geboren wurde… Der Förderverein „Geburtshaus Pater Joseph Kentenich“ hat mit großem Einsatz und in guter Anpassung an die lokalen Gegebenheiten den Gründer Schönstatts zu einem Gymnicher gemacht, auf den die Gemeinde stolz ist und mit dem sie sich verbunden weiß.  Mit Pfarrer Joseph Pikos und den Verantwortlichen der Pfarrgemeinde St. Kunibert im Bund, gestaltet der Förderverein unter anderem jedes Jahr eine Feier zum Geburtstag Joseph Kentenichs. —

So auch an diesem verregneten 24. November 2018, an dem die Aktivitäten in der Vorabendmesse der Gemeinde ihren Abschluss und Höhepunkt fanden. „Zwei Stunden im Geburtshaus, die Zeit verging unheimlich schnell, dann nur schnell nach Hause, umziehen und in die Messe“, erzählt eine Gymnicherin einer anderen vor der Kirchtür. Etwas außer Atem, aber zufrieden.

Angekommen

Dabei waren die Gymnicher fast unter sich bei der heiligen Messe in der Kirche St. Kunibert, in der Joseph Kentenich am 19. November 1885 getauft wurde und wo er seine ersten Erfahrungen mit der Kirche gemacht hat – frohe, tiefe und leidvolle. Eine längst verstorbene Nachbarin, etwa 10 Jahre später als Kentenich in Gymnich geboren und aufgewachsen, erzählte oft davon, dass ihre Schulkameradin, „unehelich“ wie Joseph Kentenich, mit ihrer Mutter beim Gottesdienst hinten im Windfang der Kirche stehen bleiben mussten, weil sie das Kirchenschiff nicht betreten durften. Sollte es Joseph und Katharina anders ergangen sein?

An diesem Abend steht auf dem Hochalter ein großes gemaltes Bild der Pilgernden Gottesmutter, dessen Kreuz dem Schönstattlogo nachgebildet ist.  Es passt richtig gut in diese Kirche. Auf der Seite links steht ein von der Gymnicher Künstlerin Marion Nitsche angefertigtes Gemälde des Kindes Josepf Kentenich, in das das Geburtshaus in seiner ursprünglichen Gestalt und alte Zeitungsausschnitte eingearbeitet sind. Ein Kunstwerk, das zum Betrachten und Nachdenken anregt.

Aus Kaiserslautern, Hennef und anderswo

Am Nachmittag gab es Führungen und Begegnungen im Geburtshaus von Joseph Kentenich und anschließend Kaffeetrinken im Pfarrhaus, bei dem Pater Peter Nöthen etwas von den Feiern zum 15. September in Schönstatt erzählt. Es ist ein kleiner Kreis, der sich da zusammengefunden hat, doch, so berichtet Pater Nöthen, es sind auch einige von weiter her gekommen – aus Kaiserslautern, aus Hennef, von anderswo. Einer hat aus der Kirchenzeitung davon erfahren, jemand anders aus der Veröffentlichung auf der Internetseite der deutschen Schönstatt-Bewegung.

Noch während der heiligen Messe gehen ein paar Fotos hinaus in die Welt. „Ich will wieder dahin!“, antwortet Camilo Ardissone (16) aus Paraguay, und Ana Maria Ghiggi aus Santa Fe, Argentinien, erinnert sich an ihren Besuch in Gymnich vor Jahren: „Wie schön ist die Kirche heute!“

 

Er liebte die Kirche

Hauptzelebrant der heiligen Messe ist P. Ángel Strada, lange Jahre Postulator im Seligsprechungsprozess für P. Kentenich. Mit ihm und Pfarrer Joseph  Pikos konzelebrieren Pater Peter Nöthen, Dr. Christian Löhr, Generalrektor des Instituts der Schönstatt-Diözesanpriester und Dr. Wilhelm Mahlmeister. Die heilige Messe wird auch im Gedenken an den verstorbenen P. Karl Bausenhart gefeiert, der einen wesentlichen Beitrag dafür geleistet hat, dass Joseph Kentenich und sein Geburtshaus heute fest zu Gymnich und Gymnich, das Geburtshaus und die Kindheit Joseph Kentenichs heute fest zu Schönstatt gehören.

In seiner Predigt umreißt Pater Angel Strada  das Leben Joseph Kentenichs, betont die prägenden Phasen seiner Kindheit, der Gefangenschaft im KZ Dachau und des Exils in Milwaukee. Er liebte die Kirche – seine Kirche, diese Kirche. Der Satz auf seinem Grab ist in einem Leben in und mit der Kirche und vor allem für die Kirche gereift und gewachsen, erprobt und bewährt. Liebe zur Kirche ohne Wenn und Aber und auch da, wo es einem nicht passt oder wehtut, ist Maßstab für alle, die sich Jünger Kentenichs nennen.

In Gymnich, Hennef, Kaiserslautern und anderswo.

Kentenich Dilexit Ecclesiam

Dilexit Ecclesiam – Er liebte die Kirche

Predigt von P. Ángel L. Strada in Gymnich- 24 Nov 2018 (pdf)

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