Veröffentlicht am 30. Juni 2019 In Haus Madre de Tuparenda, Werke der Barmherzigkeit

Junge, ich sage dir, steh auf!

SOLIDARISCHES BÜNDNIS, Maria Fischer •

Und eines Tages wird man sagen: „Abschluss mit Auszeichnung dank einer Familiengruppe aus Santa Cruz de la Sierra, dank einiger Ehepaare aus dem Familienbund von Spanien….“ Vor einem Monat haben wir den Aufruf veröffentlicht: SOS Casa Madre de Tupãrenda, staatliche Zuschüsse werden gekappt, das Programm der 22 Jugendlichen, die derzeit in diesem kühnen Projekt im Schatten des Heiligtums von Tupãrenda sind, ist akut gefährdet. Dieses Projekt, mehr noch, dieses Werk der Barmherzigkeit, das jungen Menschen, die schon als Kinder auf sich allein gestellt auf der Straße lebten und durch Hunger in Diebstahl und Drogen versanken, die im Gefängnis landeten und dort jemanden fanden, der zu ihnen sagte: Junge, ich sage dir, steh auf! Das Motto des Weltjugendtages  2020, des ersten auf dem Weg zum internationalen Weltjugendtag in Lissabon wird Tag für Tag in Casa Madre Tupãrenda gelebt. Und jetzt wird es nicht nur von Pater Pedro, Ani Souberlich, Ricardo Acosta gesagt und gelebt, sondern auch von Familien aus Santa Cruz de la Sierra, einigen Ehepaaren aus dem Familienbund in Spanien, Menschen aus Deutschland, Paraguay, der Schweiz und Südafrika in einer großen gemeinsamen Wellenlänge der  Solidarität. —

Zusammen geht das. Als eine junge Mutter aus Santa Cruz de la Sierra, Mitglied des Teams von schoenstatt.org, den Text des Artikels von SOS Tupãrenda korrigierte, ließ sie sich im Herzen berühren: „Ich glaube, dass wir mit unserer Familiengruppe das Stipendium für einen der Jugendlichen übernehmen können.“ Gesagt, getan. Sie erhielten den Namen und Fotos ihres Jungen, und während sie ihr Filialheiligtum bauen, bauen sie auch ein Zuhause, ein neues Leben für einen jungen Mann aus einem anderen Land, der nie gelebt hat, was eine Familie ist, die aufnimmt, sorgt und hilft.

Das schönste Gesicht Schönstatts: Solidarität

Natürlich wurde  die Bitte um Hilfe auch vielfach übersehen, ignoriert, verworfen. „Wir haben in unserem Land so viel Not, dass wir für Projekte im Ausland grundsätzlich nichts geben“, so ein Unternehmer. Hoffentlich fließt ganz viel Geld dorthin, wo er Not wahrnimmt. Wie jedes Apostolat, so sind auch Spenden immer eine Antwort aus dem Dialog zwischen Zeitenstimmen und persönlicher Berufung.

Aber es zeigte und zeigt sich überwältigend auch dieses schönste Gesicht unseres Schönstatt, die bedingungslose Solidarität. Einige Mitglieder des Familienbundes aus Spanien, die zum Team von schoenstatt.org gehören, haben andere Paare des Familienbundes aus ihrem Land ermutigt und es fehlt nur noch wenig, um den notwendigen Betrag für einen Jugendlichen zu überweisen.

„Mein neuer Kühlschrank kann warten“, kommentierte ein anderes Mitglied des Teams von Schönstatt.org, nachdem ein anderer Mitarbeiter eine sehr hochherzige Spende ankündigte. Sie haben sich zusammengetan und können einen jungen Mann für drei Monate unterstützen.

Ein Ehepaar aus der Schweiz hat nicht nur selbst gespendet, sondern auch 10 Freunde eingeladen. Ein Priester aus dem Priesterbund, ein Ehepaar aus Bayern, ein Herr aus Paraguay, eine Akademikerin aus Süddeutschland, eine junge Frau aus Südafrika …. zusammen sind es bereits 8 junge Menschen, deren Zukunft gesichert ist.

Eine Spende am 31. Mai

„Ihre Mail mit Fotos war eine echte Überraschung. Ich freue mich darüber, nun ein konkretes Gesicht und einen Namen zu kennen“, schreibt eine Frau aus Deutschland. „Gerne bete ich für den Jungen und alle anderen, dass sie durchhalten und die Chance für ein neues Leben nutzen können. Ihre Berichte geben ja immer wieder Einblick in die Verhältnisse, und es macht betroffen, unter welchen Bedingungen diese Kinder aufwachsen müssen. Wir haben hier zwar auch manches Elend (siehe Lichtzeichen), aber die staatliche und gesellschaftliche Verantwortung ist geordnet, Kindergarten und Schulpflicht, medizinische Versorgung usw.  Den Helfern vor Ort gebührt hohe Anerkennung und ich glaube fest, dass die MTA weiterhilft. Sie kann das einfach nicht kaputt gehen lassen!

Es ist dieses Vertrauen, das mich bewogen hat, die Spende zu leisten. Ich habe wegen der (nicht kleinen) Summe einige Tage mit mir gerungen und bewusst zum 31.5. im Hinblick auf diesen Meilenstein die Überweisung getätigt. Offenbar hat die MTA „gefunkt“, damit das Team in Paraguay das Zeichen erhielt, weiterzumachen.

Ihnen persönlich an dieser Stelle ein herzliches Danke für Ihren Einsatz für schoenstatt.org. Die Berichte sind stets lebendig und überzeugend, und meine Tochter und ich lesen die Seite regelmäßig.“

 

Solidarität macht erfinderisch – auch bei der Suche nach Spenden

Wer das Haus der Schönstatt-Mannesjugend in Schönstatt betritt, sieht am Schwarzen Brett ein Plakat mit einem QR-Code, das einlädt, für Casa Madre de Tupãrenda zu spenden – welch solidarische Kreativität!

Wer das Haus der Schönstatt-Mannesjugend in Schönstatt betritt, sieht am Schwarzen Brett ein Plakat mit einem QR-Code, das einlädt, für Casa Madre de Tupãrenda zu spenden – welch solidarische Kreativität!

Es ist noch ein langer Weg vor uns. In Paraguay läuft der Versuch, Hilfe von anderen Einrichtungen des Staates zu bekommen, während in Deutschland jetzt auch die Möglichkeit besteht, über Betterplace Spenden zu suchen (d.h. Quellen außerhalb Schönstatts zu erreichen und alle möglichen Informationsmaterialien bereitzustellen), ebenso ist Casa Madre de  Tupãrenda für Förderprogramme von Unternehmen aus Deutschland vorgeschlagen worden. Erfolgreich. Eines davon läuft bereits: Über Schoenstatt-Patres International e.V. ist Casa Madre de Tupãrenda , ebenso wie andere Sozialprojekte, nun Teil des Amazon Smile Programms, bei dem diejenigen, die bei Amazon (in Deutschland) einkaufen,  0,5% des Kaufbetrags als Spende geben können….  und zwar als Spende von Amazon!

Es fehlt immer noch. Es gilt, das Anliegen noch mehr zu verbreiten, mehr Wohltäter zu finden.

Nach mehr Leuten zu suchen, die sagen: Junge,  ich sage dir, steh auf!

„In diesem Gruppengespräch erwähnte jemand, dass er im Radio La Voz de María von der Existenz einer Gebetsgruppe für Pater Pio gehört habe, die für die Aufrechterhaltung ihrer Apostolate, die sich um die Ärmsten und Vergessensten kümmern, Zeiten eucharistischer Anbetung hielt. Sie nahmen es als Ansporn, eine Gebetsgruppe für die Heiligsprechung von Pater Kentenich zu gründen.“

Wäre es möglich, die Bildung von Gebetsgruppen zu motivieren, um Apostolatsprojekte zu unterstützen, mit denen Schönstätter sich für die Ärmsten und Vergessensten einsetzen? Casa Madre de Tupãrenda, Gefängnispastoral, Maria Ayuda, Dequeni, Lichtzeichen, Casa del Niño, Sunrise Village, Encuentro  …

Die Jugendlichen aus der Casa Madre de Tupãrenda beten in ihrer wöchentlichen Messe im Schönstatt-Heiligtum in Tupãrenda für jeden der Menschen, die ihnen helfen – mit Taten, mit Spenden, mit Gebet. Mit Solidarität.

 

Webseite von Casa Madre de Tuparenda

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