Fratelli Tutti

Veröffentlicht am 2020-12-14 In Fratelli Tutti, Schönstatt im Herausgehen

In der Politik mehr auf die Leute hören

LATEINAMERIKA, Mayi Antillón •

Am vergangenen Montag, dem 7. Montag, haben wir das Forum „Gute Politik in der Enzyklika Fratelli Tutti“ von Papst Franziskus abgehalten. Es war das zweite Treffen der Gemeinschaft von Schönstättern in Politik und Staatsdienst in Lateinamerika. —

Pater Carlos Cox war der Hauptredner und gab uns tiefgründige Überlegungen, beginnend mit dem bekannten Satz von Papst Franziskus, über die Notwendigkeit, dass Katholiken, in diesem Fall Politiker, „Schafsgeruch“ haben müssten, und spielte damit auf die Notwendigkeit an, näher am Volk, an der „Herde“, zu sein. „Mit dem Volk zu Fuß unterwegs sein“. Engagement in der Politik sei eine der Formen, in denen Laien ihr Leben dem Gemeinwohl widmen. Eine der wichtigsten Funktionen bestehe dabei darin, den Menschen eine würdige Arbeit zu gewährleisten und daran zu erinnern, wie wichtig es ist, die Schwächsten zu unterstützen, in direkter Beziehung zu den Migranten. Wir sind keine Waisen: „Der moderne Mensch hat vergessen, dass der einzige Weg, Brüder zu sein, darin besteht, den Ursprung desselben Vaters zu erkennen“, schloss er.

Die Politik muss sich ändern, indem sie mehr auf die Bürger hört

Wir hatten Carolina Dell’Oro, eine renommierte chilenische Akademikerin, und Hugo Cáceres, Minister in der aktuellen Regierung Paraguays, als Keynote-Speaker.

Carolina Dell’Oro kommentierte die Gefahr einer Politik, die nur auf Statistiken basiert und das Gemeinwohl vergisst. Der Politiker muss verzaubern, Hoffnung geben, Geschichte anerkennen, das Gefühl einer Heimat, zu der alle gehören, wiedererobern. Und mehr auf die Bürger hören. Sie warnte auch davor, dass es eine wachsende Abkehr vom Katholischen und auch Aggression dagegen gibt, sodass die gemeinsame Basis eines gemeinsamen Vaters aller Menschen so nicht mehr gegeben ist.

Abschließend erzählte Hugo Cáceres, wie er die Bindungspädagogik Schönstatts genutzt habe, um soziale Freundschaft zu fördern. Er habe sich dem Heiligen Thomas More für den sozialen Dialog in seinem Land anvertraut, um zu lernen, auf die Bedürfnisse der Bürger zu hören. Er schloss mit der Bemerkung, dass eine seiner Prioritäten angesichts der durch die Pandemie verursachten sozialen Krise die Neuerfindung neuer Arbeitsformen zur Unterstützung alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten sei.

 


Über die Autorin:

Mayi Antillon

Mayi Antillon, Schönstätterin, war zweimal als Parlamentarierin und Staatsministerin in Costa Rica tätig. Sie arbeitet mit der Gruppe zusammen, die von der Rolle der Schönstätter mit Berufung zum Staatsdienst überzeugt ist.

 

 

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

 

 

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