Veröffentlicht am 29. November 2018 In Missbrauch

Francisco José Cox wird nach Chile zurückgebracht, um sich der Justiz zur Verfügung zu stellen

Redaktion •

Wie bereits am 13. Oktober angekündigt und in einer von P. Juan Pablo Catoggio (Generaloberer) und P. Fernando Baeza (Oberer der Provinz Chile) unterzeichneten Mitteilung veröffentlicht („Wir bekräftigen unsere feste Bereitschaft, mit der Justiz in allem was zweckdienlich ist zusammenzuarbeiten. Deshalb veranlassen wir eine medizinische Untersuchung, um bestimmen zu können, ob eine Rückkehr von Francisco José Cox nach Chile möglich ist.“)  und nach Erhalt eines 42-seitigen medizinischen Gutachtens wurde in diesen Tagen die lange erwartete Entscheidung verbreitet, Francisco José Cox, den seit 2002 in Deutschland lebenden ehemaligen Bischof, der von Papst Franziskus aus dem Klerikerstand entlassen wurde, nach Chile zurückzubringen, um sich der dortigen Justiz zur Verfügung zu stellen.

Anfang August  hatten die Schönstatt-Patres bei der Staatsanwaltschaft Koblenz Strafanzeige gegen Cox wegen eines mutmaßlichen Missbrauchsfalls 2004 erstattet. Die Behörde lehnte die Aufnahme von Ermittlungen ab, da das geschilderte Verhalten des Angezeigten zur Tatzeit 2004 keinen Straftatbestand erfüllt habe – das mutmaßliche Opfer war 17, Strafbarkeitsgrenze war damals 16.

Die Entscheidung, Cox nach Chile zurückzubringen, wurde in zahlreichen Medien in Chile, Deutschland und in weiteren Ländern publiziert.

Wir veröffentlichen hier den offiziellen Brief von P. Patricio Moore, Sprecher der Schönstatt-Patres in Chile, an die Schönstattfamilie in eigener Übersetzung.

 

 

Liebe Schönstattfamilie!

Als Sprecher unserer Gemeinschaft der Schönstatt-Patres möchte ich Sie zur aktuellen Situation von Francisco José Cox informieren:

  1. Die Provinzleitungm hat im Dialog mit der Generalleitung der Schönstatt-Patres entschieden, Francisco José Cox nach Chile zurückzubringen. Dies wird an einem noch festzulegenden Datum im Januar oder Februar geschehen. Das ist die wichtigste Entscheidung und einbe, von der wir glauben, dass sie angemessen ist, damit er sich der Justiz zur Verfügung stellt und wir auf diese Weise bei der Suche nach der Wahrheit mitwirken.
  2. Die medizinischen Untersuchungen bestätigen, dass er die Rückreise nach Chile bewältigen kann. Wenngleich die Diagnose eine Reihe von Krankheiten aufführt – Diabetes, Prostatakrebs, Gehbehinderungen, Altersdemenz, Harninkontinenz, Depressions- und Luxationsstörungen, Atemprobleme – gibt der Arzt an, dass er mit entsprechenden Medikamenten in unser Land zurückkehren kann.
  3. Wir haben entschieden, dass er nicht in einem Haus unserer Gemeinschaft wohnen soll. Die Altenheime für Ordensleute, die wir angefragt haben, können ihn nicht aufnehmen. Wir suchen nach einem Haus, wo er wohnen kann.
  4. Unser Anliegen ist es, mit der Justiz zusammenzuarbeiten und uns mit den Opfern zu solidarisieren.

 

Santiago, 28. November 2018.

P. Patricio Moore.

 

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