Veröffentlicht am 13. Mai 2016 In Urheiligtum

Maiempfang im Atem der Zeit

Von Rektor Egon M. Zillekens und Maria Fischer •

Es war ein hochaktuelles Thema, mit dem Pater Theo Breitinger, Vorsitzender des Landespräsidiums Deutschlands der Schönstatt-Bewegung am Ort Schönstatt zum diesjährigen Maiempfang Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft eingeladen hatte. „Integration“ stand über dem von Rektor Egon M. Zillekens moderierten Maiempfang am letzten Tag des Monats April im Priester- und Gästehaus Marienau.

Musikalisch gestaltet wurde der Empfang von Wilfried Röhrig, Carolin Ankenbauer und Amin Jan Sayed. Wissam Mawuas aus Syrien versetzte die Teilnehmer mit seiner Musik in seine Heimat. Und damit ist das Thema auch bereits in der Realität verwurzelt: Um Flüchtlinge und ihre Integration ging es, und dabei tat die Anwesenheit von jungen Syrern, die am Ort Schönstatt Aufnahme gefunden haben, einfach gut.

Landrat Dr. Alexander Saftig stellte das Thema auf hochinteressante und aktuelle Weise in den Rahmen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit einerseits und gesellschaftlich heiß diskutierter Fragen wie der Nullzinspolitik, globaler Kapitalismus versus Soziale Marktwirtschaft, Familienpolitik. Ohne Gottes Barmherzigkeit, so Dr. Saftig, sei der Mensch oftmals nicht fähig, sich für sein Weltbild und seine Überzeugungen zu engagieren.

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Gläubige Muslime fragen uns, ob wir beten und wo in der Wohnung unsere Bibel liegt

Prof. Dr. Hubertus Brantzen, Mainz, moderierte die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema „Integration“ mit Bürgermeister Christoph Ewers (Burbach), Joud Ahmarani (Syrien, wohnhaft in Vallendar), Dr. Alexander Saftig, Pater Franz Widmaier und Schw. Marié Munz.

Fragen und Themen aus dieser Diskussion, die nicht alle unbedingt in diesem Rahmen eine Antwort fanden und auch nicht in allen Aspekten übereinstimmten, jedoch nachdenklich machten und Gesprächsstoff lieferten, vielleicht sogar über den Maiempfang hinaus:;

  • Was ist Integration: In unser System hinein oder miteinander reden und schauen, was herauskommt?
  • Wir müssen bei uns selbst diskutieren, wer wir sind, um zu definieren, was Integration bedeutet.
  • Gläubige Muslime fragen uns, ob wir beten und wo in der Wohnung unsere Bibel liegt.
  • Ziele: Miteinander über uns hinaus das eine Größere suchen, Parallelgesellschaft vermeiden, definieren, was wir unter Integration verstehen, und eine neue Gesellschaft bauen. Realistisch sein, nüchtern, die Herausforderung sehen und als Anruf Gottes verstehen, mit Herz und Hand Begegnung üben hin zur Integration.
  • „Integration kann nicht von oben verordnet und von oben organisiert werden“

Bei großartiger Musik und wie immer von der Küche in Haus Marienau perfekt gezaubertem Fingerfood jedenfalls wurde noch lange intensiv weiterdiskutiert…

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Fotos: Heinrich Brehm, PressOffice Schönstatt, Deutschland

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