Veröffentlicht am 23. April 2015 In Urheiligtum

Hauptsache ist, sie ist drin

Von Maria Fischer •

„Wann kam das MTA-Bild ins Heiligtum?“, fragt Pater Javier Arteaga, Provinzial der Schönstatt-Patres in Argentinien, am 17. April seine beiden Besucher. Die haben von dem aktuellen Datumsstreit noch gar nichts mitbekommen und antworten wie aus einem Mund: Am Karfreitag 1915 ist es am Bahnhof in Vallendar angekommen und irgendwann danach eben aufgehängt worden, wahrscheinlich ohne viel Drumherum, denn es hat denen in Schönstatt ja erst gar nicht gefallen. „Und Hauptsache, sie ist drin“, sagt eine der beiden, und gefeiert haben wir das ja am 18. Oktober, beim Einzug der MTA ins Urheiligtum. „Und in Memhölz beim Jubiläum auch!“

Dennoch eine gute Frage: Wann genau vor 100 Jahren kam das Bild, das wir heute als das der „Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt“ weltweit kennen, ins Urheiligtum? „Am 19. April 1915“, so heißt es bei der Bündnisfeier am Urheiligtum, bei der Mons. Dr. Wolf von diesem Marienbild und seiner Botschaft spricht, und an so manch anderem Heiligtum weltweit, wo meist im Rahmen der Bündnisfeier des Momentes gedacht wurde, als das am Karfreitag 1915 (2. April) angekommene Bild aus dem Trödelladen in Freiburg im „Kapellchen“, das damals ja auch noch nicht Urheiligtum hieß, aufgehängt wurde. „Am 11. April, am Weißen Sonntag“, so Pater Javier Arteaga, der sich dabei auf das akribisch recherchierte Buch von P. Jonathan Niehaus „New Vision and Life “ (oder in Spanisch: Heroes de Fuego) bezieht. Der Weiße Sonntag ist der Tag, an dem die Aufnahme in die Kongregation stattfand – irgendwie logisch, dass man damit auch das Anbringen des Bildes verbunden hat.

Die Verfechter des 19. April dagegen berufen sich auf eine Chronik der Marienschwestern mit einer Aussage von Pater Kentenich, dass am 19. April 1940 „25 Jahre MTA-Bild im Urheiligtum“ gefeiert wurde.

Es geht um das Liebesbündnis, und das hat Ort und Datum

Und auch andere Daten werden gehandelt.

Die „Ur-Quelle“, die Chronik der Kongregation in Schönstatt bzw. die Zeitschrift MTA sagen dazu – nichts. Ein Brief von Pater Kentenich von Anfang Mai 1915 an einen auswärtigen Sodalen ist der erste Beleg dafür, dass es im Kapellchen jetzt ein Marienbild gibt. Irgendwann zwischen dem 2. April – der Ankunft in Vallendar – und Anfang Mai ist das Bild ins Urheiligtum gekommen. Und noch mal später bekommt es den Titel, den es heute trägt, und beginnt, „MTA-Bild im Herausgehen“ zu werden, auf Briefköpfen, Postkarten und in der Zeitschrift MTA.

Doch es geht nicht zuerst um das Bild und seinen Titel. Es geht um das Liebesbündnis. Kern der Gründung Schönstatt ist das Liebesbündnis mit Maria, der Mutter des Herrn und aller Menschen. Geschlossen am 18. Oktober 1914 im Urheiligtum, noch ohne Bild und ohne Titel und ohne den Begriff „Liebesbündnis“. Real.

Das Liebesbündnis schafft Bündniskultur als konkrete Form des Lebens- und Arbeitsstils – in der Bindung an Gott, an die Menschen, an Natur und Kultur, an Kirche und Welt, immer auf der Grundlage des Liebesbündnisses.

Die Verpflichtung auf die Bündniskultur drängt Schönstatt, von den Heiligtümern aus an die existentiellen Peripherien zu gehen, um die Welt zu “verheiligtumen”, wie Papst Franziskus sagt.

Das hat Schönstatt weltweit am 18. Oktober gefeiert. Darauf hat es sich verpflichtet. Und dafür steht dieses Bild, in dem die Mutter des Herrn und aller Menschen sich aufmacht zur Begegnung – im Urheiligtum, in 200 Filialheiligtümern, in unzähligen Hausheiligümern und als Aufkleber auf einem Holzpfahl, der das Plastikdach einer armseligen Hütte irgendwo im Nirgendwo bei Luque in Paraguay trägt, und vor dem ein Siebzehnjähriger ehemaliger Sträfling zu dieser Gottesmutter betet, die ihm eine neue Lebensperspektive geschenkt hat.

 

PDF: Mons. Dr. Peter Wolf – Predigt Bündnismesse 18.4.2015 – 100 Jahre MTA-Bild im Urheiligtum

 

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