Veröffentlicht am 2. April 2018 In Schönstätter

Pater Ottomar Schneider, der „glückliche Pater“, ist tot

BRASILIEN, Schönstatt-Patres und Redaktion •

Mit 45 Priesterjahren im Dienst der Kirche durch die Schönstatt-Bewegung, ist Pater Ottomar Schneider am 27. März heimgerufen worden ins Haus des Vaters. Mit dem Rosenkranz in der Hand und betend ist P. Ottomar Schneider im Alter von 82 Jahren in Gegenwart seiner Mitbrüder aus der Gemeinschaft der Schönstatt-Patres verstorben. —

Als er vor wenigen Jahren sein vierzigjähriges Priesterweihejubiläum gefeiert hat, erklärte P. Ottomar Schneider:

„Ich bin ein glücklicher Pater.  Nicht eine Sekunde lang habe ich bereut, diesen Weg im Dienst der Kirche Christi in der Schönstattfamilie gegangen zu sein. Wenn der Gott des Lebens und der Geschichte mich noch einmal bitten würde, würde ich alles genau so wieder tun und mit dem gleichen Eifer gegenüber meinen Brüdern und Schwestern in Glauben und Mission.“

Geboren wurde P. Ottomar Schneider am 26. Januar 1936 in der Gemeinde São José, heute ein Stadtteil von Salvador das Missões im Staat Rio Grande do Sul, Brasilien. Seine Eltern, Silvestre und Maria Amália Lunkes Schneider, kleine Bauern, waren tief religiös. Kurz nach seiner Geburt wurde er in der Pfarrei Sagrada Familia in Cerro Largo getauft. Seine Kindheit und Schulzeit verbrachte er in der Gemeinde Santa Inês in der Stadt São Luiz Gonzaga, wo auch seine fünf jüngeren Geschwister auf die Welt kamen.

Der starke Ruf zum Priestertum

Ottomar Schneider, P. Kentenich

Ottomar Schneider mit Pater Kentenich

Im Alter von 14 Jahren fühlte er sich von der Kongregation der Maristenbrüder sehr angesprochen und trat ins „Juvenato“ (Vornoviziat) in Bom Principio, RS, ein. Er besuchte die Schule im damaligen Juvenato Champagnat im Stadtteil Partenon von Porto Alegre. Das Maristen-Noviziat besuchte er anschließend in Passo Fundo, RS, wo er mit der Pädagogik und Spiritualität der Apostolischen Schönstatt-Bewegung in Kontakt kam.

Er lehrte in den Maristen-Schulen von Erexim, Uruguaiana und Santo Ângelo, alle im Staat Rio Grande do Sul gelegen. In Santo Ângelo gründete Ottomar Schneider im Jahr 1964 die Apostolische Schönstatt-Bewegung. Heute gibt es in der Diözese Santo Ângelo ein Schönstatt-Heiligtum.

Er fühlte jedoch immer neu den starken Ruf zum Priestertum, der ihn schon seit seiner Kindheit begleitete, und beschloss, auf die Stimme Gottes zu hören. Er erbat die Dispens von der Maristengemeinschaft, um in das neu gegründete Säkularinstitut der Schönstatt-Patres einzutreten. Er hatte die Gnade, durch Pater Josef Kentenich persönlich aufgenommen zu werden, der ihm bei dieser Gelegenheit sagte: „Auch wenn Sie jetzt Schönstatt-Pater werden, bleibt Ihre Sendung als Maristenbruder!“

Pater Ottomar Schneider, ein Apostel Schönstatts in Brasilien

So machte er 1969 erneut ein Noviziat, jetzt mit seinen Kursbrüdern aus der Schweiz, Deutschland, Südafrika und Brasilien. Das Noviziat machten sie beim Urheiligtum in Schönstatt in Vallendar, Deutschland. Anschließend studierte P. Ottomar Schneider Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und schloss dies mit dem Titel Diplomtheologe ab. Nachdem er von Bischof Heinrich Tenhumberg, damals Weihbischof von Münster, zum Diakon geweiht worden war, kehrte er nach Brasilien zurück.

Am 7. Oktober 1972 empfing er in Kapelle der Stadt Salvador das Missões durch die Hand des ersten Bischofs der Diözese Santo Ângelo und späteren Kardinal Dom Aloísio Lorscheider die Priesterweihe.

Als Schönstatt-Pater arbeitete er in São Paulo, Londrina und Santa Maria. Er war Standesleiter mehrerer Gemeinschaften der Schönstatt-Bewegung, Bewegungsleiter, Assistent des Familienbundes und des Priesterbundes und Rektor der Niederlassungen der Schönstatt-Patres in Santa Maria und Londrina. Lange Jahre hindurch war er Chefredakteur der Zeitschrift Tabor.

„Ich wünsche vielen Jugendlichen das Glück, das ich jeden Tag in meinem Priestertum erlebe“

„Nach 45 Jahren als Priester im Dienst der Schönstattfamilie und der Kirche muss ich gestehen, dass ich ein glücklicher Pater bin.

In all dieser Zeit hatte ich niemals einen Zweifel an meiner Berufung zum Priestertum als Schönstatt-Pater. Ich bin sehr dankbar dafür, Werkzeug in der Hand unserer Mutter und Königin von Schönstatt im Dienst so vieler Menschen zu sein, denen ich meinen marianisch-pastoralen Dienst widmen kann.

Ich wünsche vielen Jugendlichen das Glück, das ich jeden Tag in meinem Priestertum erlebe. Für dieses Anliegen biete ich Tag für Tag meine Feier der Eucharistie an. Möge die Mutter Gottes viele Jugendliche für den Dienst an der Kirche und der Schönstattfamilie in der Jüngerschaft unseres Vaters und Gründers P. Josef Kentenich berufen. Von ihm habe ich gelernt, ein glücklicher Pater zu sein.“

P. Ottomar Schneider, 2017

 

 Ottomar Schneider

 

Original: Portugiesisch, 28.04.2018. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

 

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