Veröffentlicht am 2. April 2018 In Franziskus - Botschaft

Und was ist mit mir an diesem Ostern 2018, was? Und mit dir, was?

OSTERN 2018 – PREDIGT VON PAPST FRANZISKUS AM OSTERSONNTAG AUF DEM PETERSPLATZ •

Papst Franziskus hat am Ostersonntag vor Tausenden von Pilgern auf dem in ein Blumenmeer getauchten Petersplatz den Ostergottesdienst gefeiert und dabei wie schon im letzten Jahr eine spontane Predigt gehalten, die um drei Aspekte der Auferstehung kreiste: Überraschung, Rennen und was jeder einzelne macht. Fortsetzung also des österlichen Rausschmisses aus der Komfortzone: „Und was nun?“ Ganz in der Linie seiner Botschaft aus der Osternacht forderte er alle heraus: Und ich an diesem Ostern 2018, was? Und du, was?

Hier der vollständige Text der Predigt von Papst Franziskus vom Ostersonntag in eigener Übersetzung

Pascua

Nach dem Hören des Wortes Gottes aus diesem Abschnitt des Evangeliums kommt es mir, drei Dinge zu sagen.

Erstens: Verkündigung; hier gibt es eine Verkündigung: Der Herr ist auferstanden; diese Verkündigung ging bei den ersten Christen von Mund zu Mund, es war ihr Gruß: Der Herr ist auferstanden. Die Frauen, die herausgingen, um den Leib des Herrn einzubalsamieren, standen vor einer Überraschung, die Verkündigungen Gottes sind immer Überraschungen, denn unser Gott ist der Gott der Überraschungen.  So ist das vom Beginn der Heilsgeschichte an, seit Abraham. Gott überrascht ihn: „Zieh fort aus deinem Land, geh.“ Es kommt immer eine Überraschung nach der anderen. Gott macht keine Verkündigung, ohne uns zu überraschen. Und die Überraschung rührt das Herz, trifft uns genau dort, wo man es nicht erwartet. Um es in der Sprache der Jugendlichen zu sagen: Die Überraschung ist ein Volltreffer, den du nicht erwartest. Eine Verkündigung, die das Herz anrührt und als Überraschung kommt.

Zweitens: Eile. Die Frauen rennen, sie haben es eilig: „Wir haben etwas entdeckt, das müssen wir sehen und erzählen!“ Die Überraschungen Gottes bringen uns zum Laufen, sofort, ohne abzuwarten Und Petrus und Johannes rennen. Die Hirten in der Weihnacht rennen: „Lasst uns nach Bethlehem gehen, um zu sehen, was die Engel gesagt haben.“ Und die Samariterin rennt, um ihren Leuten zu sagen: „Das ist eine Neuigkeit wie noch nie: Ich habe einen Mann getroffen, der hat mir alles gesagt, was ich getan habe!“ Und die Leute erfuhren alles, was sie getan hatte. Und die Leute rennen los, lassen alles liegen und stehen, auch die Hausfrau lässt ihre Kartoffeln im Topf zurück, später wird sie sie verkohlt finden – aber wichtig ist es, zu gehen, zu rennen, um die Überraschung zu sehen, die Verkündigung. Das passiert auch heute, in unseren Stadtvierteln, unseren Dörfern, wenn etwas Außergewöhnliches passiert, rennen alle los. Eilends gehen. Andreas verlor keine Zeit und eilte zu Petrus, um ihm zu sagen: „Wir haben den Messias gefunden.“ Die Überraschungen, die guten Nachrichten werden immer in Eile weitergegeben. Im Evangelium gibt es einen, der sich etwas Zeit gelassen hat; er wollte nichts riskieren. Aber der Herr ist gut und erwartet auch ihn, Thomas, mit Liebe.

Die Verkündigung als Überraschung, die eilige Antwort und die dritte Sache, die ich heute sagen möchte, ist eine Frage: „Und ich?“ Ist mein Herz offen für die Überraschungen Gottes? Bin ich in der Lage, eilig zu den Überraschungen Gottes zu gehen? Kann ich losrennen oder stimme ich immer in diesen Chor ein: „Morgen, morgen, nur nicht heute…?“ Was sagt mir die Überraschung? Johannes und Petrus rannten zum Grab. Das Evangelium sagt von Johannes: „Er glaubte.“ Auch Petrus: „Er glaubt“, aber auf so eine bestimmte Weise, mit einem Glauben, in dem noch die Scham darüber mitschwingt, dass er den Herrn verleugnet hat.

Die Verkündigung als Überraschung. Und was ist mit mir an diesem Ostern 2018? Was nun?“

Und was ist mit mir an diesem Ostern 2018, was? Und mit dir, was?

 

 

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