Veröffentlicht am 2020-02-03 In Leben im Bündnis

Begegnungstag 2020 der Schönstattfamilie im Bistum Fulda – mit Bischof Dr. Gerber

DEUTSCHLAND, Sr. M. Louise Schulz vía schoenstatt.de

Im Januar 1967 besuchte der Gründer P. Josef Kentenich (1885-1968) die Fuldaer Schönstattfamilie und gab ihr wichtige Impulse. Schönstatt im Bistum Fulda heute trifft sich darum auch jeweils im Januar zum gegenseitigen Austausch und gemeinsamer Ausrichtung, dieses Mal mit Bischof Dr. Michael Gerber. Die Gemeinschaften der Schönstatt-Bewegung stellten sich mit ihren je aktuellen Projekten vor – das war nicht nur informativ für Bischof Gerber, sondern auch für die zahlreichen Schönstätter im Saal selbst. —

„Dietershausen – ein Schönstatt-Zentrum mit Vitalität!“

„Dietershausen – ein Schönstatt-Zentrum mit Vitalität!“, so fasste der Bischof seine Eindrücke zusammen. Er lenkte den Blick auf das Heilig-Geist-Symbol aus dem Schönstatt-Heiligtum, das jetzt auf Wanderschaft gehen soll. Es hatte ihn schon diese Woche im Bischofshaus besucht, als er gerade ein wichtiges Statement für den Synodalen Weg auszuarbeiten hatte.

„DU wirkst“ – ist Bischof Gerber überzeugt – wie an Pfingsten, als Maria mit den ratlosen Aposteln im Abendmahlsaal, dem „Coenaculum“, zusammen war. Daran erinnere das Heilig-Geist-Symbol in der Schönstatt-Kapelle nicht nur, sondern das gelte auch heute und hier. „Glauben wir, dass der Heilige Geist uns einen pfingstlichen Durchbruch schenkt, dass ER unsere Herzen, unsere seelische Mentalität zu wandeln vermag?“ forderte der Bischof seine Zuhörer heraus.

Er nahm die Schönstattfamilie mit hinein in seine Beobachtungen und Überlegungen zu einer Pastoral am Puls der Zeit. Wie wird Seelsorge und kirchliches Leben 2060 aussehen? Wer bin ich im Umbruch? Es gelte die eigene „Berufung in der Berufung“ – das Persönliche Ideal – neu zu entdecken.

Zuhause in einer Sendung

Bischof Gerber deutete den Abschied von der Gott-Vater-Kirche (Anm. d. Red: die kirchenrechtliche Profanierung war im Dezember 2019; die Kirche gehörte zum aufgegebenen Provinzhaus der Schönstätter Marienschwestern in Dietershausen, das seit 2019 im Besitz einer Gemeinschaft von Mennoniten ist) in diesem Kontext als prophetischen Vorgang. Den reich mit religiösen Erfahrungen gefüllten Ort mussten wir loslassen. Im Bistum Fulda steht dieser Prozess künftig manchen Kirchengebäuden bevor.

Die Gott-Vater-Kirche war Ausdruck einer Sendung. Diese Sendung, Gott als guten Vater aller Menschen zu verkünden, sei jetzt vertieft unsere Aufgabe. Das bedeutet Glauben herunterbrechen ins eigene Leben. In einer Sendung kann ich immer und überall zu Hause sein, auch im äußeren Wandel. Als beim Profanierungsgottesdienst der Gott-Vater-Kirche das Lied gesungen wurde: „Ich weiß, dass du mein Vater bist …“ kam das treffend zum Ausdruck.

Der Geist Gottes beruft …

Der Festgottesdienst wurde in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Dietershausen gefeiert und von der Band „Himmelwärts“ aus dem Jossgrund mitreißend gestaltet. In seiner Predigt ging Bischof Gerber auf das Evangelium der Berufung der Jünger ein: Christus berief seine Jünger zu zweit, also in eine konkrete Gemeinschaft. So ist auch heute der Ruf zu einem gottgeweihten Leben wie der Ruf zu Ehe und Familie immer eine Berufung zur Hingabe und Verantwortung für konkrete Menschen. In der Gottesmutter Maria ist diese Berufung exemplarisch verwirklicht. Der Bund mit ihr öffnet für die je eigene Berufung durch den Heiligen Geist.

Heiliger Geist on tour

Am Ende des Gottesdienstes sandte Bischof Gerber das Heilig-Geist-Symbol auf seine Wanderschaft bis August 2020 aus. Ellen Büdel und Steffen Büdel vom Vorbereitungsteam gaben in Stichworten eine Sinndeutung dieser Wanderung: Das Symbol will einladen, tiefer wahrzunehmen, was der Heilige Geist als besondere Gaben im Schönstatt-Heiligum schenkt: Heimat im Glauben, seelisches Wachstum und Apostelgeist.

Als erstes wird das Symbol die Schönstatt-Priester zu Hause in ihrem Wirkungsfeld besuchen. Dann wird es jeweils bei der Bündnisfeier am 18. eines Monats weitergegeben. Pfarrer Dr. Vonderau nahm es stellvertretend entgegen.

Hintergrund: Heilig-Geist-Symbol on tour im Bistum Fulda – warum ?

Bischof Gerber ist es ein zentrales Anliegen, dass die Umstrukturierung im Bistum ein geistlicher Prozess wird, wo man achtsam nach dem Wirken des Heiligen Geistes fragt. Kann es Zufall sein, dass das Heilig-Geist-Symbol in Heiligtum von Dietershausen schon lange dringend renoviert werden musste?  Der Zahn der Zeit und viel Kerzenruß haben der silbernen Taube im goldenen Strahlenkranz ziemlich zugesetzt. 1970 hatten die damaligen Schönstatt-Priester zusammen mit Bischof Adolf Bolte das Symbol dem Kapellchen geschenkt mit der Bitte um reiches Wirken des Heiligen Geistes im Bistum Fulda.

Geist Gottes und sein Wirken neu entdecken

Jetzt haben die heutigen Fuldaer Schönstatt-Priester zusammen mit Bischof Gerber die Renovation des Symbols bei der Goldschmiede Schönstatt in Auftrag gegeben. Am 18. Januar 2020 wurde das Symbol in neuem Glanz in Schönstatt abgeholt. Doch der „Heilige Geist“ im Kapellchen soll nicht nur äußerlich wieder aufpoliert werden. Das sichtbare Zeichen will vielmehr ein Anstoß sein, den Geist Gottes selbst neu zu entdecken – im eigenen Leben, in der Kirche, in der Zeit.

Darum wird das renovierte Symbol nicht gleich wieder ins Kapellchen an seinem angestammten Platz an der Decke über dem Altar angebracht, sondern es wandert durch die Gemeinschaften – damit möglichst viele angeregt werden, sich dem Heiligen Geist zuzuwenden. Ein Begleitbuch unterstützt dabei.

Jeweils bei der Bündnisfeier wird das Symbol einer Schönstatt-Gemeinschaft weitergegeben.

 

Aussendung des Heilig-Geist-Symbols: Pfr. Dr. Vonderau nimmt es als erster entgegen

Quelle: www.schoenstatt.de. Mit freundlicher Genehmigung.

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