Veröffentlicht am 20. Oktober 2016 In Leben im Bündnis

Eilt mit nach… Belmonte

ROMA BELMONTE, Maria Fischer •

„Eilt mit nach Davids Stadt…“ Ob der Verfasser dieses wunderschönen Weihnachtsliedes schon einmal im täglichen römischen Verkehrskollaps gesteckt hat mit Blick aufs Navi, das die Ankunftszeit dem Beginn der Bündnismesse im internationalen Schönstattzentrum Roma Belmonte immer bedrohlicher nahe rücken lässt, während der Beifahrer „push, push, push“ ruft und man schließlich alle nicht-römischen Verkehrsregeln ignorierend auf die Minute pünktlich um 17.30 Uhr durch das Tor fährt, wobei der genannte Beifahrer das vermutlich höchste je erhaltene Kompliment ausspricht: „Das war italienisch.“ Fünfundvierzig Minuten ab Vatikan, Stoßstande an Stoßstange, oder wie der Mitfahrer aus Deutschland erklärt: „Rein physikalisch können nicht zwei Autos auf der gleichen Stelle der Straße stehen.“  Wenn schon nicht zwei, dann wenigstens unseres. Wir eilen. Und jetzt sind wir da.

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Vereint mit allen, die sich dir geweiht…

Eilt mit nach Belmonte, möchten wir so vielen in der ganzen Welt zurufen, die mit diesem Heiligtum tief verbunden sind, vor allem den Missionaren der Pilgernden Gottesmutter von den vierzig Bildstöcken in Argentinien, Bolivien, Chile, Portugal, Österreich und Paraguay, die im Zeichen eines Fotos ihrer Bildstöcke für den Pozzobon-Raum  ihre Verbundenheit mit Belmonte ausgedrückt haben – und den vielen, die es noch tun werden. Im Herzen bringen wir die 40.000 Menschen mit, die jetzt in Tuparenda ihr Liebesbündnis feiern und die Schönstätter am Urheiligtum, danken für zehn Jahre Colegio Monte Tabor in Madrid, die dort heute gefeiert werden, an die über 100 Missionare der Pilgernden Gottesmutter, die jetzt in Sizilien ihr Liebesbündnis schließen, und die vielen anderen, die sich heute neu oder erneut in dieses Liebesbündnis hineingeben, aus dem heraus Schönstatt sich in den Dienst der Kirche und der Welt stellt, immer neu.

Die Eingangshalle des Tagungs- und Gästehauses Domus Pater Kentenich ist hell erleuchtet, und etwa 50 italienische Schönstätter und Freunde des Heiligtums beten gerade das letzte Gesätz des Rosenkranzes an diesem 18. Oktober 2016, dem 18. Oktober im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, hier in Rom, wo am Sonntag zuvor der Heilige Vater sieben Menschen heiliggesprochen hat, die Zeugen dieser Barmherzigkeit des Vaters für ihre Mitmenschen geworden sind, jeder auf eine ganze persönliche Weise.

Die Missionare der Pilgernden Gottesmutter haben ihre Bilder mitgebracht, viele davon sehr schön geschmückt mit Rosenkränzen, Kronen, Blumen. Andrea, eine Frau von Schönstatt aus Chile, die in Austin, USA, arbeitet und zurzeit ein Studiensemester in Rom macht, stellt ihr Bild der Pilgernden Gottesmutter dazu, als sie kurz nach der Lesung ankommt – der Bus steckte auch im Stau!

Die drei konzelebrierenden Priester – Pfr. Georg Egle, Rektor Daniel Lozano, Fr. Simon Donnelly – kommen aus drei Kontinenten: Afrika, Europa, Amerika. Unter den Teilnehmern der Bündnismesse sind Brasilianer, Uruguayer, Chilenen, Deutsche… und natürlich Italiener, viele davon tägliche treue Besucher des Heiligtums. Am Beginn der Messe begrüßt Rektor Lozano kurz alle, die eigens gekommen sind.

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Liebesbündnis

Hauptzelebrant ist Pfr. Georg Egle. In der Predigt gibt er eine kompakte Katechese zum Liebesbündnis in seinen Dimensionen der Länge, Höhe, Tiefe und Weite, wie Pater Kentenich es in der dritten Gründungsurkunde vom 18. Oktober 1944 ausführt.

Vor dem Altar stehen zwei Krüge – einer aus Costa Rica, einer aus Chile. Links vom Altar steht ein großes Bild der Gottesmutter, auf dem Tisch davor liegen Zettel für die Beiträge zum Gnadenkapital. Immer wieder geht jemand dorthin und schreibt etwas auf einen Zettel. Dann liegt etwas von Gnade, von Berührung des Himmels und der Herzen über der betenden und singenden Gemeinschaft. Liebesbündnis ist hier, ist jetzt, ist urpersönliche Begegnung, urpersönlicher Einsatz, urpersönliches Herausgehen.

Zur Erneuerung des Liebesbündnisses ziehen alle zu den Klängen des Liedes der Pilgernden Gottesmutter zum Heiligtum, das vor dem dämmrigen Himmel im Sonnenuntergang leuchtet. Die Krüge mit den Zetteln mit den Beiträgen zum Gnadenkapital werden mitgetragen, die Bilder der Pilgernden Gottesmutter… Gemeinsam erneuern alle das Liebesbündnis, italienisch natürlich und mit dazwischen geflüsterten Worten in Englisch, Spanisch, Deutsch…

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Kultur der Begegnung

Ein paar „internationale“ Besucher bleiben noch kurz im Gespräch. Andrea aus Chile studiert an derselben Universität wie Pfr. Rolando Montes aus Kuba – der es zeitlich nicht nach Belmonte geschafft hat – und würde ihn gerne mit anderen Priestern bekannt machen, die sie im Studium auf Schönstatt angesprochen hat. Fr. Simon Donnelly aus Südafrika erzählt Gertrud und Norbert Jehle, wie er die Einweihung des Heiligtums hier erlebt hat, und sie berichten von der Grundsteinlegung, bei der sie dabei waren.

Und schließlich endet, nach einer längst nicht so abenteuerlichen Fahrt mit südafrikanisch-deutsch-chilenischer Besatzung der Bündnistag für einige der Belmonte-Pilger bei Pietrini in der Nähe des Vatikan mit vielen Ideen, Träumen und Geschichten von Belmonte und seiner Mission – und einigen Fotos vom 18. Oktober an „unser aller Heiligtum“, die per Whatsapp in die Welt hinausgehen! Eilt mit nach Belmonte!

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Weitere Fotos:
161018 18.10. Belmonte

 

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