Veröffentlicht am 2016-05-26 In Leben im Bündnis, Schönstätter

Wenn der eigene Sohn zum Diakon geweiht wird

CHILE/PORTUGAL, von José Cravo •

Zehn Jahres ist es her, dass Gonçalo von Portugal nach Chile ging, wo er sein Postulat begann, und danach nach Paraguay ins Noviziat. Es ist, als wäre es gestern gewesen.

Tatsächlich sind es schon 12 Jahre her, seit Gonçalo uns seine Berufung zum Priestertum offenbart hat und sagte, dass er ins Institut der Schönstatt-Patres eintreten werde. Es war ein Sonntagabend im Februar. Für seine Mutter war es keine Überraschung. Was mich betrifft, so habe ich in der Nacht nicht geschlafen! Aus Freude, Ungewissheit, Emotion … und wer weiß was sonst noch.

Sein christlicher Weg als Messdiener in der Gemeinde, in der Jugendgruppe, in der Katechese, sein gesellschaftliches Leben als Gymnasiast und sein Studium der Betriebswirtschaft waren für mich kein Hinweis auf eine derartige Entscheidung; doch er spürte den Ruf Gottes und folgte ihm.

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Königin und Erzieherin unserer Herzen für Jesus

Weil er in diesem Jahr 2004 noch nicht ins Seminar eintrat, wusste nur seine engste Familie von seiner Entscheidung, ein Jahr lang ein sorgfältig gehütetes Geheimnis, das uns anregte, die Gottesmutter in unserem Hausheiligtum zu krönen als Königin und Erzieherin unserer Herzen für Jesus. Besser gesagt, wir krönten die Gottesmutter und Jesus, weil unsere Tochter Maria, damals 5 Jahre alt, uns dazu anregte, auch Jesus zu krönen!

Vor einiger Zeit sagte P. Diogo, es sei „unsere Schuld“! Auch wenn das in Portugiesisch negativ besetzt ist, verstanden wir gut, denn wir sind verantwortlich für die Konsequenzen unserer Entscheidung zu einem christlichen Leben. Wir haben uns verpflichtet, in der Gemeinde mitzuarbeiten, haben die Herausforderung angenommen, den Ehebund und das Liebesbündnis als Mitglieder der Apostolischen Schönstattbewegung zu schließen. Aber wir sind sicher, dass, auch wenn wir sicherlich einen Beitrag geleistet haben, Gott und die Gottesmutter Gonçalo gerufen und sein junges Herz berührt haben.

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Vater, mach mich zum Wunder deiner Barmherzigkeit

Am Samstag, 30. April, wurden wir dann doch überwältigt von unseren Emotionen und von einer unbeschreiblichen Freude, die sich ausdrückte im festlichen Klima der Diakonenweihe von Gonçalo, dessen Gesichtsausdruck zutiefst ernst war wie am Vortag (wie wir auf den Fotos gesehen haben), als er seine Ewigweihe im Institut der Schönstatt-Patres ablegte.

Gonçalo war nach der Handauflegung wie verwandelt. Als er die Stufen zum Altar hinaufging, strahlte sein Lächeln eine ansteckende Freude aus. Das gab uns das Vertrauen, dass er auf dem Weg zu seinem Glück und der Erfüllung seiner Lebensmission als Mann Gottes ist.

Sein Wahlspruch – Vater, mach mich zum Wunder der Barmherzigkeit – ist schon sichtbar in seiner Haltung und in den Freundschaften, die er durch sein Sein gefunden hat: einfach und bescheiden, verfügbar und mitfühlend gegenüber seinen Mitbrüdern und Nachbarn in der Pfarrgemeinde „Nossa Senhora das Mercês“ [Unser Liebe Frau der Barmherzigkeit].Dort hat er im letzten Jahr gelebt, und dahin sind wir gegangen, um ihn bei der Messfeier zu begleiten, dort hörten wir ihn, als er zum ersten Mal als Diakon predigte. Dort gab er uns, seinen Eltern, am Schluss der Messe einen eigenen Segen.

Original: Portugiesisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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