Veröffentlicht am 2016-05-26 In Leben im Bündnis, Seminar Kentenich-Kommunikation

Festigkeit und Zärtlichkeit

PARAGUAY, von Sandra Lezcano •

Festigkeit und Zärtlichkeit. Das ist der Titel eines Buches von P. Antonio Cosp, und ich kann keinen besseren Titel finden, um auszudrücken, wie die Gottesmutter mich in der ersten Maiwoche erzogen hat.

Vor einigen Monaten schrieb mir Maria Fischer, dass Ende April in Paraguay das erste Seminar Kentenich-Kommunikation stattfinden würde. Was für eine riesige Freude! Natürlich bot ich mich sofort an, mitzuhelfen, wo immer es nötig wäre.

Die Gottesmutter hatte schon geplant, was meine Aufgabe sein würde, nämlich einen der Teilnehmer aus dem Ausland zu begrüßen und zu beherbergen.

Die Überraschung

Ich hatte schon Ja gesagt, und alles was übrig blieb war, herauszufinden, wen ich während zweier Tage beherbergen sollte; so war es,  bis ich eine E-Mail von Cássio Leal erhielt, einen bewährten, langjährigen Mitarbeiter von schoenstatt.org, der mir sagte, dass er einen Tag vor Beginn des Workshops in Paraguay eintreffen würde.

Als Ergebnis einer schlechten beruflichen Erfahrung vor ein paar Jahren war in mir ein starkes Vorurteil gegenüber Brasilianern entstanden. Als ich begriff, dass Cassió aus Sao Paulo war, war ich schon etwas entsetzt, aber weil ich der Gottesmutter schon mein Einverständnis gegeben hatte, konnte ich jetzt keinen Rückzieher mehr machen.

Ich bin dann zum Jungen Heiligtum in Asunción gegangen und klärte einige Dinge mit der Gottesmutter über meine Aufgabe. Ich sagte ihr, wenn das hier eine Bewährungsprobe sei, würde ich sie akzeptieren und als Beweis meiner Liebe zu ihr würde ich mein Bestes geben für den Gast, den sie mir schicke. So habe ich die Aufgabe diplomatisch übernommen.

Festigkeit gefordert

Der April brachte viele berufliche und persönliche Herausforderungen mit sich, und ich stand unter viel Stress. Während dieser Zeit erhielt ich eine E-Mail von meinem künftigen Gast, und ohne noch einmal nachzudenken sagte ich ihm, ich erlebte gerade eine Art Tsunami von Problemen  könne seine Hilfe brauchen. Ich bat ihn einfach um sein Gebet für meine Arbeit und die anderen Probleme, denen ich gegenüberstand.

Nach ein paar Wochen und ohne recht zu merken war ich dabei, auch für ihn zu beten,  bat die Gottesmutter um einen sicheren Flug und einen angenehmen Aufenthalt in Paraguay. Das Gebet verkürzte den Abstand, die Probleme bei der Arbeit begannen sich langsam zu lösen, und die Gottesmutter kümmerte sich um den Rest.

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„Wallfahrts- und Tourismustag“: Cassio, Sandra, Maria (mit einer Künstlerin)

Hinter jeder Person gibt es eine Geschichte von Gott

Schließlich traf ich Cássio, und was ich als Bewährungsprobe gegenüber der Gottesmutter angesehen hatte, wurde eine Gelegenheit für sie, mich auf feste und zärtliche Weise zu erziehen.

Die Gottesmutter schickte mir einen Gast, der ein einziges Lebenszeugnis ist. Ich lernte von Cássio, dass Schönstätter sein oft bedeutet, großen Mut zu haben angesichts der Situationen, in die wir im Leben geworfen werden. Er hat mich gelehrt, dass wir unsere Ideale verteidigen sollten und dass unsere Liebe zu Schönstatt so groß sein sollte, dass nichts das Bündnis mit Maria brechen kann.

Viele Geschichten, die ich mit dem Gast teilte, der mein Freund geworden war, ließen mich verstehen, dass die Gottesmutter mich nicht auf die Probe gestellt hatte, sondern mir vielmehr ein großes Geschenk gab. Es wurde mir durch die Hand eines Brasilianers gebracht, der Schönstatt liebt und das durch Beispiele aus seinem Leben zeigt.

Ich musste aufrichtig sein und Cássio von meinem Vorurteil erzählen. Ich erbat seine Vergebung  und  verstand, dass es falsch war, wegen des schlechten Verhaltens einiger weniger ein ganzes Land zu verurteilen.

Meine Aufgabe erwies sich als ein Geschenk der Gottesmutter. Ich habe jetzt einen brasilianischen Freund, und Cássio hat in Paraguay eine Familie gewonnen!

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Sandra und Cassio in Caácupé
Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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