Veröffentlicht am 22. Oktober 2015 In Leben im Bündnis

Wir müssen unseren eigenen Weg gehen …

SCHWEIZ, Rita und Franz Schuler •

Vier Familien vom 2. Kurs vom Familienbund der Schweiz waren vom 03.-10. Oktober 2015 auf einer Cambrai-Fahrt, das heißt, einer Wallfahrt auf den Spuren Josef Englings.

Wir gingen die verschiedenen Stationen des Lebensweges von Josef Engling rückwärts, denn wir wollten am Todestag, dem 4. Oktober 2015 in Cambrai sein und dort beginnen.

Am 3. Oktober 2015 brachen wir in der Schweiz auf zu dieser Wallfahrt. Mit im Gepäck die verschiedenen Anliegen von uns und anderen Menschen, die mit uns auf dem Lebensweg sind.

In Cambrai_Bildgröße ändern

Cambrai und der Umweg

Nach einem Zwischenhalt in Verdun erreichten wir am 4. Oktober 2015 Cambrai. Am Abend vom 4. Oktober 2015 – dem Todestag von Josef Engling – gingen wir den Todesweg von Josef Engling. Wir starteten beim Friedhof in Eswars. An verschiedenen Stationen gingen wir geistig den Weg von Josef Engling.

Auf dem Rückweg zur Todesstelle verpassten wir eine Weggabelung in Thun-Saint-Martin. Nach einem Umweg von einigen Metern kommen wir in der Nähe der Todesstelle von Josef Engling an. Wir stellen dabei fest: Wir dürfen den Weg von Josef Engling gehen, aber wir müssen auch unseren eigenen Weg gehen.

Eswars

Mons – Gertraud von Bullion, die erste Frau in Schönstatt

Militärfriedhof in Mons_Bildgröße ändernAm Mittwoch, 7. Oktober 2015 verlassen wir Cambrai und brechen auf Richtung Mons und Wallendorf. An diesem Tag betrachten wir das Leben von Gertraud von Bullion. Sie wirkte vor genau 100 Jahren in Cambrai. Im Jahre 1917 hatte sie die entscheidende Begegnung mit der werdenden Schönstattbewegung durch den Pallottinerstudenten Franz-Xaver Salzhuber und seine Theologengruppe. Gertraud von Bullion nimmt brieflichen Kontakt mit dem Gründer P. Josef Kentenich auf.

Anschliessend verlassen wir Cambrai und fahren nach Mons. Dort machen wir einen Halt beim St. Symphorien Militärfriedhof in der Provinz Hainaut (Hennegau). Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 513 Kriegstote des I. Weltkrieges. 284 Deutsche / 229 Briten. Der britische Militärfriedhof Saint-Symphorien liegt ca. zwei Kilometer östlich von Mons (Bergen) und etwa 300 Meter südlich des Ortes. Der Friedhof Saint-Symphorien wurde von den deutschen Truppen im August 1914 nach dem Kampf von Mons für deutsche und britische Gefallene angelegt. Noch während des Krieges erhielten die Gräber der gefallenen deutschen Soldaten je nach Regimentszugehörigkeit unterschiedlich gestaltete Natursteinkreuze. Bis November 1918 blieb der Friedhof in deutscher Hand. Seit 1919 wird er zunächst von der Imperial War Graves Commission, heute von der Commonwealth War Graves Commission, der britischen Kriegsgräberfürsorge, vorbildlich gepflegt. Auf dem höchsten Punkt des Friedhofs befindet sich ein ungefähr sieben Meter hoher Obelisk, aufgestellt von den Deutschen zum Gedächtnis sowohl für die deutschen als auch die britischen Soldaten, gefallen bei den Kämpfen um Mons am 23. und 24. August 1914.

Unter dem Obelisk betrachten wir das Leben von Gertraud von Bullion und suchen nach Verbindungen zu unserem eigenen Leben. Für die vier Gedanken dazu zünden wir je eine Kerze an.

Schiffshebewerk von Strepy-Thieu_Bildgröße ändern

Kultur: Das Schiffshebewerk von Strepy-Thieu

Bei doch etwas trübem und regnerischem Wetter brechen wir in Richtung Eifel auf. Unterwegs nehmen wir in einer Raststätte ein Mittagessen ein. Anschliessend besuchen wir das Schiffshebewerk von Strepy-Thieu in Roeulx in Belgien.

Das futuristisch anmutende Schiffshebewerk von Strepy-Thieu, das nicht nur aufgrund seiner beeindruckenden Bauweise zu den touristischen Highlights der Region gehört, erhebt sich majestätisch in der schönen Landschaft des Hennegauer Lands. Der Canal du Centre verbindet das Scheldebecken mit den Flussläufen der Maas und der Nordsee. Im Jahr 2002 ging das hochmoderne Schiffshebewerk Strépy-Thieu in Betrieb. Es überwindet 73 Meter Höhenunterschied in einem Zug. Schon seine Größe mit 81 Metern Breite, 130 Metern Länge und 117 Metern Höhe ist beeindruckend. Durch zwei separate mit Wasser gefüllte Becken werden die Kanalschiffe wie in einem Personenaufzug auf das jeweils andere Niveau befördert.

Geysir Wallende Born_Bildgröße ändern

Natur: der Geysir Wallender Born

Am späteren Abend treffen wir in Wallenborn ein und beziehen im Landhaus am Brubbel unsere Logis für diese Nacht. Nach einem feinen Nachtessen besichtigen wir noch den Geysir Wallender Born. Neben kreisrunden Maarseen, Vulkanen, Lavaströmen und unzähligen Mineralquellen gibt es noch eine weitere Besonderheit: im Ort Wallenborn befindet sich der einzige Kaltwasser-Geysir der Vulkaneifel, der Wallende Born (Wassertemperatur 9°C).
Der im Volksmund „Brubbel“ genannte Geysir besticht durch Verlässlichkeit: Etwa alle 30 Minuten bricht er innerhalb von Sekunden in einer bis zu drei Meter hohen Fontäne aus. Die Anstiegshöhe des Wasserspiegels geht während der weiteren Wallung (4-6 Minuten) auf 60 cm zurück.

Ursache des Ausbruchs ist Kohlendioxidgas, das aus dem Untergrund aufsteigt. Es sammelt sich in einem unterirdischen Wasserreservoir bis zur Übersättigung und entleert sich schlagartig – vergleichbar mit einer Mineralwasserflasche, die geschüttelt wird. Dabei entstehen Gasblasen, die das Wasser zum Aufwallen bringen.

Herbststimmung am Gemünderer Maar in der Daun_Bildgröße ändern

Schönstatt: International am Urheiligtum

Am Donnerstag, 8. Oktober 2014 fahren wir bei Sonnenschein entlang der Maarseen in der Vulkaneifel und durch das Moseltal Schönstatt entgegen. Im Urheiligtum feiert Pater Antonio Bracht mit uns einen feierlichen Gottesdienst.

Anschliessend nehmen wir am Abendsegen teil. Plötzlich hören wir in weiter Ferne musikalische Klänge, die immer lauter werden. Kein Wunder, eine brasilianische Pilgergruppe besucht auch den Abendsegen. Bei solchen rhythmischen Klängen werden wir wieder an das eindrückliche Jubiläum vom 18.10.2014 erinnert. Dem Abendsegen steht P. Juan Pablo Catoggio, der neue Generalobere der Patres, vor. Wir kommen aus der kleinen Schweiz, doch vor dem Urheiligtum treffen wir unsere grosse Schönstatt – Familie und dürfen vielen lieben, bekannten Menschen begegnen.

Am Freitag brechen wir Richtung Marienthal im Elsass auf. Hier war Josef Engling in der Kaserne. Die Schwestern nehmen uns herzlich in Empfang und laden uns gleich in die Vesper ein. Nach dem Nachtessen sitzen wir noch zusammen und halten Rückblick auf diese bewegende Wallfahrt.

Am Samstag brechen wir auf und nehmen den Weg Richtung Schweiz unter die Räder.

Wir blicken zurück auf eine sehr bewegende Wallfahrt, welche uns Josef Engling und Gertraud von Boullion noch näher gebracht haben.

Gedenktafel an der Pfarrkirche in Marienthal_Bildgröße ändern
Gedenkplakette in Marienthal

Alle Fotos: Franz Schuler

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