Veröffentlicht am 2019-12-16 In Kampagne, Projekte

Abfallsammelnd pilgern? Wunderbar unüblich

PARAGUAY, Martín Pereira Ortiz •

Was machen die da mit ihren grünen und blauen Plastiksäcken auf dem Weg nach Caacupé, während alle anderen zur Jungfrau der Wunder von Caacupé, der Patronin von Paraguay, pilgern und beten und singen…? Genau das. Diese Schönstätter sind auch auf Wallfahrt, sie beten, sie singen… Und während sie das tun, sammeln sie den Müll, den die anderen Pilger an den Straßenrand schmeißen… —

8. Dezember, ein ganz besonderes Datum für alle Paraguayer, ein überaus marianisches Volk. Es ist ein Feiertag im ganzen Land, wir erinnern uns an den Festtag der Jungfrau der Wunder von Caacupé, Mutter und Schutzpatronin aller Paraguayer. Das Heiligtum der Jungfrau Maria befindet sich in der Stadt, die den Namen der Gottesmutter, Caacupé, trägt und auf einem Hügel liegt. Nach volkstümlicher Tradition pilgern am Vorabend Tausende von Pilgern aus allen Teilen des Landes dorthin, erfüllen Versprechen, danken oder bitten die Jungfrau der Wunder.

Wie es Don Joao Pozzobon gemacht hätte

Vor zehn Jahren haben wir, eine Gruppe von Missionaren der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter uns vorgenommen, vom Heiligtum in Tuparenda, dem nationalen Heiligtum Schönstatts, in einer Pilgerprozession die Auxiliar der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter nach Caacupé zu bringen, so wie wir glauben würden, dass der Initiator der Kampagne, Joao Pozzobon, tun würde, wenn er in Paraguay leben würde. Es ist 20 Kilometer den Hügel hinauf unter der intensiven Sonne des paraguayischen Sommers. Viereinhalb Stunden Opfer, mit dem Ziel, pünktlich um 19:00 Uhr, der Beginn der Messe, die von der Schönstatt-Bewegung gestaltet wird, anzukommen.

Die Idee, abfallsammelnd zu pilgern

Während der Wallfahrt 2018 beobachtete ich eine unserer Missionarinnen der Pilgernden Gottesmutter, die eine leere Wasserflasche und anderen Müll von etwas, das sie gegessen hatte, in ihren Händen trug und nach einem Mülleimer suchte, um es wegzuwerfen, wie es vielleicht jeder tun würde. Mehr als ein Kilometer ist vergangen, ohne dass ein Müllbehälter in Sicht kam, ich sehe auf dem Boden Hunderte von Flaschen und Müll, die von anderen Pilgern geworfen werden, die nicht das gleiche ökologische Gewissen haben, tatsächlich ist die ganze PIlgerstrecke eine echte Müllhalde und ich frage mich: Wie kann es Menschen geben, die so gedankenlos sind? Nach einer Weile findet sie einen Müllbehälter und wird ihren lästigen Müll los. In diesem Moment, in dem ich unter so viel Verschmutzung der Umwelt weitergehe, ertönten die Worte von Pater Kentenich, der uns Schönstätter einlädt, eine Oase inmitten der Welt zu sein. Ich nähere mich der Frau und sage ihr: „Wie kann es so schwer sein, eine Mülleimer zu finden? Und die Leute, die ihren Müll überall hinwerfen? Jemand muss all das reinigen, und gemeinsam überlegen wir, nächstes Mal abfallsammelnd nach Caácupé zu pilgern.

Wir brauchten viel länger, aber das war es wert

Motiviert durch dieses Gespräch, luden wir bei der diesjährigen Wallfahrt nach Caacupé alle ein, unterwegs Abfall aufzusammeln, wir pilgerten also in einem langsamen Tempo, indem wir Stöcke mit Spitzen zum Aufnehmen des Mülls und Säcke zum Aufbewahren verwendeten, und ein Van begleitete uns, damit wir das Angesammelte transportieren konnten. Wir verbrachten sieben Stunden damit, die zwanzig Kilometer zu pilgern und dabei zu reinigen, was wir konnten, zu meditieren und den Rosenkranz zu beten, und natürlich leitete unser Auxiliar die Wallfahrt.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig in der Basilika von Caacupé an, sehr müde, aber glücklich über die Tatsache, dass wir unser Gewissen reinigen und etwas von der Kontaminierung beseitigen konnten, die achtlose Pilger verursacht haben. Wir sammelten drei Lieferwagen voller Müll, es gab noch viel mehr zu reinigen, aber irgendwie fühlten wir uns wie eine Oase mitten in der Welt.

 

 

 

 

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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