Veröffentlicht am 2. Mai 2015 In Kommunikation, Schönstatt im Herausgehen

Sieben Fragen… an Aleix Forcada, Regisseur von „Drei rebellische Mönche“

Interview mit Aleix Forcada Zamora •

Das Projekt 3MR (3 monjes rebeldes) ist eine Initiative der Schönstattjugend von Madrid. Ziel ist die Realisierung einer Non-Profit-Kinoproduktion, die christliche Werte verbreiten möchte. Der Film, dessen Erstaufführung letzte Woche stattgefunden hat, basiert auf dem Buch „Three Rebellious Religious/ Tres Monjes Rebeldes“ von M. Raymond, O.C.S.O. Aleix Forcada ist Regisseur des Projektes und antwortet auf die Fragen der Redaktion von schoenstatt.org.

Wie kam es zu der Idee, einen Film zu drehen?

Fotos: 3MR
Ich glaube, es ist das Ergebnis von verschiedenen Lebensströmungen, die in unserer Generation über die Jahre entstanden sind, und auch das Ergebnis einer direkten Initiative Gottes, der uns in den richtigen Augenblick und an den richtigen Ort gebracht hat, und in uns dieses Projekt hat entstehen lassen.

Zuerst war da einfach das Anliegen in der männlichen Studentenbewegung Spaniens, ein Projekt zu realisieren, das uns als Gliederung einen und unsere Bindungen stärken würde, und es musste ein Projekt sein, an dem wir gemeinsam arbeiten und unsere Talente erkunden könnten, denn Jugendliche verbinden sich und werden Freunde, indem sie miteinander für ein gemeinsames Ziel kämpfen. Gleichzeitig gab es das Anliegen, die neuen Kommunikationsmedien und die neue digitale Kultur als Werkzeug der Evangelisierung zu nutzen: dass sich das Christentum nicht davon entfernt, sondern sich voll und ganz in diesen Ambiente hineingibt und seine Botschaft durch und in dieser Welt verkündet, denn wenn wir es nicht tun, tun es andere für dich und verbreiten eine Vision, die eben nicht deine ist. Außerdem hatte unsere Jugend das Glück, auf eine große Zahl von Leuten mit einem großen Anliegen und Talenten im künstlerischen, kreativen und unternehmerischen Bereich zählen zu können, so dass, als die Idee einmal geboren war, ein gewisser Kern da war, der bereit war, das Projekt zu seinem zu machen und sich dafür zu begeistern.

Was uns schließlich dazu brachte, es tatsächlich zu tun, war die Lektüre des Buches „Drei rebellische Mönche“, das eine sehr junge und attraktive Vision von Heiligkeit gibt, und das uns entflammt und viel Begeisterung unter uns geweckt hat. Wir haben die Abschnitte des Buches, die uns am meisten gefallen haben, immer wieder kommentiert, und unbewusst haben wir uns es uns dabei im Kopf so vorgestellt, wie wir gewohnt sind, Geschichten aufzunehmen: als Film.

Wie viele Personen waren bei dem Projekt beteiligt? Waren Profis aus dem Bereich Film und Kino im Team?

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Ungefähr 100 Personen, auch wenn der mehr oder weniger treue und beständige Kern ungefähr aus 30 Leuten bestand. Es gab sporadisches Zusammenarbeiten mit Profis, die uns wertvolle Hilfen und viele Ratschläge gegeben haben, aber die meiste Zeit waren da nur wir, also, wir und die Gottesmutter.

Was hat Euch am meisten motiviert, mit dem Projekt weiterzumachen?

Na ja, die Motivation hat sich im Lauf der Zeit verändert. Am Anfang hat das Neue motiviert und der Wunsch, etwas Großes zu machen und darin unsere Talente zu entfalten. Aber in schwierigen oder erschöpfenden Momenten, da war es das gegebene Wort und die Erwartung, die wir geschaffen hatten, was uns weitermachen ließ. Wir hatten immer als Ziel: „Noch ein Dreh, bis wir den Film fertig haben.“ Ich denke, hinter uns stand immer der heilige Robert (der Heilige, um den es in dem Film geht), der uns geholfen und unterstützt hat, wir haben uns von Anfang an unter seinen Schutz und seine Fürsprache gestellt, und bei jeder Szene, die wir gefilmt haben, bevor es hieß: „Klappe“, sagte einer: „Heiliger Robert…“, und die anderen antworteten: „Bitte für uns.“

Was war der schwierigste Moment bei der Produktion?

Das war nach dem ersten Dreh im Semester 2012/2013. Wir waren begeistert und motiviert für das Projekt zurückgekommen, und wollten in dem Jahr mehrere Drehs machen, doch der Alltag und die Verpflichtungen in der Uni nahmen uns komplett gefangen und wir bekamen gar nichts getan. In der Zeit überlegten wir sogar, das ganze Projekt aufzugeben, doch Gott sei Dank haben sich uns wieder Türen und Fenster geöffnet, so dass wir weitermachen konnten, und Gott zeigte uns, dass wenn unsere Kräfte versagen, er da ist, um das begonnene Werk zu vollenden, dass es sein Projekt ist, und dass wir nur fähig sein würden, es voranzubringen, wenn wir vertrauen und uns ganz auf ihn verlassen.

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Was war der witzigste Moment bei den Dreharbeiten?

Da gibt es so viele Geschichten, dass es schwer fällt, eine zu nennen. Ich erinnere mich an eine Szene beim ersten Dreh, bei dem der Hauptdarsteller einen Lachkrampf bekam, und wir mussten die Aufnahme neunzehnmal drehen, bis er sich beruhigt hatte! Ein andermal, beim zweiten Dreh, da hatten wir stundenlang gearbeitet und waren so müde, dass ich plötzlich „Klappe“ rief, obwohl die Kamera gar nicht an war und die Schauspieler noch gar nicht da waren – das gab natürlich schallendes Gelächter bei allen! Manchmal ist es uns passiert, dass wir am Drehort ankamen und feststellten, dass wir das Stativ vergessen hatten, oder sonst irgendein entscheidendes Teil…

Wann und wo kann man den Film sehen?

Im Moment sind wir noch im Gespräch mit einem Verleih, und wenn die bereit sind, unseren Film zu verbreiten, beginnt eine Tour, die in einigen Kinos von Spanien in diesem Sommer 2015 beginnt, und danach würden wir versuchen, den Sprung nach Lateinamerika und USA zu schaffen. In erster Linie hängt die Frage, ob der Film gezeigt wird oder nicht, vor allem davon ab, welche Aufnahme er findet, und von unserem Gebet. Auf unserer Facebook-Seite „Proyecto 3MR“ informieren wir auf jeden Fall rechtzeitig, wie es mit den Aufführungen aussieht.

Letzte Frage: Hat sich die ganze Mühe gelohnt? Und wenn ja, warum?

Ja, es hat gelohnt, wie sich alles lohnt, was von Gott kommt. All die Begegnungen und der ganze Vorgang haben uns innerlich verwandelt, haben uns lernen lassen, nicht nur in Blick auf Film- und Kinotechnik, sondern einfach menschlich, in der Art, wie wir miteinander umgehen, wie wir zusammenarbeiten, und auch spirituell, dass wir Gott machen lassen, dass wir nicht für uns behalten, was wir in Schönstatt und in der Kirche bekommen haben, sondern dass wir es kommunizieren, dass wir es teilen. Auch haben wir viel von der monastischen Spiritualität mitgenommen, von den Zisterziensern, die uns gelehrt haben, eine geduldigere Sicht der Wege und Rhythmen Gottes zu haben, zu lernen, Gott in der Stille und Kontemplation zu lieben und im Dienst an den anderen. Außerdem haben viele von uns dank dieses Projektes ihre Berufung für die Welt von Film und Kino gefunden, und so Gott will, wird man auch weiter von uns hören!

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 Alle fotos: Proyecto 3MR
Original: Deutsch. Übersetzung: Maria Fischer, Schoenstatt.org

 

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