Veröffentlicht am 29. Mai 2017 In Urheiligtum

Die zwei Unterschiede zwischen dem Schönstatt-Heiligtum und vielen anderen Marienwallfahrtsorten

ARGENTINIEN/URHEILIGTUM, Maria Fischer •

„Waren Sie am 13. Mai da, als der Papst in Fatima war?“ – „Nein, ein paar Tage vorher, aber wir haben schon die ganzen Vorbereitungen für den Papstbesuch gesehen“, sagt einer der Pilger der Pfarrei vom Unbefleckten Herzen Mariens in City Bell, Argentinien, am letzten Tag dieser fast einmonatigen Pilgerfahrt, während die Gruppe vor dem Urheiligtum auf den Beginn ihrer heiligen Messe wartet, unter Nieselregen und begleitet vom ohrenbetäubenden Krach des Rasenmähers. Es ist Bündnistag, 18. Mai 2017.

Mit dem Wunsch, zu Marienheiligtümern in Europa zu pilgern und einige geistliche Lebenswege kennenzulernen, war die Gruppe am 24. April aufgebrochen, im Gepäck die Anliegen der Pfarrgemeinde, die als Pfarrei ein Marianisch-Missionarisches Jahr begeht. Sie wurden begleitet von  ihrem Pfarrer, Pfr. Jorge González, Mitglied des Schönstatt-Priesterbundes. In diesen vier Wochen waren sie als Pilger in den Heiligtümern von Fátima, Santiago de Compostela, Montserrat, Pilar, Lourdes, Covadonga, Wundertätige Medaille (París), Heiliges Herz Jesu (Paray-le-Monial) und Schönstatt. Sie vertieften sich in die geistlichen Orte und Wege von Ignatius von Loyola und Manresa, Teresa und Avila, Johannes vom Kreuz und Segovia, Therese und Lisieux, Vinzenz von Paul und Nächstenliebe, Katharina Labouré und die Wundertätige Medaille und Josef Kentenich und Schönstatt. Ein mehr als vollständiges, mehr als tiefes geistliches Pilgerprogramm. Vier Tage, die letzten vier dieser Wallfahrt, verbrachten sie in Schönstatt, im Priester- und Gästehaus Marienau. Einige von ihnen gehören zur Schönstatt-Bewegung und sind sehr verbunden mit dem Bildstock in City Bell, alle sind offen für dieses Charisma im Dienst der Kirche.

Ein Bündnis und eine Tür nach draußen

Höhepunkt der Wallfahrt ist die Bündnismesse am 18. Mai im Urheiligtum. Rektor Egon Zillekens (aus dem Basisteam von schoenstatt.org) und Pfr. Jorge Gonzalez weisen im Vortrag vor der Bündnismesse bzw. in der Predigt auf die beiden großen Unterschiede zwischen all diesen aufgesuchten Marienheiligtümern und dem Schönstatt-Heiligtum hin: In Schönstatt geht es nicht um Marienverehrung. Punkt. In die erstaunte Stille hinein sagt Rektor Zillekens: In Schönstatt geht es nicht um Marienverehrung, sondern um ein Bündnis, und das ist etwas Gegenseitiges, mit all der Mühe, die das mit sich bringt. In der heiligen Messe klingt das kurz danach in einem der Lieder auf: „Mit dir wird mein Weg hart, denn ich muss mich öffnen für einem neuen Horizont…“ Ist so. Im Liebesbündnis verlangt Maria von ihren Verbündeten, sich neuen Horizonten zu öffnen – Horizonten wie dem Bau von solidarischen Häusern in den Elendsvierteln von Asunción, Besuchen im Gefängnis, in Slums, Horizonten wie der Gründung einer Kindertagesstätte oder einer Schule, wie dem Einmischen in Politik und Gesellschaft, in Fragen von sozialer Gerechtigkeit und Frieden. Schwierig, und wunderbar. Und es hält jung, besser als jedes Fitness-Studio.

Und damit nicht genug. Das Heiligtum Schönstatt ist  nicht zum Drinbleiben, sondern zum Herausgehen in erneuertem missionarischen Engagement, um die Frohe Botschaft bis an die Enden der Erde und die Peripherien der menschlichen Existenz zu bringen, betont Pfr. Jorge Gonzalez. Die Tür des Urheiligtums öffnet sich nach außen … und wenn nicht der immer stärker werdende Regen gewesen wäre, hätte es noch ein Gruppenfoto gegeben mit den Pilgern, die eilends aus dem Urheiligtum stürmen.

Der Schlüssel

In diesen beiden Unterschieden liegt der Schlüssel – doch wie schwierig ist es, bis die Schönstätter selbst das verstehen und begreifen.

Voraussetzung ist diese Haltung, sich nicht zufriedenzugeben mit dem, was wir schon haben, kennen, tun und sind … Es ist diese Haltung, uns nicht damit zufriedenzugeben, dass etwas so enden muss. .. Es ist diese Haltung, eben nicht drei Hütten zu bauen, um uns abzuschotten und vor der bösen Welt zu beschützen, sondern herauszugehen, diesen Schritt hinein in die Risikozone zu wagen, diesen Schritt nach draußen, in das noch Missionarischere, noch Offenere, noch Neuere, noch Barmherzigere, noch Mutigere. Hinein in den selbstlosen Dienst.

Vor dem Herausgehen (ohne Foto, aber eilends) schlossen oder erneuerten die Pilger aus Argentinien ihr Liebesbündnis, und jeder von ihnen trug sich im Bündnisbuch, das auf dem Altar des Urheiligtums lag, ein.

Ein paar Stunden danach schon brachen sie von der Marienau aus, „wo wir uns einfach zu Hause gefühlt haben“, auf zurück nach City Bell, um die Früchte dieser intensiven Wallfahrt in ihre Pfarrei zu bringen, als Beitrag zum Marianisch-Missionarischen Jahr.

 

Peregrinación parroquial de City Bell

Original: Spanisch, 19. 05. 2017. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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2 Responses

  1. MhC
    Liebe Schönstattfreunde und -Freundinnen,
    die Ansprachen von P. Zillikens und P. Gonzales haben mir viel zu sagen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir diese Predigten senden könnten.
    Mit herzlichem „Verlgelt’s Gott“
    Br. Willibald SAC

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