Veröffentlicht am 16. Juli 2017 In Haus Madre de Tuparenda, Werke der Barmherzigkeit

Die ersten Absolventen von Haus „Madre de Tupãrenda“

PARAGUAY, Ani Souberlich •

„Ende des Monats machen die ersten drei Jugendlichen, die nach ihrer Haftentlassung freiwillig in das vom Justiministerium im Bündnis mit dem Verein zur Förderung von Werten und Gewaltprävention (Fundaprova) angebotete Resozialisierungsprogramm eingestiegen sind, ihren Abschluss.“ So beginnt ein langer Artikel in der Tageszeitung „La Nación“ über die ersten Absolventen von Haus „Madre de Tupãrenda“. „Das Wiedereingliederung-Programm für junge Menschen, die in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, kann bis zu 20 junge Leute aufnehmen, die das Bäckerei- oder Gartenbau-Handwerk erlernen möchten. Für diese Arbeiten erhalten sie Lohn und einen Bonus, der ihnen die Möglichkeit gibt, weitere Kurse zu besuchen, um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern mit dem Ziel auf gute Aussichten, einen Job zu finden.

Diese soziale Investition, die die Regierung damit vornimmt, dient dazu, als Gesellschaft jungen Paraguayern eine Chance zu geben. Eine Gelegenheit, ihnen Werte zu zeigen und Fähigkeiten zu vermitteln, die ihrer beruflichen Eingliederung dienen, damit sie sich nützlich erleben für sich selbst und die Gesellschaft“, erklärte Justizminister Martínez bei der Feier der ersten drei Absolventen am 1. Juni, die jetzt, gut einen Monat danach, alle drei voll im Arbeitsprozess stehen.

„Gib mir deine Schwächen, gib mir deine Fehler. Ich verzeihe alles. Jesus vergibt alles, er vergibt immer“, so sagte Papst Franziskus bei der Predigt in der Morgenmesse am 7. Juli  für die Arbeiter des Vatikanischen Industriezentrums. Es ist das, was er auch dieses drei Jugendlichen und allen, die im Haus Madre de Tupãrenda sind, sagen würde. „Das ist unser Trost und unsere Hoffnung: dass er immer vergibt, immer, immer die Seele heilt. Das ist unser Trost, Jesus ist für mich gekommen, um mir Kraft zu geben, um mich glücklich zu machen, um mein Gewissen zu beruhigen. Habt keine Angst. In den schwierigen Momenten, wenn man die ganze Last all der Dinge spürt, die wir getan haben, dann liebt Jesus mich besonders, eben weil es so ist.“ Im Haus Madre de Tupãrenda, verkleidet Jesus sich als P. Pedro, als Ricardo, Ani, Cristy, Ana Maria, Gisela…, um den Jugendlichen genau das zu sagen und zu zeigen. Und er verkleidet sich auch als die Menschen, denen er Herz und Konto öffnet, um die Arbeit im Haus Madre de Tupãrenda möglich zu machen.

Ein Fest im Bündnis mit Javier, Gustavo und Guido

An besagtem 1. Juni war das ganze Haus festlich geschmückt zur Abschlussfeier der ersten drei Teilnehmer, die die vorgesehenen neun Monate des sozialpädagogische Projektes der gesellschaftlichen Wiedereingliederung und Persönlichkeitsentwicklung im Haus Madre de Tupãrenda erfolgreich abgeschlossen hatten.

Diesen Tag hatten alle, die Tag für Tag diese Jugendlichen in ihrem Wachsen begleitet hatten, mit großer Freude erwartet. Die ersten, die die festgelegte Zeit im Projekt beendet hatten, die ersten, die uns zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn man diesen jungen Menschen nur die Möglichkeit dazu gibt, wenn sie mit Unterstützung und Begleitung von Menschen rechnen können, die auf das Gute in ihnen setzen.

Eine große Freude war die Teilnahme von Vertretern des Justizministeriums, von Fundaprova, der Deutschen Botschaft und dem Berufsförderungszentrum von Itauguá, ebenso wie von anderen Einrichtungen, die dieses Projekt von Anfang an unterstützt haben.

Der Justizminister gratuliert den Absolventen

Mit Ausdauer und Beständigkeit

Javier, Gustavo und Guido sind die ersten, die mit Einsatz und vor allem mit Ausdauer und Beständigkeit das Ziel erreicht haben  in diesen neun Monaten ihres Aufenthaltes.

Dieser Abschluss war für sie so wichtig, dass sie mit Anzug und Krawatte erscheinen wollten, denn der Schritt, den sie taten, sei „wie ein Zurücklassen des alten Menschen und ein Anziehen  des neuen Menschen.“ Drei junge Männer, die ein schwieriges Leben hinter sich haben, die Gefängnis und Drogen kennengelernt und auf dunklen Wegen gegangen sind, und die heute mit konkreten Taten im Namen aller noch kommenden Jugendlichen zeigen, dass sie im Leben einfach nur einmal eine echte Chance gebraucht haben. So oft sagen wir: Diese Chance, die wir gehabt haben, sie aber nicht. Im Laufe dieser neun Monate haben sie fürs Leben trainiert, für ein Leben, das sie so nie gekannt haben – mit Zielen, mit Träumen, mit Hoffnung, mit Verantwortung, mit der Gestaltung einer besseren Zukunft für sich selbst und ihre Familien.

 

Mitten in der Arbeit

Am Montag, dem 5. Juni, begannen die drei ihr Praktikum im Bereich der Bäckerei in verschiedenen Supermärkten, denen wir für ihre Offenheit und Unterstützung für die Aufnahme unserer drei Absolventen als Praktikanten danken. Am Anfang sollten sie beim Verpacken der Backwaren eingesetzt werden, doch als man ihr Zertifikat sah und merkte, wieviel Ahnung und Geschick sie hatten, wurden sie direkt in der Produktion eingesetzt.

Ein von Haus Madre de Tuparenda bestimmter Betreuer begleitet sie in dieser Phase, achtet darauf, dass sie regelmäßig, pünktlich und verantwortlich arbeiten, sodass weder der Jugendliche noch das Unternehmen alleingelassen sind. So folgen wir gespannt ihren Erfolgen und Fortschritten, Tag für Tag.

Tag für Tag erleben wir dabei, dass das Projekt „Haus Mutter vonTupãrenda “ ein Werk der Gottesmutter ist und sie sich als Herrin und Königin um jede Kleinigkeit kümmert. Wir können sie förmlich sagen hören: „Sie haben keinen Wein mehr“, und schon wird das Wasser zu Kleidung, Milch, Arzneimittel, Mehl, Butter… Es wird zu dem, was wir gerade in diesem Moment brauchen, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten und um den Jugendlichen zu zeigen, dass sie einfach das Vertrauen nie verlieren dürfen, das Vertrauen in eine neues Leben, das sie nach den neun Monaten im Haus erwartet.

Mit viel Hoffnung setzen wir weiter auf diese Jugendlichen und danken Ihnen allen für alle Unterstützung materieller oder geistiger Art, alles zählt und es ist nie zu viel!

Vertreterin der Deutschen Botschaft

Ein erfreulicher Besuch

Am 13. Juni erhielt Haus Madre de Tupãrenda dann einen erfreulichen Besuch. Guido kam und erzählte uns, dass er im Supermarkt richtig gut arbeite. Sein strahlendes, sauberes Gesicht und seine ganze Erscheinung ließen nicht daran denken, woher er kommt und was er erlebt und erlitten hat. Um den Hals trug er mit Freude und Stolz eine Kette mit dem kleinen Kreuz von Papst Franziskus, von ihm gesegnet, das Geschenk vom großen Fest der Taufe, Erstkommunion und Firmung in Haus Madre de Tupãrenda.

Ein Foto, das man Papst Franziskus schicken sollte…

 

Die Jugendlichen von Haus Madre de Tupãrenda brauchen Unterstützung – im Gebet zuerst, aber auch finanziell.


Oder per traditioneller Überweisung:

Schönstatt-Patres International e. V., IBAN: DE91 4006 0265 0003 1616 26, BIC/SWIFT GENODEM1DKM, VWZ: P. Pedro Kühlcke, Casa Madre de Tupãrenda

In Deutschland steuerabzugsfähig, dafür bitte Ihre vollständige Adresse angeben.

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1 Responses

  1. Mein Versprechen gilt weiterhin: Taeglich nach der hl. Messe ein Extragebet an den Ewigen Vater fuer alle Bewohner des Hauses in Tuparendá, fuer die, die emfangen, fuer die, die geben und das Wechselseitige Geben und Schenken.

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