Veröffentlicht am 30. August 2015 In Urheiligtum

„Gottes Bund mit den Menschen“

Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz, www.dbk.de

Zu einem engagierten Glaubensbekenntnis und Zeugnis für den christlichen Glauben hat heute der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, aufgerufen. Das christliche Zeugnis für die Welt zeige, dass „wir in einer absichtslosen Liebe da sind und uns der Nöte und Sorgen der Menschen annehmen“, sagte Kardinal Marx in seiner Predigt anlässlich eines Pilgergottesdienstes im Wallfahrtsort Schönstatt bei Koblenz. Er forderte dazu auf, sich der Frage zu stellen, was der Glaube ausmache: „Was glauben wir, wen bekennen wir, von wem sind wir gesandt?“, fragte Kardinal Marx.

Deshalb sei es notwendig, in die Heilige Schrift zu schauen und das außergewöhnliche Gottesbild zu verstehen. „Es ist eine Herausforderung, die alten Worte immer wieder zu hören und dabei auch neu zu entdecken. Zentral ist in den Worten der Schrift der Bundesschluss. Das Geheimnis der Welt kann der Mensch nicht ergründen, es kommt auf uns zu und sucht Gemeinschaft mit uns. Dieses Geheimnis – Gott – schließt einen Bund mit den Menschen, keinen Fetzen Papier, sondern einen Vertrag, um gemeinsam etwas zu erreichen: Das ist der Bund Gottes mit den Menschen.“ Dieser Vertrag, so Kardinal Marx, habe Ziele, er sei darauf ausgerichtet, die ganze Welt zu erneuern. „Der Bundesschluss Gottes mit seinem Volk zeigt, dass das Volk gesandt ist, um der Welt deutlich zu machen, was ein gutes, gelingendes, richtiges Leben ist.“

Ein solcher Bundesschluss bedeute, dass die Menschen zusammengehören, „aber gleichzeitig die anderen nicht vergessen“, betonte Kardinal Marx. Es gehe nicht um ein „Wir und die anderen“, sondern immer um ein „mit den anderen“. Das zeige sich auch im Selbstverständnis der Kirche, die „nicht für sich selbst da ist. Unser Auftrag als Kirche ist die Erneuerung der ganzen Welt in Christus. Gott geht auf die Menschen zu, das Volk Gottes hat einen Auftrag in der Sendung Gottes, eine neue Lebensweise, eine neue Art miteinander umzugehen: einladend an alle Welt, ein Zeichen zu setzen. Das ist die wahre Evangelisierung“, so Kardinal Marx.

Der Bundesschluss brauche aber auch immer eine Erneuerung und Vertiefung, betonte Kardinal Marx. „Deshalb ist der Bundesgedanke von Schönstatt ein wichtiges Beispiel, was sich im letzten Jahr zum 100-jährigen Jubiläum von Schönstatt eindrucksvoll gezeigt hat: Das war und ist ein Impuls für die ganze Kirche. Es war eine Vertiefung des Liebesbündnisses, was der Gründer von Schönstatt, P. Joseph Kentenich, wollte.“ Zur Erneuerung des Bundes gehöre auch die Verinnerlichung des Bundes. „Wir brauchen keine Selbstrechtfertigung des Menschen, wir können uns vor Gott nicht aufbäumen, sondern wir müssen vor Gott stehen und von ihm empfangen. Die Erneuerung des Bundes mit Gott ist die Pflege einer persönlichen Beziehung mit Gott. Dazu dient das Gebet, das die innere Kraft dieser Erneuerung und Verinnerlichung schenkt.“

Kardinal Marx rief den rund 300 Pilgern in Schönstatt zu: „Die Kraft des inneren Gebets macht die Zukunft der Kirche aus, ein inneres Bündnis des Menschen mit Gott, bei dem der Mensch weiß: Ich bin angenommen und geliebt. Das ist die Kraftquelle dafür, einen Bundesschluss mit anderen zu leben und mit Gott auf dem Weg zu sein und sich seines Bundes zu vergewissern.“ In der Schönstatt-Bewegung zeige sich das besonders im Einsatz für die Familien: „Hier wird gelebt, wie schön es ist, Familie zu sein und wie der Bund Gottes mit den Menschen gelingen könne: Dieses Zeugnis für die Welt brauchen wir auch künftig. Es macht deutlich, dass wir als Christen in einer absichtslosen Liebe da sind. Wir sind da für Menschen auch anderer Religionen und Weltanschauungen, auch für jene, die uns ablehnen. Wir sind da, wenn Menschen in Not sind! Das ist auch ein Zeugnis, das aus dem Bundesversprechen mit Gott kommt“, so Kardinal Marx.

 

 Quelle: PM der Deutschen Bischofskonferenz

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