Veröffentlicht am 2020-05-31 In Leben im Bündnis

Ein Blatt vom Baum. Eine persönliche Spurensuche

Von Pfr. Hubert Vonlanthen, Fribourg, Schweiz •

Am Freitagabend des 22. Mai – nach einem relativ arbeitsreichen Tag – entschied ich mich, zum Beginn der Novene auf Pfingsten hin eine kleine Wallfahrt zu einer nahegelegenen Kapelle innerhalb meiner Pfarrei zu machen. Es ist die «Mülital-Kapelle», welche der «Muttergottes der Immerwährenden Hilfe» geweiht ist. —

Ich verband mich innerlich mit allen Schönstattfreunden, hier in der Schweiz, in Chile und auf der ganzen Welt, die sich auf diese Krönung (N.d.R.: im Heiligtum in Bellavista, Chile, am 31. Mai 2020) vorbereiten. Ich hatte sehr große Freude an der Initiative von Sr. Angeline Duvoisin, welche für die Kreise der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter wertvolle Impulse für die Krönung der Bilder am Pfingstsonntag, 31. Mai, vorbereitet hatte. Wie versprochen wollte ich mich in diese Vorbereitung und Krönung einschalten.

Das Wachstum und die Fruchtbarkeit der Kreise der Pilgernden Gottesmutter, die mit dem Heiligtum Fribourg eng verbunden sind, die regionale Wallfahrtsbewegung, sowie das Heiligtum von Bellavista und seine Sendung sind mir grosse Anliegen.

Ein Blick auf die Geschichte des Heiligtums in Fribourg

Ich darf da kurz anfügen, dass das Datum des 31. Mai, das einzigartig mit diesen beiden Heiligtümern verknüpft, für mich (und auch für den Kernkreis des Fribourger Heiligtums) von ganz zentraler geistlicher Bedeutung ist. Ohne Heiligtum Bellavista kein Heiligtum Fribourg – und ohne Heiligtum Fribourg wäre ich heute nicht (Schönstatt-)Priester.

Damit wir die Zusammenhänge besser verstehen ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Fribourger Heiligtums.

Das Heiligtum würde heute nicht stehen ohne die chilenischen Studenten, Mit-Begründer des Heiligtums. Sie haben in den Jahren 1953-65 hier studiert und feierten auch hier – in der Kapelle der Ingenbohler Schwestern auf dem Schönberg – ihre Priesterweihe. Aus ihren Kreisen ist eine große Gruppe von Schönstattpatres hervorgegangen.

Die damaligen chilenischen Theologiestudenten haben als Dank für ihre Studienzeit in Fribourg der Muttergottes die Krone über dem Gnadenbild geschenkt. Die Krone ist eine Reproduktion der Krone, die sich im Urheiligtum und auch im Heiligtum von Bellavista befindet (seit 1949).

Auf der Rückseite gravierten sie die Inschrift: «31 de mayo – clarifica te» Das heisst: «31. Mai – verherrliche Dich». Damit ist die Bitte gemeint, die Dreimal Wunderbare Mutter möge die Sendung des Heiligtums von Bellavista vom Heiligtum in Fribourg aus für die ganze Schweiz und darüber hinaus fruchtbar machen und ihr zum Durchbruch verhelfen.

Die Mission des Heiligtums Bellavista besteht darin, durch das Liebesbündnis mit der Muttergottes Maria, eine neue Mentalität des «organischen Denkens, Liebens und Lebens» zu fördern, wodurch die menschlichen und übernatürlichen Bindungen geheilt und wiederhergestellt werden – zur Erneuerung der Kirche und der ganzen menschlichen Gesellschaft.

Eben diese Krone wurde am 18. Januar 2018 aus dem Heiligtum in Bellavista gestohlen, und das ist der äußerliche Anlass für die chilenische Schönstattfamilie, am 31. Mai dieses Jahres die Muttergottes in Bellavista erneut zu krönen. Der innere Anlass hingegen ist die tiefe Krise von Kirche und Gesellschaft in Chile, die auch die Schönstatt-Bewegung nicht verschont hat.

Naturkrone

Zurück zu meinem Erlebnis. Ich wanderte einem Feldweg entlang und bog dann in einen kleinen Waldweg ab. Dabei betete ich den glorreichen Rosenkranz, um eine gnadenreiche Vorbereitung der Krönung und um reichen Segen für alle Beteiligten zu erflehen. Da sollte an diesem Abend mein besonderes Geschenk an die MTA sein.

Nach ca. 100 Metern erblickte ich einen Gegenstand am Boden und blieb wie elektrisiert stehen. Es war, als ob mein Blick von innen her gelenkt worden wäre. Was sah ich am Boden: ein herabgefallenes Blatt, dass ganz genau die Form einer Krone bildete – schöner hätte ein Künstler diese Krone nicht entwerfen können.

Dass ich dann auch noch – ohne Profi-Fotograf zu sein – ein so wunderschönes, edles Foto dieser Naturkrone schiessen durfte, ist für mich ein weiteres, unglaubliches Geschenk. Sieht die Krone auf dem Bild nicht aus, als wäre sie aus feinstem Gold mit aussergewöhnlich künstlerischer Geschicklichkeit gestaltet worden? Welchen Adel, welche Anmut strahlt doch diese Krone aus!

Und dann fällt doch sofort auf: es ist eine Dreifaltigkeitskrone!!

Für mich ist diese «Naturkrone» ein Geschenk des Himmels, der Dreimal Wunderbaren Mutter.

Meine persönliche Interpretation

Ja ein Geschenk unserer himmlischen Mutter, mit dem ich persönlich folgende Botschaft verbinde:

«Durch diese «Krone» will ich Dir ein Zeichen schenken, dass ich die Krönung gerne annehme und mit einem reichen Gnadenstrom vom Himmel beantworten werde

Und mir war es, als wollte sie mit dieser «Dreifaltigkeitskrone» noch eine weitere Botschaft verbinden:

«Nimm diese Natur-Krone als ein Geschenk des Dreifaltigen Gottes an, der dir damit sagen möchte, worauf es in Deinem Leben letztlich ankommen soll: Um die Verherrlichung des Dreifaltigen Gottes.

Ja, Dein Leben soll sich zu einem Lobpreis des Dreifaltigen Gottes entfalten – dafür werde ich, als Deine Herzenskönigin, Sorge tragen. Bemühe dich die Krönung in Deinem Alltag zu leben.

Und versprichst Du mir mit dieser Krönung ja nicht, dass ich Deine Mutter sein darf? Sagst Du mir mit dieser Krönung nicht:

‘Maria, meine himmlische Mutter, Dir gehört mein ganzes Leben, Dir gehören all meine Talente und Gaben, die Gott mir geschenkt hat, ich schenke Sie Dir, ganz und vorbehaltlos, damit Du mir hilfst sie zum Lobpreis, zur Verherrlichung des Dreifaltigen Gottes und zur Wohl meiner Mitmenschen vollkommen zu entfalten. Nur eines soll in meinem Leben zählen: mich Gott und den Mitmenschen in Liebe so zu verschenken wie Du Jesus, wie Du Maria und mit Eurer Hilfe’.

Ja, mein Kind, wenn Du diese Krönung – im Liebesbündnis mit mir, d.h. in täglicher Herzens-Verbundenheit mit mir, im Herzenstausch, trotz Deiner vielen Schwächen, jeden Tag neu zu leben versuchst, dann werde ich mich in Dir und durch Dich verherrlichen.

Ich werde Dein Herz vorbehaltlos und ungeteilt mit der Liebe meines Sohnes verbinden, so dass der Heilige Geist in Dir wirken und das Bild Gottes in Dir (Dein persönliches Ideal) zu voller Leuchtkraft entfalten kann – zur Ehre Gottes des Vaters.»

Das ist meine persönliche Deutung meines Erlebnisses, aber ich hatte einfach den inneren Drang, diese persönliche Erfahrung mit diesem kurzen Zeugnis weiterzugeben.

Ich vertraue diese Zeilen der Muttergottes und dem Hl. Josef an, damit alles, was ich hier aufgeschrieben habe nur den einen Zweck hat: Die Barmherzigkeit und Güte der Muttergottes, der Dreimal Wunderbaren Mutter und Königin von Schönstatt und des Dreifaltigen Gottes zu bezeugen.  Amen. Halleluja!!

 

Heiligtum in Fribourg, Schweiz

 

 

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