Veröffentlicht am 13. Mai 2018 In Misiones

Familien-Misiones 2018 in Italien

ITALIEN, Federico Bauml •

Es ist noch immer ein Thema in den Unterhaltungen, immer wieder und ganz spontan: die Familien-Misiones der italienischen Schönstatattjugend. Darum haben wir jetzt zwei Teilnehmer, Giacomo Zara und Anna Minici, gebeten, dass sie für schoenstatt.org davon erzählen. –

Wer gut beginnt, ist schon halb fertig

Giacomo, 23 Jahre alt, war einer der Verantwortlichen der Misiones. Eine komplexe Aufgabe, geprägt von Tausenden von unvorhergesehenen Wendungen, die er zusammen mit Denise, der anderen Verantwortlichen, bestens durchgeführt hat.

Hier sein Zeugnis:

In der zweiten Hälfte der Karwoche dieses Jahres brach ein Teil der Pfarrjugendgruppe der Pfarrei SS. Patroni in Rom aus der Hauptstadt auf für die jährlichen Misiones. Wie im letzten Jahr war die charmante Stadt Vico Equense an der Küste der Halbinser Sorrento das Ziel. Diese Erfahrung, die sich an der Tradition der Familien-Misiones Schönstatts orientiert, ist einer der wenigen Momente, in denen die Mitglieder der Pfarrei eine Möglichkeit haben, durch alle Altergruppen hinweg gemeinsam etwas zu unternehmen, wobei die Präsenz von Jugendlichen und Erwachsenen ein familienhaftes Klima schafft.

Die Mission bot die Gelegenheit, mit der örtlichen Gemeinde in vielerlei Hinsicht zusammenzuarbeiten: durch Teilnahme an der Liturgie, Mitgestaltung der Feiern, durch Besuche bei den Familien und sogar einem Treffen mit dem Ortsbischof. Wie die Jugendlichen oft sagten, lebten diese Misiones vom Lächeln: dem Lächeln der etwas Verwirrten angesichts dieser jungen Leute mit römischem Dialekt, die da an ihren Türen klingelten, dem Lächeln der oft fast zu Tränen Gerührten, die sich an uns erinnerten und sich freuten, uns nach einem Jahr wiederzusehen.

Im Verlauf der Tage wurde uns erneut klar, dass ein Projekt wie die Familien-Misiones nicht von uns allein abhängt, sondern von vielen anderen Faktoren: in den offenen Armen derer, die uns aufnahmen, in der Begeisterung derer, die uns begegnet sind und in der Einfachheit, mit der jedes kleine Hindernis überwunden wurde, hat sich eine Kraft gezeigt, die alle und alles durchdringt, und das hat uns gezeigt, dass wir einfach Werkzeuge sind, nicht mehr und nicht weniger.

 

Eine Kirche der verschlossenen Türen ist keine Kirche mehr

Die Tage der Mission waren ein Zeugnis dafür, dass es eine Familie gibt, wo es Liebe gibt und ein Zuhause, wo es Kirche gibt. „Es gibt nichts Außergewöhnliches in dem, was ich getan habe, um euch willkommen zu heißen“, sagte der Pfarrer von Pacognano bei der Verabschiedung: Vielleicht einer der stärksten Ausdrücke dafür, dass jeder Weg im Glauben mit einer offenen Tür beginnt und dass eine Kirche der geschlossenen Türen aufhört, Kirche zu sein.

Am Ende der vier Tage der Misiones, so unglaublich dicht, dass wir die Erfahrungen und Empfindungen kaum richtig verarbeiten konnten, nahm jeder der Jugendlichen etwas anderes im Gepäck mit nach Hause. Alle ohne Ausnahme haben die schöne Landschaft der Halbinsel Sorrent nicht ohne einen Anflug von Melancholie verlassen, ohne das innere Foto des Lächelns, das wir in vielen Häusern zurückgelassen haben und einer tiefen Erneuerung der Hoffnung, die die jungen Menschen für die Zukunft der Kirche darstellen.“

Was sind die Misiones?

Anna, eine „Veteranin“ der Misiones, auch wenn sie gerade erst 18 geworden ist, fragten wir: „Was sind die Misiones für dich?“

„Während der Oster-Misiones dieses Jahres habe ich endlich verstanden, was diese Unternehmung für mich bedeutet. Als wir in die Häuser der Gemeinde von Vico Equense und Pacognano gingen, wurde mir klar, wie Jesus und Maria mit uns Jugendlichen und mit den Familien, zu denen wir gingen, wirkten: Es ist nicht ganz einfach, wenn auch nur für ein paar Minuten, komplett Fremde im eigenen Haus aufzunehmen, und es ist auch nicht ganz einfach, zu beten oder einfach Trost- oder Freudenbringer zu sein für Leute, von denen man nichts weiß. In allen Häusern, die ich betreten habe, war Großzügigkeit eine Konstante. Eine Großzügigkeit, die mein Herz und meinen Geist erfüllt und mir das Gesicht des Auferstandenen gezeigt hat.

Auf die gleiche Weise erlebte ich die Größe des Göttlichen über mir. Marias „Füße“ zu sein und ihr Bild zu verschiedenen Familien zu bringen ließ mich verstehen, dass Missionar sein bedeutet, Werkzeug zu sein und geführt werden, um Gottes Wort zu verbreiten.“

Das waren meine Worte bei der Begegnung mit dem Bischof von Sorrent, der in Blick auf das Evangelium nach Johannes 12,20-30 erklärt hatte, dass wir bei diesem Projekt Saatkörner sind, die, wenn sie sich führen lassen, wunderschönen Blumen Leben schenken.

Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Jahr wieder bei den Misiones der Pilgernden Gottesmutter dabei war, denn sie gibt mir das große Privileg, ein kleiner Teil des geheimnisvollen, großen Planes Gottes mit unserer Menschheit zu sein.“

Diesen beiden schönen Zeugnissen ist nicht viel hinzuzufügen, außer vielleicht einem Gedanken, den ich von Pater Kentenich aufgegriffen habe: Nicht ich habe diese Sendung ergriffen, Gott hat mich für diese Sendung geschaffen.

Bis zu den nächsten Familien-Misiones!

 

Fotos: Denise Campagna.

Original: Italienisch, 8.4.2018. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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