Veröffentlicht am 2016-10-25 In Kampagne

Die Gottesmutter überrascht uns auf jeder Wallfahrt

ARGENTINIEN, Alicia Granieri •

Missionare und Pilger aus der Erzdiözese Bahia Blanca pilgerten voll Freude zum Heiligtum „Mutter des Volkes“, um den 66. Jahrestag der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter zu feiern. Sehr früh kamen mehr als 700 Personen per Bus, Kombi oder Auto an. Jeder kam mit dem Wunsch, der Gottesmutter seine Beiträge zum Gnadenkapital zu geben,  alle Bitten, Opfer und allen Einsatz des vergangenen Jahres. Die Gottesmutter, so die Überzeugung, weiß: Wer kommt, kommt nicht allein, sondern bringt seine Familie, Freunde, Nachbarn und alle, die sie missionieren, mit.

Unter den Pilgern fielen besonders die auf, die 220 Kilometer mit dem Bus von Rio Colorado, Provinz Rio Negro, angereist waren. Es waren Kinder, Missionare, Pilger und drei kanadische Schwestern. Die meisten von ihnen besuchten das Heiligtum zum ersten Mal. Sie stiegen am ersten Eingangstor aus dem Bus und gingen fast zwei Kilometer, um durch die Heilige Pforte zu gehen und das Heiligtum zu erreichen. Sie gehören zur benachbarten Diözese Viedma und fühlen sich dem Heiligtum ‚Mutter des Volkes‘ sehr verbunden, von dem aus viele Bilder der Pilgernden Gottesmutter nach Río Colorado ausgesandt worden sind.

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Pater Kentenichs Ankunft 1952

Es war ein schöner Sonntag im ‚Salón del Tata‘ [Vatersaal – in den ländlichen Gebieten von Argentinien werden die Väter vertraut ‚Tata‘ genannt, und im Volk sagt man auch ‚Tata‘ Dios – Papa Gott]. Missionarin Beatriz Piton erzählte die Geschichte des Heiligtums, von der Ankunft Pater Kentenichs im Jahr 1952 auf Einladung von Pater Franz Maibach. Während seiner Reise weihte Pater Kentenich das Heiligtum ein und brachte das Bild der Gottesmutter, das er eigens aus Deutschland gebracht hatte, an, so wie er es den wolgadeutschen Siedlern, die hier wohnten, versprochen hatte.

Es war eine Fügung, dass Luis Bartel bei diesem Jahresfest anwesend war, der Pater Kentenich damals begrüßt und ihn in einer schönen Reiterprozession zum Heiligtum begleitet hatte. Auch er erzählte von dem historischen Tag und dem, was er damals empfunden hatte. Frau Marta zeigte einen kleinen Rahmen mit der Urkunde ihres Vaters, Pablo Schubelbein, von seiner Ersten hl. Kommunion, die er in der kleinen Kapelle (jetzt das Heiligtum) am 7. November 1927 erhalten hatte.

Mónica Ale sprach über die Mission der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter, die Joao Luiz Pozzobon ins Leben gerufen hat. Sie betonte die Liebe und Treue, die er zur Gottesmutter und zum Heiligtum hatte, wie er sich darum kümmerte, dass Familien, Schulen und öffentliche Einrichtungen das Bild der Gottesmutter erhielten, und wie diese innovative Form der Heimsuchung Mariens, die Jesus zu ihren Kindern trägt, sich in der ganzen Welt ausgebreitet hat.

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„Ich habe das Liebesbündnis geschlossen. Was ich bin und was ich habe, verdanke ich ihr.“

Am Nachmittag wurden in einer Prozession vier Geheimnisse des Rosenkranzes gebetet; sie führte zur Tranquera Santa, zum Pozzobon-Memorial und dem Heiligtum selbst. Pfarrer Daniel Jany, Rektor des Heiligtums, Pfr. Juan D’Amico, Leiter der Kampagne, und Pfr. Adrián Martínez, Schönstatt-Diözesanpriester, boten denen, die es wünschten, das Sakrament der Versöhnung an. „Die Gnaden, die ich bemerken konnte, waren am meisten bei denen zu sehen, die vom Sakrament der Versöhnung zurückkamen.“ Ayelé Valle aus Rio Colorado erzählte: „Junge Frauen zu sehen, die viele Jahre lang nicht gebeichtet haben, eine seit ihrer Ersten Kommunion! Und sie waren glücklich, sie konnten während der Messe die Kommunion empfangen. Sie liebten alles, sie haben schon diejenigen eingeladen, die nicht kommen konnten, und sie sagten ihnen, dass sie an diesem Gnadenort großen Frieden gefunden haben.“

Um 16 Uhr nahm Pfr. Daniel die Liebesbündnisse entgegen, die im Heiligtum geschlossen wurden. Mit großer Ergriffenheit machten drei Missionare und drei Ehepaare ihren Herzensaustausch mit der Gottesmutter. Ihre Familien und Freunde, die das Heiligtum füllten, begleiteten sie.

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Umarmungen, Küsse, Mate…

Den Tag hindurch traf die Familie vom Heiligtum ‚Mutter des Volkes‘ Leute aus den verschiedenen Orten der Diözese. Die Kinder spielten frei auf diesem sonnigen Land, teilten Essen, Mate und Kuchen am Buffet. Einige nahmen Andenken vom Heiligtum mit, ein Bild der Gottesmutter oder die verschiedenen neuen und interessanten Bücher, Medaillen und Heiligenbilder, die jedes Jahr in der Buchhandlung angeboten werden.

Pfr. Mauro Barnabita,  Pfarrer von San Roque, besuchte die Gottesmutter in Paso Mayor bei Bahia Blanca und war überrascht von dem Leben am Heiligtum, und dass er viele von den Leuten kannte. Wirklich, es war ein Festtag für die Familie. Ayelé teilte auch mit „für mich war es ein unvergessliches Treffen. So viele Menschen zur Gottesmutter zu bringen und zu sehen, wie die Vorsehung in ihnen wirkt, das war eine Freude für meine Seele. Mein Herz fließt über von Liebe zu ihr, und nun möchte ich mich selbst darauf vorbereiten, mein Liebesbündnis zu schließen. Vielen, vielen Dank, dass ich mich hier wie zu Hause fühle. Die Schönstatt-Bewegung ist wirklich eine große Familie. So fühlt es sich an.“

Pfarrer Juan D’Amico zelebrierte die Heilige Messe unter einem klaren Himmel unter Palmen und Vogelgesang. Er las einen Abschnitt aus „Evangelii Gaudium“, wo Papst Franziskus auf die Verantwortung der Missionare hinweist. Am Ende der Feier wurden neue Bilder der Pilgernden Gottesmutter an vier Missionare und an eine kleine Missionarin aus Rio Colorado übergeben.

„Sie war dort unter uns gegenwärtig, hörte uns zu und schützte uns wie es eine Mutter mit ihren Kindern tut.“

Beim Besuch des Heiligtums von Paso Mayor am Sonntag, dem 11. hatte Belén Erraquin aus Coronel Dorrego eine Erfahrung, die eng mit der Geschichte ihrer Familie verbunden ist. Hier ihr Zeugnis:

„Im Jahr 1990, als ich gerade 19 Jahre alt war, fragte ich mich wieder und wieder, warum meine Mutter durch diese grausame Krankheit musste, wobei sie viele Male in der Chirurgie ein- und ausging, drei aufeinander folgende Monate lang. Sie litt große Schmerzen und wusste sicher, dass ihr die Medizin nicht helfen konnte. Sie fand jeden Tag die Kraft zu lächeln, ihre Dankbarkeit auszudrücken und für andere zu beten.

Ich konnte einfach klar sehen, dass sie in dem Bild der Schönstatt-MTA, oder wie sie sie nannte – „unsere Mutter“ – , Kraft fand und vielleicht viel mehr, um sich der Krankheit zu stellen, die ihr Leben beendete. Ich erinnere mich, wie sie auf einer Krankentrage durch die Krankenhausflure gebracht wurde und dabei das Bild umklammerte und den schönen Brief schrieb, den sie Maria geschrieben hat.

Am 11. September 2016 glaube ich, konnte ich verstehen und ein wenig von dem erfahren, was sie gefühlt hat. Bis dahin erzeugte das Bild, wenn ich es betrachtete, nur Frieden, und aus irgendeinem Grund berührte es mein Herz. Auch eine Begegnung mit Edda und Pocho weckte Zärtlichkeit in mir, die Menschen, die meiner Mutter dieses Bild in die Hände gegeben hatten.

An diesem Sonntag, dem 11., entschlossen wir uns, Osvaldo zu begleiten, dem es nicht gut geht und der das Bedürfnis spürte, zum Heiligtum nach Paso Mayor zu gehen.

Ich kann es nicht beschreiben, denn ich weiß nicht, was sie erlebten, aber ich habe Freude und Frieden in jedem wahrgenommen, der an diesem Ort ankam. Besonders –  nachdem ich den Frieden und die Freude erlebt habe, von der ich gesprochen habe – während ich dieses für mich so sehr bedeutsame Bild angeschaut habe, bat ich die Gottesmutter, da zu sein und jeden von uns mit ihrer Gnade zu füllen, und dass jeder das finden würde, weshalb er hergekommen war.

Plötzlich überkam mich ein Gefühl, das schwer zu beschreiben ist. Ich hatte die Überzeugung, dass sie dort unter uns anwesend ist, uns zuhört und uns schützt, wie eine Mutter es mit ihren Kindern tut, bis zu dem Punkt, dass ich, als ich wieder gehen musste, einfach nicht weg wollte…

Als ich dann in mein Auto stieg, sagte ich mir selbst, dieses Gefühl ist das Vermächtnis meiner Mutter. Ich hoffe, dass Osvaldo und alle Anwesenden das auch erlebt haben. DANKE, MEINE MUTTER!“

 

 

Sie ist der große Missionar. Sie wird  auch von hier aus Wunder der Wandlung wirken.

P. Josef Kentenich am 15. 4. 1952 in Paso Mayor

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

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