Veröffentlicht am 2017-01-30 In Misiones, Schönstatt im Herausgehen

„Machomisiones“ 2016: sieben Tage, 45 Missionare und vier Wände für eine betende Gemeinschaft

MEXIKO, Juan David González, Mitglied des Organisationsteams der Machomisiones 2016·

Es war bereits im Dezember 2016, doch das Erlebnis klingt noch bei jeder Begegnung nach: 45 junge Männer aus der Schönstattjugend von Monterrey begaben sich in die Ortschaft „La Casita“ mit dem Ziel, den Bau einer würdigen Kapelle für die Anbetung und den Lobpreis unseres Herrn Jesus Christus zu beginnen.

La Casita ist eine Gemeinde im Bundesstaat Nuevo Leon, Mexiko, in der rund 300 Menschen wohnen. Mit Spannung erwarteten sie die Ankunft der Missionare, denn der Bau dieser Kapelle entspricht dem großen Wunsch, endlich einen Raum zum Beten, zur Anbetung und zur Feier der religiösen Feste zu haben.

Misiones mit dem Wort Gottes und körperlichem Einsatz

Jeden Winter, seit 2004, organisiert die Schönstatt-Mannesjugend von Monterrey die sogenannten „Machomisiones“. Den Namen haben sie, weil nur Männer mitmachen; die Aufgabe besteht vorrangig darin, die Botschaft der Liebe Gottes und das Wort Gottes durch den körperlichen Einsatz im Dienst einer Gemeinde zu verkünden – dabei werden Renovierungen und Umbauten von Kapellen oder Stätten der Anbetung in diesen Gemeinden gemacht.

Anders als bei den früheren Misiones, ging es allerdings diesmal darum, den Neubau einer Kapelle zu starten. Natürlich gilt der Einsatz der jungen Missionare bis zum Abschluss des Baus; doch in dieser Woche ging es erst einmal darum, die vier Wände der Kapelle zu errichten.

Am Beginn der Planungen schien die Aufgabe allerdings unlösbar zu sein, da die Kosten allein schon für diesen ersten Bauabschnitt zu hoch waren. Außerdem wurde klar, dass ein Neubau andere Anforderungen stellen würde als die Renovierungsarbeiten bei früheren Misiones. Mit viel Gottvertrauen und der Überzeugung, dass für Gott nichts unmöglich ist, begannen die Missionare mit dem Fundraising für diese Aufgabe.

Alle beten, die Gottesmutter nimmt sich der Sache an … und die Mittel sprudeln

Das Datum rückte näher und näher, die geschätzte Summe für den Kauf des Baumaterials erschien immer noch schwer erreichbar, doch das ständige Gebet blieb.

Und während das Datum näher rückte, begann die Gottesmutter, sich der Sache anzunehmen. Einige Familien aus der Familienbewegung kamen auf die Missionare zu und boten Hilfe in Form und Geld- und Materialspenden an. Ähnlich boten die Jungen Frauen der Schönstattjugend ihre Bereitschaft und ihre Zeit für eine Aktion an, durch die eine Menge Geld zusammenkam.

Und irgendwie schien es, dass Gott und die Gottesmutter sich zum Ziel gesetzt hatten, den Missionaren gerade die notwendige Summe zur Verfügung zu stellen, um in diese Gemeinde zu fahren und sich dort voll und ganz dem beabsichtigten Ziel zu widmen.

„Wenn der Herr das Haus nicht baut, bauen die Bauleute vergebens“ (Psalm 126,1).

Jeder aus der Gemeinde brachte auf irgendeine Weise den Wunsch nach einer Kapelle, einem Haus Gottes, zum Ausdruck. Die Kinder besuchten die Baustelle und motivierten die Missionare mit ihren glücklichen Gesichtern, ältere Männer kamen und erzählten von ihrem Wunsch, die Kapelle vollendet zu sehen, andere kamen und halfen beim Errichten der Mauern, und die Frauen organisierten die Verpflegung der Arbeiter. Im ganzen Dorf hatte man das Gefühl, dass hier etwas mit und durch Gott geschah.

Die Tage vergingen und die Missionare sahen das Ziel in weiter Ferne. Die Verpflichtung war aber klar: sie würden nicht wegfahren können, ohne die vier Wände fertig zu haben. Viermal haben sie bis zum Morgengrauen  gearbeitet, um keine Zeit zu verlieren, dabei immer begleitet von Pater Stefano Danieri, der sich immer wieder an das Warum und Wofür all der Mühen erinnerte.

Zwischen den Gesprächen, die die jungen Leute unterstützten, hörte man immer wieder Kommentare voller Staunen über die Macht des Gebetes, denn es wurde überdeutlich: die Steine und den Zement brachten sie bei, doch die Kapelle erhob sich als Werk Gottes und der Gottesmutter.

7 Tage, 45 Missionare und 4 Wände

Es war unglaublich, wie in sieben Tagen 45 Missionare mit sehr wenig oder eigentlich überhaupt keiner Erfahrung auf dem Bau das Unmögliche schafften: die vier Wände der Kapelle stehen!

Und als ob das noch nicht reichte, rief der Vater im Himmel die Missionare auch noch dazu auf, binnen einer Stunde das Innere vom Baumaterial zu befreien und das Holz als Bänke zu richten, damit dort eine erste heilige Messe gefeiert würde. Und dann war der Anblick einer großen Zahl von Familien der Gemeinde in der Kapelle der bewegendste Augenblick der Machomisiones, denn die Jugendlichen waren Zeugen der Früchte ihrer harten Arbeit: dank ihrer Mühen konnten sich die Bewohner der Gemeinde versammeln und dem Herrn in der Heiligen Messe danken und ihn anbeten.

Jetzt sind die Organisatoren der Machomisiones schon dabei, die zweite Bauphase zu planen, die im Legen des Betonbodens und der Fertigstellung der Kapelle bestehen wird.

Die Worte von Pater Stefano Daneri, Seelsorger der jungen Missionare, drückt den Vorsehungsglauben aus, den diese Gruppe bei jeder Mission braucht: „Wenn Maria etwas will, dann sorgt sie dafür, dass es geschieht.“ Und das stimmt.

 

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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