Veröffentlicht am 14. Mai 2017 In 100 Häuser, Schönstatt im Herausgehen, Solidarisches Bündnis, Werke der Barmherzigkeit

„100 Häuser“: Ein kleines Stadtviertel der Solidarität

Von Maria Fischer und Ani Souberlich •

Im Sternenteppich am Nordportal des Kölner Doms sind am Freitag, 12. Mai, weitere 30 Sterne eingesegnet worden. Die von Spendern gesponserten 25 kleinen und 5 großen Sterne waren alle im Frühjahr verlegt worden, so eine Mitteilung im Kölner Domradio. Darunter ist auch ein Stern des 1. FC Köln, teilte die Kulturstiftung Kölner Dom mit. „Mit dem Stern des 1. FC Köln rücken zwei Leidenschaften der Kölner, der Dom und der Fußball, noch näher zusammen“, kommentierte Dompropst Gerd Bachner.

Seit Beginn des Generationenprojekts „11.000 Sterne für den Kölner Dom“ 2013 sind jetzt laut Angaben bereits 346 Sterne verlegt worden. Ab einer Zuwendung von 5.000 Euro für die Stiftung werden die Spender mit einem kleinen Stern aus einem handgefertigten Bronzeguss geehrt; dieser kann mit einer individuellen Inschrift versehen werden. Ab einer Zuwendung von 11.000 Euro wird ein großer Stern aus hochwertigem Basaltstein für den Spender verlegt.

Ein Sternenteppich für den Kölner Dom. Und ein Gedanke: Wie schön wäre ein Sternenteppich für unser Urheiligtum, für unsere über 200 Filialheiligtümer in aller Welt… Ein Sternenteppich der Liebe zum Heiligtum. Gewebt aus „Beweist mir erst, dass ihr mich wirklich liebt.“ Aus Kultur Begegnung, Bündniskultur, aus der Solidarität wird, wie Papst Franziskus uns als Jubiläumsbotschaft mitgegeben hat. Kein „Sternenteppich“. Ein „Teppich“ aus kleinen Häusern aus tiefroten Ziegeln, ein Kranz aus über 200 Häusern, gewebt aus solidarischem Bündnis. Und letzte Woche kamen wieder fast zehn dazu.

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Ein wirkliches Haus-Heiligtum

Am ersten Wochenende im Mai war es wieder soweit: in den „Asentamientos“ im Großraum von Asunción, dort, wo Familien in bitterster Armut in unbeschreiblichen Situationen hausen, entstehen mehrere einfache solide Häuser, mit festem Boden, Wänden aus Ziegelsteinen und einem festen Dach. Ani Souberlich ist dort, sieht nach dem Baumaterial, macht allen Mut, die mit eigenen Händen an ihren Häusern und ihrer Zukunft und einer gerechteren Welt bauen.

Möglich wird das Bauen im Mai durch Spender aus Deutschland, Österreich, Argentinien, Paraguay, Spanien, Portugal, Italien und der Schweiz, die beim Projekt „100 Häuser“ dabei sein wollten. Die seit Weihnachten herein gekommenen Spenden helfen ganz besonders; denn in wenigen Wochen beginnt der kurze Winter in Paraguay. Die Temperaturen können auf etwa 10° C fallen – und wer dann unter ein paar Plastikfolien haust, der friert sehr, vor allem wenn es dann auch noch regnet. Jedes Haus, das jetzt entsteht, wird zu einem wirklichen Haus-Heiligtum, wo Menschen Wärme und Geborgenheit erleben – ein Haus, das den Namen eines Filialheiligtums, eines Haus- oder Herzensheiligtums trägt.

„Warum haben wir bisher nichts davon gewusst?“ – Das haben wir bei der Begegnung mit Schönstättern aus Paraguay, Argentinien, Costa Rica in den vergangenen Wochen immer wieder gehört.

Warum haben wir bisher nicht mitgemacht?, fragen sich andere.

Warum ist es so klar, dass wir weder bei 100 noch bei 200 Häusern aufhören konnten, fragten wir vom Team schoenstatt.org uns. Vielleicht, weil noch so viele Familien auf ein Haus warten. Vielleicht auch, weil noch so viele Filialheiligtümer, noch so viele Hausheiligtümer kein Haus der Solidarität haben. Vielleicht, weil noch so viele Menschen die Freude spüren sollen, die einen bis ins tiefste Herz ergreift, wenn man sieht, dass man mit seiner großen kleinen Spende von 200 €/$ das Leben einer ganzen Familie für immer verändert hat. Zum Guten. Und auch das eigene Leben, das eigene Liebesbündnis, das eigene Christsein.

„100 Häuser“

„100 Häuser“: Bereits am 31. Mai 2013 entstand im Kreis der Mitarbeiter von schoenstatt.org dieses Projekt als Jubiläumsgeschenk, als Ausdruck des solidarischen Bündnisses mit Papst Franziskus.

„100 Häuser“: Das ist Schönstatt im Herausgehen an die Ränder der menschlichen Existenz. Es fing an mit der Begegnung einer Schönstätterin aus Paraguay mit Familien, die in unvorstellbaren Armutssituationen leben – unter Plastikfolien, die auf ein paar in die bloße Erde gerammten Stöcken befestigt sind, und das bei 40° C schwüler Hitze und einem Erdloch als Toilette nebenan, und, schlimmer, bei sintflutartigen Regenfällen, Überschwemmungen und wenigen Tagen mit bitterer Winterkälte. Und wenn wir auch nicht alle Armut dieses Landes und der ganzen Welt lindern können, dann dürfen wir doch nicht einfach aufgeben.

„100 Häuser“: das ist die mutige Entscheidung – wir versuchen es einfach. Ein kleines Team in Paraguay besorgt Parzellen und Materialspenden, und was fehlt, damit sich eine Familie in Eigenarbeit und mit Unterstützung von Nachbarn und Helfern ein einfaches Haus – vier Wände, Boden und ein Dach über dem Kopf – bauen kann, das spenden Menschen rund um den Erdball. Es sind unvorstellbare 200 Euro (bzw. deren Gegenwert in Guarani, Peso, Dollar, Franken….), die ein Haus der Solidarität möglich machen.

„100“ Häuser: das ist etwas, das vom Jubiläum von 100 Jahren Liebesbündnis bleibt. Die solidarischen Häuser tragen die Namen von Filialheiligtümern, Hausheiligtümern und Herzensheiligtümern als Ausdruck des „Jubiläumsschrittes“ von den Heiligtümern hinaus an die existentiellen Peripherien. Und Papst Franziskus weiß darum und freut sich darüber.

„100 Häuser“: das sind inzwischen über 200 geworden. Wenn sie alle zusammen stehen würden, dann wäre es ein kleines Stadtviertel. Und es sind nicht einfach 100 oder 200 Häuser. Es sind über 200 Familien mit zwei, drei, vier, fünf… Kindern, deren Leben im wahrsten Sinne des Wortes Boden unter den Füßen bekommen hat.

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Agujé, Agujé Ndeve, Danke: das steht auf den Plakaten, die Ani Souberlich während des Baus an die werdenden Häuser der Solidarität heftet.

Agujé Ndeve – das steht auch auf den Karten, die auf Initiative des Basisteams von schoenstatt.org seit diesem Monat den Familien gegeben werden, die in einem der über 200 Häuser wohnen. Ein Dankbrief im solidarischen Bündnis, von dankbaren Freunden dieser Familien, dankbar dafür, dass sie uns möglich machen, die Freude der Solidarität zu erleben, zu sehen, zu berühren.

Eine solche Dankeskarte liegt mittlerweile im ersten Filialheiligtum der Welt in Nueva Helvecia, eine andere seit dem 9. Mai im Urheiligtum, und der ein oder andere Spender hat auch eine solche Karte im Hausheiligtum stehen, Zeichen dieses Netzes, das entsteht, wenn Menschen Menschen begegnen… Wer eine Karte haben möchte, kann sich melden: [email protected]

Im Heiligtum in Madrid wird jeden Monat für alle, die ein Haus gebaut und für alle, die eines bezogen haben, eine heilige Messe gefeiert. Ein Netz, ausgespannt über die ganze Welt und zwischen Himmel und Erde. Solidarisches Bündnis.

 

 

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Die Spende ist in Deutschland steuerabzugsfähig, bitte Adresse angeben.

Oder mit Überweisungsträger:

Ana Souberlich/M. Fischer
IBAN DE08400602650062268615
BIC GENODEM1DKM
Verwendungszweck: 100 Häuser (und ggf. Widmung auf den Namen eines Heiligtums)

Projektseite

100 Häuser der Solidarität

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Kategorie: Schönstatt im Herausgehen -> 100 Häuser

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