Veröffentlicht am 2018-01-27 In Projekte

Alegría heißt Freude – ein Chor, eine Melodie, ein Konzert, eine CD

PARAGUAY, Andrea Blasco •

Ich habe eines der größten Geschenke erhalten, das man sich wünschen kann. Ich habe einen Ort gefunden, an dem man seine Probleme und Konflikte hinter sich lassen kann, um sich ganz und gar in Marias Hand zu geben. Eine Ecke, wo man nur für Jesus ganz man selbst sein kann. Eine Stunde, in der man das Herz gibt, damit Gott in anderen wirken kann.

Reaktion auf die göttliche Berufung

Im Sommer 2017 las ich eine Anzeige, in der alle Interessierten eingeladen wurden, an einem Vorsingen teilzunehmen für den Chor „Alegría“ (Freude) der Schönstatt-Bewegung. Leute jeden Alters wurden angenommen, man brauchte auch keine professionelle musikalische Erfahrung mitbringen. Schon eine ganze Weile wollten meine Schwester und ich etwas Neues probieren, und mit der Hilfe unserer Mutter entschieden wir uns für das Vorsingen.

Die erste Probe war ganz wichtig für mich, noch nie hatte ich an so etwas teilgenommen. Wir begannen mit etwa achtzig Leuten. Unsere Dirigenten Joaquín Santiviago und Alejandra Almada stellten sich vor, gruppierten uns nach Stimmen und es ging los. Das erste Lied, das wir einstudierten, war: “Abran las Puertas a Cristo”,  Öffnet die Tore für Christus, ein Lied, das uns einlädt, uns von unserem Herrn lieben zu lassen und ein Lichtstrahl zu sein für die Menschen in unserer Umgebung.

Unser Lied für den Herrn – und das als Familie

Eine der Eigenschaften, die mich am meisten beeindruckt haben: unser Chor besteht hauptsächlich aus Leuten, die keine oder kaum professionelle Erfahrung mit Musik haben. Dank der Vorbereitung durch unsere Dirigenten, haben wir alle Techniken entwickelt, die uns geholfen haben, einzeln und als Chor einen Klang zu entwickeln und die Lieder, die wir einstudierten, im besten Sinne des Wortes einmalig zu interpretieren.

Ich wünsche mir immer, dass die Woche schnell vergeht und die Probentage kommen, die längst viel mehr sind als ein paar einfache außeruniversitäre Aktivitäten. Ich habe den Eindruck, dass mein Geist nach jeder Probe vollgeladen ist mit Energie, um die neue Woche auf die beste Weise zu gestalten. Als meine Mutter und meine Großmutter die überbordende Begeisterung von meiner Schwester und mir sahen, beschlossen die beiden, auch vorzusingen. Die Proben wurden zu einem Moment in der Woche, in dem ich die Möglichkeit habe, mit den liebsten Menschen zusammen zu sein und zu beten.

Unser Mitmachen beim Chor hat uns Frieden und Freude gebracht, doch es war auch eine der größten Herausforderungen des Jahres. Oft mussten meine Schwester und ich Stunden des Studiums opfern, um an den Proben teilzunehmen, und danach bis spät in die Nacht pauken für die Prüfungen am Tag danach! Manchmal hat es einfach nicht gereicht und wir haben während der Proben gelernt, also gleichzeitig auf Noten und Notizen geguckt. Auch für meine Mutter war es nicht leicht, denn sie musste auf die Zeit nach der Arbeit mit unseren beiden kleinen Schwestern verzichten. Und trotzdem hat unsere Teilnahme am Chor uns als Familie gestärkt und verbunden.

Dass Lied und Gebet in den Herzen der ganzen Welt empfangen werden

Mehrere Monate hindurch probten wir für die Aufnahme der CD „Alégrate conmigo“, Freu dich mit mir. Die Idee war, einen gesungenen Rosenkranz aufzunehmen, bei dem unsere Lieder jeweils zwischen den Geheimnissen zu hören waren. Wir haben nicht nur Mühe und Engagement in dieses Projekt gesteckt, sondern auch Gebet. Dank eines engagierten Spiritualitäts-Teams wurde jede Chorprobe zu zwei Stunden Gebet und Gottesbegegnung. Wie der heilige Augustinus sagt: „Wer singt, betet doppelt“. Jeder von uns muss seine persönlichen Probleme an der Tür abgeben und sich ganz der Gottesmutter anvertrauen und für alle bitten, die das Ergebnis unserer Arbeit hören.

Es wurde November, und die Aufnahmen begannen. Unglaublich, mit Musikern des Nationalen Symphonieorchesters und so bekannten Profis wie Sergio Cuquejo und Carlos Cazal zusammenzuarbeiten. Die Aufnahme der CD war ein einmaliges Erlebnis, das nicht ohne die Unterstützung der Fundación José Kentenich und die unermüdliche Geduld unserer Dirigenten möglich gewesen wäre.

Unsere Idee war dabei immer, dass die CD dazu da sei, die Herzen der Menschen durch die Musik zu berühren, die die Macht hat, tief verborgene Gefühle zum Klingen zu bringen, uns durch unsere Erinnerungen zu führen und neue Perspektiven zu entdecken. Unsere größte Freude wäre es, wenn die Leute diesen gesungenen Rosenkranz entdecken würden als eine Form des Gebetes in der Familie, bei dem wir die Gegenwart von Jesus und Maria im tiefsten Innern unseres Selbst spüren.

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