Veröffentlicht am 2021-12-18 In Kirche - Franziskus - Bewegungen, Themen - Meinungen, Zeitenstimmen

Die Bischöfe zur Präsidentschaftswahl in Chile: eine neue Chance für das Land

CHILE, Redaktion •

In den letzten Wochen erhielten wir mehrere Artikel zur Veröffentlichung, alle sehr parteiisch, sowie Kommentare und Fragen von innerhalb und außerhalb Schönstatts zu den Präsidentschaftswahlen in Chile, bei denen einer der Kandidaten ein aktives Mitglied Schönstatts ist und der andere aus einer mit Schönstatt verbundenen Familie stammt. Wir haben beschlossen, keinen der flammenden „Aufrufe“ zur Wahl oder Nicht-Wahl des einen oder anderen Kandidaten zu veröffentlichen, aber heute wollen wir veröffentlichen, was die Bischöfe von Chile am Vorabend der Stichwahl (19.12.2021) sagen. —

Der Ständige Ausschuss der Chilenischen Bischofskonferenz begrüßt, dass im Kontext der Polarisierung des Präsidentschaftswahlkampfes in den politischen Konzepten jetzt ein gewisser Ton der Mäßigung angeschlagen wird, und motiviert zur Ausübung des Wahlrechts und der Gewissensentscheidung im Sinne des Gemeinwohls. Die Kandidaten werden gebeten, die Meinung der Bürger zu akzeptieren und dass der nächste Präsident für alle Chilenen regiert und Wege des Dialogs, der Einigung, der Gerechtigkeit und der Brüderlichkeit sucht.

Chile

Wahl im Kontext der Polarisierung

In einer am Donnerstag, 16. Dezember, veröffentlichten Erklärung weist das Ständige Komitee des chilenischen katholischen Episkopats darauf hin, dass die Präsidentschaftswahlen am kommenden Sonntag „in einem Kontext der Polarisierung stattfinden, der sich in einem aggressiven und disqualifizierenden Wahlkampfklima widerspiegelt, das Politikverdrossenheit fördert und oft eine tiefgreifende Annäherung an die grundlegenden Fragen, die die Chilenen bewegen, verhindert hat. Ein gewisses Maß an Mäßigung bei den Vorschlägen und das Eingestehen von Fehlern durch die Kandidaten ist ein positiver Aspekt, den wir in den letzten Wochen feststellen konnten“.

In Anerkennung der Bürgerbeteiligung als einer der Säulen der Demokratie werden die Katholiken und Bürger aufgefordert, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, wobei sie aufgefordert werden, „nach ihrem Gewissen abzustimmen und dabei die grundlegenden christlichen Prinzipien für die soziale und politische Ordnung zu berücksichtigen“, im Wissen um die Pflicht, „zu der jeder von uns berufen ist, auch wenn die Optionen, um die es geht, Unzulänglichkeiten in Bezug auf eben diese Prinzipien aufweisen“, wobei es darum gehe, dass bei der Entscheidung das höchste Gemeinwohl angestrebt wird.

Beten wir für den neuen Präsidenten und seine Regierung

„Nächsten Sonntag werden wir einen neuen Präsidenten der Republik haben und wir beten für ihn und seine Regierung. Wir bitten ihn, für alle Chilenen zu regieren und Wege des Dialogs, der Einigung, der Gerechtigkeit und der Brüderlichkeit zu suchen. Wir bitten beide Kandidaten, die demokratischen Werte zu achten, die Meinung der Bürger zu akzeptieren und von ihrem Platz aus am Aufbau eines politischen Gemeinwesens mitzuwirken, dessen Seele die soziale Nächstenliebe ist“, so die Bischöfe.

Sie fügen hinzu, dass es gut sei, sich vor Augen zu halten, dass Chile nicht nur durch die Handlungen seiner Politiker aufgebaut wird, und zitieren die Worte von Papst Franziskus: „Jeden Tag bietet sich uns eine neue Gelegenheit, eine neue Etappe. Wir müssen von denen, die uns regieren, nicht alles erwarten, das wäre kindisch. Wir genießen einen Raum der Mitverantwortung, der in der Lage ist, neue Prozesse und Transformationen zu initiieren und hervorzubringen. Lassen Sie uns aktiv an der Rehabilitation und Entlastung der verwundeten Gesellschaften mitwirken. Heute haben wir eine großartige Gelegenheit, unser brüderliches Wesen zu zeigen, andere barmherzige Samariter zu sein, die den Schmerz des Scheiterns ertragen, anstatt Hass und Ressentiments zu schüren“.

Wenige Tage vor Weihnachten schließen die Hirten ihre Botschaft mit der Aufforderung, „für die Einheit unseres Landes zu beten und dabei den Gott zu betrachten, der mit uns ist und unser menschliches Dasein annimmt, damit wir als Brüder leben können“, und ihn zu bitten, „uns in der Herausforderung zu ermutigen, Friedensstifter zu sein“.

Lesen Sie den vollständigen Text der Erklärung des Ständigen Ausschusses der CECh (pdf) – Spanisch

Quelle: CECh Communicaciones, CECh, 16-12-2021, http://iglesia.cl/43417-obispos-ante-la-eleccion-presidencial-una-nueva-oportunidad-para-el-pais.html

Original: Spanisch, 17.12.2021. Übersetzung: Maria Fischer @schoenstatt.org

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