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Veröffentlicht am 2021-02-08 In Fratelli Tutti, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Von Ozeanien bis Amerika, Online-Gebet für eine „Wirtschaft ohne Menschenhandel“

VII. Weltgebetstag gegen Menschenhandel •

Am 8. Februar begeht die katholische Kirche weltweit den Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel. Papst Franziskus, der diesen Tag 2015 festlegte, wählte als Datum bewusst den Gedenktag der sudanesischen Heiligen Josephine Bakhita (1869–1947), der Schutzpatronin der Opfer von Sklaverei. Gemeinsam für eine Wirtschaft ohne Ausbeutung“: Der Weltgebetstag gegen Menschenhandel ist eine Einladung, neue wirtschaftliche Erfahrungen, die sich gegen alle Formen der Ausbeutung richten, zu multiplizieren und zu fördern. —

Das Internationale Komitee für den Welttag, koordiniert von Talitha Kum, das von der Internationalen Vereinigung von Generaloberinnen (UISG) initiiert wurde, hat in Zusammenarbeit mit der Sektion für Migranten und Flüchtlinge des Dikasteriums für integrale menschliche Entwicklung, Caritas Internationalis, der Weltunion der katholischen Frauenorganisationen, der Fokolar-Bewegung und vielen andere Organisationen, die sich auf lokaler Ebene engagieren, zu diesem Anlass einen Gebetsmarathon organisiert, der in diesem Jahr aufgrund der Pandemie online stattfindet und der zum ersten Mal die Möglichkeit bietet, alle Realitäten, die sich gegen den Menschenhandel in der Welt engagieren, zusammenzubringen.

“Wirtschaft ohne Ausbeutung”: weltweiter Online-Gebetsmarathon

Von Ozeanien bis Amerika gibt es entsprechend der verschiedenen Zeitzonen einen Moment des „gemeinsamen“ Online-Gebets. Der Gebetsmarathon, der von 10 bis 17 Uhr ausgestrahlt wird (Online-Übertragung auf dem Welttags-YouTube-Kanal mit Übersetzungen in fünf Sprachen), reist durch die verschiedenen Gebiete des Planeten, um die Aufmerksamkeit auf eine der Hauptursachen des Menschenhandels zu lenken und das Bewusstsein dafür zu schärfen: das vorherrschende Wirtschaftsmodell, dessen Grenzen und Widersprüche durch die Covid-19-Pandemie noch verschärft werden.

„Mit The Economy of Francesco„, so Gabriella Bottani, Koordinatorin von Talitha Kum, „hat der Heilige Vater hat die Kirche aufgefordert, innezuhalten und über das herrschende Wirtschaftsmodell nachzudenken und nach Alternativen zu suchen. Wir sind vollkommen im Einklang, denn der Menschenhandel ist ein integraler Bestandteil einer Wirtschaft der Ausgrenzung, in der die Regeln des Marktes die grundlegenden Werte des menschlichen Zusammenlebens zerstören, die auf der Achtung der Würde, aber auch auf dem Schutz der Umwelt beruhen. Das vorherrschende Wirtschaftsmodell ist eine der strukturellen Hauptursachen für Menschenhandel in unserer globalisierten Welt. Während dieses Tages werden wir gemeinsam einen Weg des Nachdenkens für eine Wirtschaft verfolgen, die Leben und menschenwürdige Arbeit für alle fördert.

Zu den am meisten erwarteten Momenten gehört um 13.40 Uhr die Videobotschaft von Papst Franziskus, der 2015 den Welttag ins Leben rief und wiederholt die Tendenz zur Kommerzialisierung von Menschen angeprangert hat, indem er den Menschenhandel als eine Wunde „im Leib der heutigen Menschheit“ definierte. Auch in den sozialen Medien wird es möglich sein, den Welttag durch den offiziellen Hashtag #PrayAgainstTrafficking zu unterstützen.

„Die Ausbeutung ereignet sich beim Abbau von Rohstoffen oder in der Textilindustrie – oft unsichtbar für uns in anderen Gegenden der Welt. Aber auch inmitten unserer Gesellschaft gibt es Systeme der Ausbeutung, wie die Skandale in der Fleischindustrie vergangenes Jahr gezeigt haben“, so Weihbischof Puff, Vorsitzender der von der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz eingerichteten „Arbeitsgruppe Menschenhandel“. Gemeinsam sei den verschiedenen Formen der Ausbeutung, dass sie in hohem Maße profitabel seien. „Bei einem Expertengespräch, das die Deutsche Bischofskonferenz am 8. Dezember 2020 zu der Thematik durchgeführt hat, wurde deutlich: Mit Menschenhandel lässt sich jede Menge Geld verdienen. Deshalb muss die Möglichkeit, im Rahmen der Strafverfolgung Gewinne abzuschöpfen, dringend verbessert werden. Um den Menschenhändlern das Handwerk zu legen, stehen die Staaten in der Verantwortung, ausreichend Finanzmittel bereitzustellen und gut geschultes Personal einzusetzen, das für die Anliegen der Opfer sensibilisiert ist.“

Er weist darauf hin, dass der Kampf gegen den Menschenhandel nicht nur eine staatliche Aufgabe sei: „Der Kampf für eine ausbeutungsfreie Wirtschaft beginnt bei jeder und jedem Einzelnen. Wir alle sollten uns fragen, ob wir mit unserem Kaufverhalten Ausbeutung unterstützen.“ Er unterstreicht dabei auch die wichtige Rolle, die kirchlichen Organisationen zukomme: „Als relevante ökonomische Akteure müssen kirchliche Einrichtungen ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Das Ziel lautet: Gemeinsam machen wir uns für eine Wirtschaft ohne Ausbeutung stark.“ Neben dem Einkauf fair gehandelter Produkte, der in Diözesen und bei anderen katholischen Organisationen oft schon etabliert sei, sollte auch in anderen Bereichen bei der Vergabe von Aufträgen eine besondere Sorgfalt gelten. Hinzu komme eine weitere Dimension des kirchlichen Auftrags: „Durch Aufklärung und Reflexion über das Verbrechen des Menschenhandels können wir zu einem Bewusstseinswandel beitragen. Hier sind beispielsweise die katholischen Bildungseinrichtungen gefragt.“

Webseite zum Welttag in fünf Sprachen

 

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1 Responses

  1. Reiher Lelle sagt:

    Ozeanien ist eine wundrbare Erfindung.

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