Veröffentlicht am 2018-02-20 In Im solidarischen Buendnis mit Franziskus, Kirche - Franziskus - Bewegungen

Fasten und Beten für Afrika

SÜDAFRIKA, Sarah-Leah Pimentel

Am 15. Februar hat Papst Franziskus für Freitag, den 23. Februar, einen Tag des Betens und Fastens für die Lösung der Konflikte im Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo (DRC) ausgerufen.—

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Für viele von uns sind diese Orte sehr weit weg und es ist schwierig, Mitgefühl zu empfinden für Menschen, von denen wir nichts wissen und die wir nicht kennen. Es sind auch Orte und Länder, die von den Medien oft ignoriert werden. Ich lebe in Südafrika, aber selbst hier berichten die wichtigsten Nachrichtensender selten über die in diesen beiden Ländern tobenden Konflikte. Ich kann mir vorstellen, dass die Menschen in Lateinamerika oder Europa oder den Vereinigten Staaten noch weniger wissen, was in diesen Ländern geschieht.

Deshalb ist die Initiative des Heiligen Vaters so wichtig. Er fordert uns auf, uns mit diesen Menschen solidarisch zu vereinen, deren Realität sich von der unseren so sehr unterscheidet. Er erinnert uns daran, dass ihr Leben auch von Bedeutung ist. Er fordert uns auf, ein ganz klein wenig unseren Komfort an Essen, Zeit und Entspannung zu opfern, um das Leiden von Millionen von Menschen zu lindern, die Tausende Kilometer von uns entfernt leben. Menschen, die hungern nach Nahrung, Menschen, die hungern nach Wahrheit, Menschen, die hungern nach Frieden.

Vielleicht ist es etwas leichter, mit diesen Millionen von Bürgern in diesen beiden  Ländern zu fühlen und zu beten, wenn wir etwas über sie wissen.

Krieg im Südsudan

Im Südsudan hat ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und dem ehemaligen Vizepräsidenten Reik Machar die Loyalität in der Armee und innerhalb der Regierung gespalten. Das Ergebnis waren bewaffnete Auseinandersetzungen im ganzen Land und die Gründung von Milizen, die vier Millionen Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen haben. Sie haben Angst, dass sie angegriffen, getötet, beraubt oder gezwungen werden, für eine der vielen Seiten in diesem Konflikt zu kämpfen. Die meisten dieser Menschen leben in Flüchtlingslagern in Uganda und anderen benachbarten Ländern.

Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) immer wieder verschoben

In der DRC sollten im Jahr 2015 Wahlen stattfinden. Ein mangelnder Konsens über Änderungen der Wahlgesetzgebung führt dazu, dass Präsident Joseph Kabila an der Macht bleibt und das Datum für die Wahl ständig verschoben wird. Das hat zu Frustration und zu Konflikten mit regierungsfeindlichen Gruppen geführt, die auch andere Interessen daran haben, die Unsicherheiten aufrechtzuhalten. Mehr als 3.300 Menschen sind in diesem Konflikt schon gestorben, und viele leben als Flüchtlinge in Angola, Burundi und Tansania. Allein Angola hat schon 30.000 Flüchtlinge aufgenommen.

Diese Männer, Frauen und Kinder sind nicht nur Zahlen. Sie sind Menschen mit den gleichen Rechten, derer sich diejenigen von uns, die das Glück haben, diesen Artikel lesen zu können, erfreuen können. Das sind Konflikte, verursacht von unfähigen Führern, die nicht verstehen, dass Führung Verantwortung und Dienst bedeutet.

Warum sollen wir beten?

Wir sind es oft leid, für Menschen zu beten, die in scheinbar endlose Konflikte verwickelt sind. Aber wir müssen an die Macht des Gebets glauben. Nicht nur, weil man uns als Christen das beigebracht hat, sondern weil wir die Auswirkung des Gebetes in der Umgestaltung ganzer Gesellschaften erlebt haben.

Zuletzt gab es in Südafrika und Zimbabwe einen Führungswechsel. Mugabe und Zuma hatten die Fühlung zu den Bedürfnissen und Realitäten derer verloren, die zu regieren sie versprochen hatten. In Zimbabwe hat Mugabe Wirtschaft und Landwirtschaft eines Landes zerstört, das einst Kornkammer und Stolz des südlichen Afrika gewesen ist. In der Regierung von Südafrika erdrückte Korruption die moralische Struktur der Gesellschaft und machte das Land weniger interessant für Investoren, die dringend benötigte wirtschaftliche Möglichkeiten mitbringen.

Tausende von Menschen haben um einen Neuanfang für diese beiden Länder gebetet. Und plötzlich öffneten sich die Schleusen. Die herrschenden Parteien riefen zu einer inneren Umwandlung auf – ohne Krieg oder Gewalt – und setzten Druck ein, um diese unfähigen Führer zum Rücktritt zu zwingen. Die neuen Präsidenten dieser beiden Länder haben eine Mammutaufgabe vor sich, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung wiederherzustellen und brauchen viel mehr Gebet, aber diese offene Tür für den Wandel wäre nicht möglich gewesen ohne die Macht des Gebetes.

Warum sollen wir am 23. Februar für Südsudan und Kongo beten? Warum sollten wir unsere Pfarreien und unsere Gliederungen dazu anregen? Weil wir gläubige Menschen sind. Weil wir Menschen einer Hoffnung sind. Weil wir Bündnismenschen sind. Die Menschen in diesen Ländern sind unsere Brüder und Schwestern im Bündnis. Wir beten für die Kirche am neuen Ufer.

 

Original: Englisch. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland

 

Ein Gebetstag für Frieden in Afrika

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