Veröffentlicht am 21. Februar 2018 In Projekte

Blasen, Muskelkater, Sonnenbrand werden Krone

CRUZADA DE MARIA, Facundo Ríos •

Am Montag vor zwei Wochen sind sie am Ziel angekommen. Am 20. Januar hatten 120 Jugendliche aus Argentinien, Chile, Brasilien, Paraguay, Mexiko, Spanien, Deutschland und Portugal die „Cruzada de Maria“ begonnen – eine Fußpilgerschaft von 400 Kilometern über die Anden vom Schönstatt-Heiligtum in Mendoza, Argentinien, zum Heiligtum in Bellavista, Chile, ein Abenteuer von insgesamt 17 Tagen. Einer von ihnen, Facundo Ríos aus San Isidro, Argentinien, hat seine persönlichen Eindrücke in einem Brief zusammengefasst, den er unmittelbar vor der Ankunft am Heiligtum in Bellavista verfasst und an die anderen Cruzados, die Heldensodalen und Pater Kentenich gerichtet hat. Wir danken ihm, dass wir ihn auch auf schoenstatt.org veröffentlichen dürfen.

Heiligtum Mendoza

Liebe Cruzados, liebe Schönstattfamilie von Bellavista, liebe Heldensodalen, lieber Pater Kentenich!

Schon seit einigen Tagen trage ich den Wunsch mit mir herum, euch ein paar Worte zu sagen, und bevor ich beginne, möchte ich Pater Claudio dafür danken, dass er mir den Raum dafür gibt.

 

Heute ist ein Tag der Freude. Ich spüre, wie eure Herzen brennen. Denn nach 17 Tagen haben wir unser Ziel erreicht, das Heiligtum von Mendoza mit dem Heiligtum von Bellavista zu verbinden. Das ist der erste große Zug dieser VII. Cruzada de Maria. Wir wollten zwei Orte, zwei Länder durch diese Wallfahrt verbinden.  Aber dieses äußere Zeichen ist nichts anderes als ein Bild des wahren inneren Zeichens; diese beiden Heiligtümer werden durch die hohen Gipfel der Anden auf einer Entfernung von 420 km getrennt, sind aber verbunden durch ein gleiches Ideal und eine gleiche Mutter, die Mutter Gottes, Maria. Eigentlich ist es ein Heiligtum an zwei verschiedenen Orten, und das ist das Erstaunliche. Denn ohne es uns wirklich klar zu machen, haben wir gleichzeitig unsere Körper mit unseren Seelen verbunden. Zwei Wirklichkeiten eines einzigen Seins, getrennt durch die hohen Gipfel der Welt und 420 km von Schwäche und Zerbrechlichkeit.  Mit jedem Schritt und jedem Tag lernten wir uns selbst besser kennen. Indem wir unsere Schwächen und auch unsere Stärken entdeckten. Indem wir Schatten und Lichter entdeckten. Und heute, angekommen in unserem Haus und vor der Gottesmutter, können wir sagen, dass Körper und Seele sich in Harmonie gefunden haben, in der Freude des Sieges und bewährt im Leid.

 

Geeint in Blasen und wunden Füßen

Seht, wie sie einander lieben

Heute ist ein Tag der Freude, habe ich gesagt. Wie diese beiden Heiligtümer in einem Ideal und einer Mutter verbunden sind, so haben wir uns als eine Gemeinschaft von Brüdern, eine Gemeinschaft von Cruzados verbunden. Denn Freuden werden geteilt und stecken an, und Schmerzen werden geteilt und ausgehalten, wenn wir begleitet sind. Wir gingen mit dem Bruder, Schulter an Schulter, haben einander ermutigt und bei den Schwächen und Fehlern jedes Einzelnen unterstützt. Denn wer die liebt, die einen lieben, was für ein Verdienst hat der? Liebt diejenigen, die leiden, die allein sind, die euch brauchen, und ihr werdet euren Lohn im Himmel erhalten. Und das ist genau das, was wir getan haben! Blasen an den Füßen, Muskelkater, die ausgeliehenen und nie zurückbekommenen Sachen, Sonnenbrand, Schmerzen und Prüfungen. All dieses Elend jedes Einzelnen wurde von dieser Gemeinschaft der Cruzados mehr oder weniger stark mitgetragen.

„Seht, wie sie einander lieben“, hieß es über die erste christliche Gemeinde. Und jetzt schaue ich euch an, mit dem von der Sonne verbrannten Gesicht, den vom Weg zerfurchten Füßen und den von den vielen Umarmungen schmerzenden Armen und sage: „Seht, wie sie einander lieben.“ Denn uns alle verbindet eine Frau, eine Mutter. Sie hat uns unter ihrem Mantel verbunden und zu dieser Gemeinschaft von Brüdern werden lassen.

 

Schritt um Schritt für eine große Sache – die Krönung der Mutter des Herrn

Heute ist ein Tag der Freude. Der aber hier am 18. Januar mit einem tiefen Schmerz begonnen hat. Sie, unsere Mutter, Königin und Siegerin, wurde in ihrer Würde beleidigt, als Gier jene Männer dazu bewegte, ihre Krone zu stehlen. Durch diese unverschämte Tat wurde unsere Cruzada auf einmal zu einer königlichen Angelegenheit. Wir haben das siegreiche Zeichen des Kreuzes 17 Tage lang über Berge und Straßen getragen, wie bei den Kreuzzügen früherer Zeiten, für eine edle, heilige Sache: die Krönung der Mutter des Herrn. Denn die Beleidigung unserer Mutter darf nicht triumphieren. Denn die Ehre unserer Mutter ist kraftvoll siegreich, weckt den ritterlichen Geist in unseren Herzen. Wir haben, liebe Freude und Brüder, die Antwort auf Zeiten-, Seins- und Seelenstimmen gegeben, die in dieser leidvollen Tatsache zu uns sprachen, und diese Antwort war, der Königin zurückzuschenken, was ihr gehört, in einem heroischen, wagemutigen Tun.

 

Heute ist ein Tag der Freude. Denn durch treue und treueste Pflichterfüllung geben wir der Königin zurück, was ihr gehört.

Gegrüßest seist du, Königin, die Andenüberquerer krönen dich!

 

Bellavista

Fotos: Sebastián Valdez, Asunción, Paraguay

Original: Spanisch. Übersetzung: Maria Fischer, schoenstatt.org

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