Veröffentlicht am 4. November 2017 In Schönstatt im Herausgehen

Wenn Katastrophen, Krieg, Gewalt und Unrecht übermächtig werden … dann gehen wir auf die Knie

SÜDAFRIKA, Sarah-Leah Pimentel •

Schauen Sie sich manchmal um in der Welt und fühlen sich dabei völlig hoffnungslos?

Ich arbeite in der Medienbeobachtung einer Regierungseinrichtung, und es gibt Tage, an denen ich nach der Arbeit keine andere Nachrichtensendung sehen und keine andere Zeitung lesen kann. Es gibt so viel Elend, Verzweiflung und Machtspiele auf Kosten der schwächsten Menschen auf der Welt. Die Probleme sind so komplex, und ich bin zu machtlos, auch nur das Geringfügigste zu tun um das Leid in der Welt zu lindern. Aber mich bewegt das Leiden unzähliger Millionen.

Die Notwendigkeit etwas zu tun, irgendetwas, hat die Berufstätigen Frauen in Kapstadt bewogen, eine alte und beinahe vergessene Tradition wieder aufleben zu lassen.

Beten kann die Welt verändern

Während der Apartheid-Jahre in Südafrika haben die Berufstätigen Frauen jeden Monat eine nächtliche Anbetung gehalten und für das Land gebetet. Öffentlich gegen das Regime zu protestieren konnte einen ins Gefängnis bringen oder Schlimmeres. Die Leute spürten, es gab nichts, was sie tun konnten, um der Macht standzuhalten. Da hat die Schönstattfamilie gebetet.

Die Apartheid endete, und Südafrika ging auf so friedliche Weise in Demokratie über, dass es wirklich ein Wunder gewesen sein muss, das Ergebnis des Gebetes Tausender von Menschen aller Glaubensrichtungen.

Der Traum übertraf alle Erwartungen

Südafrika und die Welt benötigen immer noch dringend das Gebet. Politische und wirtschaftliche Vertreibung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Armut, Drogenmissbrauch, Korruption, Klimawandel, die Bedrohung durch neue Kriege.

Das ist der Grund, warum die Gemeinschaft Berufstätiger Frauen beschlossen hat, eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Der Traum war geboren, zuerst unter den zwei oder drei, die aus den Chroniken der Gemeinschaft Berufstätiger Frauen von den nächtlichen Anbetungsstunden erfahren haben. Dann griff das Feuer auf die anderen Mitglieder der Gruppe über und darüber hinaus auf die Schönstattfamilie.

Die Vigilnacht fand statt am 20. Oktober von 19 Uhr bis 7 Uhr am nächsten Morgen und endete mit der Frühmesse mit den Schönstätter Marienschwestern. Die Anzahl der Beter im Heiligtum wuchs langsam, und um 22 Uhr beteten 40 Personen für Südafrika und die Welt. Die Jugend kam, auch die Familien (und einige der Männer halfen bei der Sicherheit), die Schönstätter Marienschwestern, die Mütter, ein Konvertit aus der örtlichen Pfarrgemeinde, eine brasilianische Pilgerin, die ihre Gruppe der Pilgernden Gottesmutter zu Hause vermisste. Die Menschen kamen, um für die Not in der Welt zu beten, vereinten sich dabei mit Papst Franziskus, der uns regelmäßig aufruft, für die Welt zu beten.

Im Lauf der Nacht mussten einige zu ihren Familien zurück, aber 15 Personen hielten die ganze Nacht Wache vor dem Allerheiligsten Sakrament. Sie beteten die Gebete der Kirche, empfingen den Segen von Pater Kentenich um 21 Uhr, verbrachten Zeit in stiller Anbetung, beteten um körperliche und geistige Heilung von Menschen, die durch das Leben verletzt wurden und sangen Lobpreislieder.

Einige schliefen ein, aber eine Kaffeepause und ein paar Süßigkeiten hielten die meisten die Nacht hindurch wach.

Hier einige Kommentare:

Evadne sagte: „Diese Ehre, das Gebet, die Beharrlichkeit Christi und die Einheit mit meinen Mitbrüdern und –schwestern unter der Führung Mariens, unserer Mutter, haben meine Seele über mein eigenes Begreifen hinaus gestärkt.“

Für Andrea war die Mahnwache „so ehrfurchtsvoll“, dass sie sich fühlte „als wäre ich in Exerzitien. Ich verbrachte die ganze Nacht im Gebet und mit den Bitten an die Gottesmutter in den Umständen und Herausforderungen, die außerhalb meiner Kontrolle liegen.“

Maxine sprach über die Kraft des Gebetes in der Gemeinschaft und sagte: „Wir haben nicht nur zwölf Stunden mit Jesus verbracht, sondern wir haben sie auch miteinander verbracht …, haben nicht nur unsere Liebe zu Christus vertieft, sondern auch zueinander, weil wir als Familie zusammengekommen sind, Menschen aus allen möglichen Lebensbereichen, zusammengekommen, um unsere eine gemeinsame Liebe zu feiern, die Gottesmutter und ihren Sohn.“

 

Was nun?

Als sich alle verabschiedeten – einige gingen ins Bett, andere zur Arbeit oder zur Schule – war klar: das war gerade erst der Anfang. Die nächtlichen Anbetungswachen müssen fortgesetzt werden.

Aber der Traum ist noch größer. Was können wir noch tun? Gibt es etwas, was wir als eine kleine Familie mit begrenzten Kräften tun können, um den Menschen in unserer Stadt und in unserem Land Hoffnung und eine Zukunft geben können? Es ist unser Wunsch, dass von diesen nächtlichen Anbetungsstunden ausgehend eine Mission geboren wird, die in die weitere Gesellschaft hinausgeht.

Mutter, wir gehen mit dir.

Original: Englisch, 29.10.2017. Übersetzung: Ursula Sundarp, Dinslaken, Deutschland/mf

 

Fotos: Andrea Plaatjes

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